Artikelformat

Kritzelwerke

Als ich neulich mit meiner Frau unterwegs war äußerte sie den Wunsch, mal das digitale Zeichnen zu probieren. Und da wir gestern unseren 20-jährigen Hochzeitstag hatten habe ich dann mal ein passendes Graphiktablet für sie und mich besorgt. Meine ersten Gehversuche auf einem Graphiktablet liegen ja schon etwa 13 Jahre zurück, also wollte ich da schon etwas besseres haben. Die Wahl fiel auf das Huion New 1060 Plus Tablet welches es für ca. 55 Euro im Versandhandel gibt.

Die Bestellung wurde dann auch rechtzeitig vor unserem Hochzeitstag geliefert. Das Tablet kommt mit einem USB-Kabel bei dem der Stecker am Tablet gewinkelt ist, einem aktiven Stift, einem Stifthalter mit Ersatzspitzen, einem Handschuh und einer Tasche. Die Treiber für Windows und Apple-Betriebssysteme befinden sich auf einer Micro-SD Speicherkarte die im Tablet steckt und auf der man dann auch z.B. seine Zeichnungen abspeichern kann.

Tablet mit Stifthalter und Stift

Auf dem Bild habe ich den Stifthalter einfach mal auf die Zeichenfläche des Tablets gestellt, tatäschlich steht der natürlich daneben wenn man damit arbeitet. Außerdem sieht man, dass links 12 Hardware-Tasten vorhanden sind, sowie am Oberen Rand der Zeichenfläche noch ein paar Software-Tasten liegen.

Ein wenig neben dem Standard ist das Ladekabel für den Stift. Das hat nämlich einen axialen Stecker der hinten in den Stift eingesteckt werden muss und ist somit kein Standard-USB Kabel.

Stift und Ladekable für den Stift

Kommen wir zu den Treibern. Wie oben schon beschrieben sind die Windows- und Apple-Treiber auf der Speicherkarte vorhanden, aber da ich Linux nutze brauche ich natürlich was anderes. Das Tablet selbst machte nach Anstecken auf meinem openSUSE 15.1 erst mal genau nix. Aber es gibt bei Github die digimend-Treiber für diese Tablets und wenn der Treiber erst mal compiliert und installiert ist, dann funktioniert das Tablet auch erst mal.

Die Feinheiten liegt dann noch in der Konfiguration der Xorg-Input-Treiber. Hier kann man die Datei für Tablets so erweitern, dass sich der wacom-Xorg-Treiber zuständig fühlt und dann kann man mit dem Kommando xsetwacom ein paar Dinge konfigurieren. Ich habe mir ein einfaches Shell-Skript gebastelt, das momentan so aussieht:

Die Kommentare am Anfang des Skriptes beschreiben die Nummern der Tasten, die nicht fortlaufend numeriert sind sondern wo die 8 auf die 3 folgt. Bislang habe ich ein paar Tastendefinition für „Rückgängig / Wiederholen“ usw. definiert. Im unteren Bereich des Skriptes stelle ich dann noch den Treiber so ein, dass die Zeichenfläche des Tablets auf meinen Hauptmonitor mit 1920×1080 abgebildet wird, der zweite Monitor ist dann nicht mehr vom Tablet erfasst.

Die „Soft-Tasten“ am oberen Zeichenrand sind in Linux erst mal nicht erreichbar, ich denke die Windows-Treiber werden hier einfach den Zeichenbereich verkleinern und wenn man dann mit dem Stift oben klickt einen Tastenevent auslösen. Das sieht aber der wacom-Xorg-Treiber nicht vor.

Nun geht es um das Thema, was man zum Zeichnen nutzen soll. Damals in 2007 habe ich mal ein wenig mit GIMP gezeichnet, heute ist im OpenSource-Bereich jedoch Krita die wohl beste Zeichenanwendung. Meinen „First Contact“ mit Krita hatte ich vor einigen Jahren hier auf dem Linux-Infotag als es einen Vortrag zu Krita gab. Aber:

A fool with a tool is still a fool.

Unbekannt

Obiges Zitat trifft leider auch für mich zu. Krita erschlägt einen förmlich mit den Möglichkeiten. Zum Glück gibt es aber das allwissende Internet, so habe ich auf dem YouTube-Kanal von DrawTut ein schönes deutschsprachiges Tutorial gefunden das die Bedienung von Krita gut beschreibt. Interessant finde ich auch den Kanal von Lina Fleer die professionelle Zeichnerin ist.

Meine erste Zeichnung auf dem Tablet war übrigens ein Skizze meines USB-Micro-SD-Kartenlesers. Sehr einfach mal ausprobiert, ohne tatsächlich eine Ahnung zu haben, was man alles wie tun kann.

Die erste Strichzeichnung

Außerdem habe ich noch einen Krita-Kurs bei Udemy gebucht, den gibt es gerade zum Sonderpreis von 11,99€ statt 99,99€. Mal sehen wie gut dieser Kurs ist. Sekundärliteratur zu Krita ist ja eher selten, es gibt ein Buch „Digital Painting with Krita 2.9“ von Scott Petrovic, hier zögere ich aber noch, da Krita ja mittlerweile bei Version 4.2 angekommen ist, ich fürchte also dass es starke Unterschiede in der Benutzeroberfläche gibt.

Tatsächlich wäre mir ein Einsteigerkurs ins digitale Zeichnen sehr lieb, also etwas, das mir ein wenig das Werkzeug erklärt, aber noch viel wichtiger, die Grundkonzepte der Vorgehensweise, wie man seine Zeichenenbenen organisiert, und wie man quasi von der ersten Strichzeichnung dann zum fertigen Bild kommt. Wer hier Hinweise hat darf mir das gerne in die Kommentare schreiben.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

1 Kommentar

  1. Pingback: Zeichenstunde | König von Haunstetten

Kommentar verfassen