Das „e“ im e-Personalausweis genutzt

Meinen neuen Personalausweis habe ich ja schon seit 2018, heute habe ich dann tatsächlich mal die elektronische Komponente genutzt. Grund war, dass wir heute eine Wohnung vermietet haben und Deutschland sich mal wieder dadurch definiert dass der Mieter vom Vermiter eine „Wohnungsgeberbestätigung“ benötigt.

Ja, so habe ich auch geschaut als mir die Mieterin das mitteilte, dass man zur ordnungsgemäßen Anmeldung des Wohnsitzes also noch ein Formular benötigt in dem der Vermieter zustimmt, dass das alles in Ordnung ist. Aber hey, immerhin sagt mir Google, dass man das auch online machen kann.

Also mal auf die Seite meiner Stadtverwatung geschaut und was sehe ich da? Anmeldung über den elektronischen Personalausweis möglich. Ha, nach nur etwas mehr als 2 Jahren tatsächlich eine Einsatzfall für den Chip in meinem Personalausweis. Und natürlich für mich die Frage, ob das denn auch hier unter Linux funktionieren wird. Also mal losgelegt. Über die Seiten der Stadt erfahre ich, dass ich die AusweisApp2 brauche. Ok, die ist bei meinem openSUSE Leap ja in den Repositories, also mal installieren.

Nach dem Start dieser App wird mir angezeigt, dass ich noch einen Ausweisleser brauche. Es gibt die Option ein Smartphone mit NFC welches im gleichen WLAN-Netz ist dafür zu benutzen, aber da ich vor vielen Jahren zur Einführung des elektronischen Personalausweises mal eine Computer-Bild gekauft hatte weil da der passende Chipkartenleser beigepackt ware entscheide ich mich gegen die Smartphone-Lösung und für den USB-Leser. Der ist auch relativ schnell gefunden und am Hub eingestöpselt.

Die AusweisApp2 erkennt auch, dass dieser Leser nun als USB-Gerät angeschlossen ist, meint aber ich bräuchte noch einen Treiber. Dazu werde ich dann auf eine Webseite geschickt, wo es Treiber für openSUSE 11.2 aus dem Jahr 2010 gibt. Also, bevor ich das runterlade installiere ich lieber mal den aktuellen pcsc-ccid aus den Repositories der Distribution. Nächster Anlauf, gleiches Problem. Die AusweisApp2 meint immer noch, ich solle die uralten Treiber runterladen.

Also wieder Google befragt, und gelernt, dass es für die Reiner SCT Chipkartenleser ein eigenes Paket pcsc-cyberjack gibt. Auch das installiert. Und wieder mit dem gleichen Ergebnis: Der Leser wird als USB-Gerät erkannt, aber der Treiber fehlt angeblich immer noch. Das wäre dann wohl die Stelle an der unbedarfte Nutzer aufgeben.

Zum Glück hatte ich aber im letzten Jahrtausend mal sehr intensiven Kontakt mit den Chipkarten und im Hinterkopf war dann noch das Wissen, dass da wohl ein Service laufen muss. Also mal den pcscd Service neu gestartet und siehe da, die LED an dem Port an dem der Kartenleser hängt fängt an zu leuchten und die AusweisApp2 ist zufrieden.

Also nächstes muss man dann wohl mal das Feld mit der Transport-Pin auf dem Zettel den man mit dem Ausweis bekommen hat frei rubbeln. Diese 5-stellige Transport-PIN wird dann erst mal in eine 6-stellige selbst ausgedachte PIN umgestellt. Damit ist der Ausweis einsatzbereit und die AusweisApp2 zeigt mir auch schön meine auf dem Ausweis gespeicherten Daten an.

Also zurück zur Seite der Stadt. Gleich mal mit dem elektronischen Pesonalausweis registrieren. Der Workflow funktioniert und ich kann mich wohl künftig gegenüber der Behörde mit meinem elektronischen Personalausweis identifizieren. Also dann mal diese Wohnungsgeberbestätigung onine machen. Klappt gut, die persönlichen Daten von mir kommen vom Ausweis und den Namen des Mieters gebe ich in ein Formular ein. Am Ende gibt es einen PDF-Download in dem dann ein Zuordnungscode steht den der Mieter wohl ins Meldeformular eintragen muss.

Nun denn, vielleicht wird es ja doch noch irgendwann was mit der Digitalisierung in Deutschland.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.