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Schwingungsanzeiger

In meiner Jugend habe ich viel Elektronikbasteln betrieben. Lötkolben, ein wenig Eisendreichlorid zum Platinen ätzen, ein paar Bauteile. Und Meßgeräte. Damals hat es nur für ein analoges Multimeter gereicht, das für meine damaligen Verhältnisse schon sehr teuer war. Und ein Oszilloskop wäre schön gewesen, aber das günstigste Oszilloskop war für 300 DM zu haben, ein Russen-Oszi den ich mir damals dann doch nicht leisten konnte.

Irgendwann vor mehr als 15 Jahren war dann so ein Ding auf ebay zu finden und das habe ich mir dann in einem Anfall von Nostalgie für 10 € besorgt. Mussten wir damals in Kaufbeuren abholen, denn das Ding ist schwer, zu schwer für den Versand.

Gestern habe ich mir dann mal ein aktuelles Taschen-Oszilloskop im 30€ Preisbereich bestellt das heute angekommen ist. Statt etlicher Kilo ein Ding das nicht größer ist als eine Zigarettenschachtel. Netzteil dabei und ein Kabel mit Krokodilklemmen.

Also mal ein Vergleichstest der beiden Geräte, das doch schon betagte „C1-5“ aus Russland und ein Quimat-Taschen-Oszi von heute. Ziel des Vergleichtests: Ich klemme mich auf das Kabel meines Basses und schau mir die Wellenform an die da raus kommt.

Erst mal der alte C1-5. Eingeschaltet und weil es noch auf Röhrentechnik basiert (inklusive der braunschen Röhre für das Bild) dauert es ein wenig bis es aufgeheizt ist. Dann mal an den vielen Köpfen drehen bis man halbwegs was sieht. Das sieht dann so aus:

Bass A-Saite auf dem C1-5 dargestellt.

Das Triggern auf die Wellenform funktioniert leidlich gut und tatsächlich Messwerte ermittlen ist hier eher umständlich.

Gleiches Setup, jetzt aber mit dem Taschen-Oszilloskop:

Bass A-Saite auf dem Taschenoszilloskop

Hier sieht man eine schöne stehende Kurve. Und bekommt die Meßwerte auch gleich eingeblendet. Frequenz bei 110,642 Hz, also zwei Oktaven unterhalb des 440-Hz Kammertons „A“. Damit dürfte der Bass auch hinreichend gut gestimmt sein. Die Amplitude der Pickups vom Bass ist also bei 133 mV.

Natürlich ist das Taschenoszilloskop eigentlich ein kleiner Computer der das Eingangsignal digitalisiert und auswertet und kein Oszilloskop im klassischen Sinn wo wir einen Elektronenstrahl durch Spannungen ablenken um dann am Bildschirm einen Leuchtpunkt zu sehen.

Experiment beendet. Das „C1-5“ werde ich wohl bei der nächsten Gelegenheit in den Eletroschrott entsorgen.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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