Habemus 3D-Drucker

Gestern war mein Geburtstag und Amazon war mit der Lieferung des 3D-Druckers so schnell, dass das Paket schon gestern da war. Nach dem Essen des Geburtstagskuchens war also Basteln angesagt.

Warum dieser Drucker

Mit dem Thema 3D-Drucker befasse ich mich ja schon seit einiger Zeit und habe mir unzählige Videos angesehen mit Tests und Erfahrungsberichten zu 3D-Druckern. Am Ende hatte ich erst mal den Anycubic Mega S oder den Ender 3 V2 im Blick.

ModellGutSchlecht
Anycubi-Mega STouchscreen
Zwei Z-Achsen-Motoren
Filament-Ende-Sensor
Relativ kleiner Bauraum
Ender 3 V2Großer BauraumNur ein Z-Achsenmotor
Kein Filament-Ende-Sensor
Druckervergleich zwischen Anycubic Mega S und Ender 3 V2

Dann kam aber eine Unterhaltung auf Twitter mit „Nerdweib“ Susanne dazu, deren Sohn jetzt einen Sovol SV01 hat. Aha, mal sehen. Tja, von den Daten hat der Sovol das „best of both worlds“, also zwei Z-Achsen-Motoren, einen Filmanent-Sensor und auch einen sehr großen Bauraum mit 28x24x30 cm. Und vor allem hat der Sovol SV01 einen „Direct Extruder“, d.h. das Filament wird direkt am Druckkopf eingezogen und muss nicht vom Extruder zum Druckkopf durch einen langen Schlauch geschoben werden, so wie es bei den anderen Druckermodellen der Fall ist.

Einen Touchscreen gibt es in der Basisvariante nicht, könnte man aber nachrüsten. Andererseits: Die Dinge, die man am 3D-Drucker tatsächlich „steuern“ muss sind doch relativ überschaubar, so dass auch die einfach Menü-Bedienführung über ein Drechrad mit Knopf funktioniert. Und neulich gab es den Drucker dann mit 15% Preisnachlass, das war dann sozusagen der Trigger für mich das Ding zu bestellen, denn so konnte ich auch noch 2 Rollen mit je 1kg Filament dazu kaufen und blieb immer noch unter 300 Euro.

Unboxing und Aufbau

Nein, ich mach kein Video dazu, davon gibt es schon viele im Netz. Wenn man den Karton öffnet sieht man erst mal folgendes.

Geöffneter Karton
Verpackung des 3D-Druckers

Der Drucker ist ausreichend gut in Schaumstoff eingepackt. Die Dokumentation befindet sich direkt unter dem Deckel und eine Stückliste bekommt man sogar in Deutsch, was für einen Drucker aus China doch schon mal ein Pluspunkt ist. Neben dem Drucker wird Montagewerkzeug (Inbus-Schlüssel) mitgeliefert, außerdem eine Spachel um die 3D-Drucke später ablösen zu können und einen Mini-Seitenschneider um das Filament zuzuschneiden. Filament gibt es auch in der Schachtel, eine kleine Rolle mit 200g liegt bei, das ist mehr als bei manch anderen 3D-Druckern drin liegt. Außerdem gibt es eine Micro-SD-Karte und einen USB-Kartenleser dafür.

Der Drucker muss dann noch zusammengeschraubt werden, was heißt, das Z-Achsen Portal an der Base zu befestigen, einen Z-Achsen-Stop-Schalter zu montieren, die Steuereinheit, den Filamentsensor und den Filamenthalter. Die Aufbauanleitung ist in Englisch und gut verständlich, die Kabel sind alle sauber beschriftet, so dass es keine Unklarheit gibt, was wo angeschlossen werden muss. Das Netztteil steht auch schon auf 230 V für Deutschland.

Der erste Testdruck

Nachdem der Drucker aufgebaut war, hieß es erst mal „Bed Levelling“, also das Druckbett so unter der Düse zu positionieren, dass gerade noch ein Blatt Papier dazwischen passt. Dieser Vorgang geht dank der großen Einstellräder sehr gut, wünschenswert wäre aber gewesen, wenn in der Anleitung beschrieben wäre in welche Richtung man für „hoch“ oder „runter“ drehen muss. Das ist zwar auf den Einstellrädern beschriftet, aber leider Schwarz auf Schwarz und da die Räder unter dem Druckbett sind für meine Altersgruppe eher ungünstig abzulesen.

Der erste Fehldruck
Der erste Fehldruck

Also dann frisch ans Werk, die SD-Karte einsetzen (mit den Kontakten nach oben) und das Ausdrucken, was er Hersteller als Beispiel auf die Karte gespeichert hat. So will es das Gesetz, wenn man sich einen 3D-Drucker gekauft hat. Spaß beiseite, der Drucker legt los, und fängt erst mal an, ein wenig Filament am Rand entlang zu spritzen damit die Düse frei wird und der eigentliche Druck sauber wird. Dann fing der Drucker an, das nebenstehende Ding zu drucken und dann mit der Meldung „Filament-Error“ seinen Dienst einzustellen. Da war ich erst mal genervt, denn von einem neuen Drucker hätte ich das nicht erwartet. Also mal die Suchmaschine angeworfen und versucht, eine Lösung zu finden. Da hieß es, dass im Transport vielleicht das Kabel vom Sensor am Mainboard abgefallen ist.

Also habe ich viele Schrauben gelöst und das Mainboard kontrolliert, alles war sauber angeschlossen, nix mit abgefallenem Kabel. Gerät wieder zusammengebaut und dann statt dem mitgelieferten Filament das von Amazon eingefädelt, und siehe da, hier druckte das Ding dann los.

Testwürfel im entstehen
Der Testwürfel entsteht

Hier sehen wir den „Testwürfel im Druck“. Das was vorher der Fehldruck war enpuppt sich nun als „Bodenfläche“. Links im Bild sehen wir einen Kringel mit Filament, denn auch hier hatte ich eine Unterbrechung mit „Filament Error“, die ich dann aber durch Wackeln am Filament „beheben“ konnte. Nach etwa 2 Stunden war der Testwürfel dann fertig gedruckt. Das Betriebsgeräusch des Druckers liegt bei ca. 60 dBA, man kann also sich daneben schon noch unterhalten.

Testwürfel fertig gedruckt
Der fertige Testwürfel

Nervige Filament-Error

Da auch während des Druckes mit dem Testwürfel wieder ein Filament-Error aufgetreten war habe ich mal ein wenig im gesucht, denn es war wohl klar, dass daran der Filmanet-Sensor schuld war. Sovol hat auf YouTube dann auch ein paar Hinweise dazu.Das Problem ist der Microschalter im Sensor, der betätigt werden sollte wenn Filament da durch läuft.

Problem im Filament-Sensor
Der geöffnete Filament-Sensor

Ich habe das mal eingekriest. Diese Rolle muss ein wenig mehr in Richtung Filament gebogen werden, sonst schaltet der Microschalter nicht mehr weil der Hebelarm ihn nicht vollständig runter drückt. Nachdem ich das vorhin gefixt habe druckt das Ding auch problemlos mit dem mitgelieferten Filament.

Und was druckt man jetzt damit?

Nachdem der „Testwürfel“ von der SD-Karte eher nutzlos ist habe ich nun mal angefangen,ein paar nützliche Dinge zu drucken. Also z.B. einen Kabelclip für mein zweites Mikrofonstativ das einen kleineren Durchmesser des Haltearms hat. Um von 15mm auf 14mm zu kommen reicht es, in Cura das Modell auf 93% zu skalieren. Dann ist so ein Clip schnell gedruckt.

Kabelclip
Der erste selbst gedruckte Kabelclip

Als nächstes habe ich mir mal eine Filament-Clip für meine Amazon-Filament-Rolle gedruckt. Aktuell druckt der Drucker ein paar Verschlußclips für die durchsichtigen Ikea-Kunstoffboxen Samla die wir hier nutzen. Außerdem will ich später noch einen Batteriehalter für meine 9V-Blockakkus drucken die ich für die Microcontroller-Basteleien nutze. Das Tolle ist ja, dass Plattformen wie Thingiverse voll mit Dingen sind die man mal ausdrucken kann. Da muss man selbst sich nicht erst lange mit 3D-Konstruktion abmühen.

Aber auch für selbst entworfene Dinge habe ich nach meinem Kabelclip auch schon weitere Idee. Zum Beispiel ein paar Klammern um die Tischdecke an unserem Terrassentisch zu befestigen. Die kann ich exakt so entwerfen, dass sie für meinen Tisch optimal passen und muss nicht mehr irgendwelche vorgefertigten Teile kaufen und hoffen, dass die ihren Zweck erfüllen.

Der 3D-Druck erscheint mir ein sehr interessantes neues Hobby zu sein, das heißt ich werde wohl in der nächsten Zeit einiges Drucken.

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