Tastendrucker

Eines meiner derzeitigen Microcontroller-Projekte ist der Bau eines externen Makro-Keyboards auf Arduino-Basis. Bei Thingiverse habe ich dieses Modell gefunden und mal angefangen das Gehäuse und eine Taste auszudrucken. Zeitgleich habe ich via ebay die Cherry-MX-Taster bestellt, die für diesen Zweck wohl am Besten geeignet sind. Ansonsten bekommt man ja leider nur noch Folientasten oder irgendwelche Platinentaster. Als dann die Tasten diese Woche geliefert wurden stellte sich raus, dass die Tasten des Modells nicht passen. Der „Stempel“ ist zu groß dimensioniert. Also muss ich selbst mal loslegen.

Das ist auch kein großes Problem, denn die Tasten mit 3D-gedruckter Beschriftung sind nicht so toll, bei einer Düsengröße von 0,4 mm ist die Beschriftung eher grob. Professionelle Computertastaturen werden ja mit dem Laser beschriftet, aber für meine Taste hatte ich dann eine andere Idee.

Also mal wieder FreeCAD gestartet um so eine Taste zu konstruieren. Diesmal habe ich aber erst mal ein Spreadsheet mit den Parametern meiner Konstruktion angelegt.

Spreadsheet mit den Paramtern

Die erste Spalte im Spreadsheet ist nur Erklärung. Die Werte in der zweiten Spalte haben alle auch eine Maßeinheit. Da bin ich am Anfang erst mal drüber gestolpert, wenn man später beim Konstruieren Formeln eingibt und in der Formel eine Addition passiert, müssen beide Werte auch Maßeinheiten haben. „Length+1“ wäre ein Fehler, „Length+1mm“ ist hingegen richtig.

Alle Werte kann ich dann mit einem „Alias“ versehen, einfach Rechtsklick auf den Wert und dann einen Alias definieren. Damit können wie Werte in der Konstruktion mit „Namen“ angesprochen werden, was natürlich besser ist als „Spreadsheet.B3“. Nachdem eine Zelle einen Alias hat wird sie gelb hinterlegt.

Die Konstruktion in FreeCAD ging dann einfach mit Basiskörpern die man entweder addiert oder subtrahiert.

Screenshot: Konstruktion der Taste

In der linken Spalte sieht man sehr schön die Konstruktionsschritte. Als erstes habe ich einen Quader eingefügt in den Abmessungen der Taste, die wie man unten links sieht mit dem Spreadsheet verknüpft sind. Als nächstes wurde an der Oberseite der Taste ein Quader für ein Inlay abgezogen, so dass ich dort eine quadratische Vertiefung von 0,4mm (siehe Spreadsheet) habe.

Dann wurde die Taste mit einem Quader von unten ausgehöhlt und dann der „Stempel“ für die Taste zugefügt. Dieser Stempel enthält dann zwei kreuzförmige Spalten. Für die Maße habe ich ein wenig nach den Abemssungen einer Cherry MX Taste gegoogelt und diese Seite gefunden. Diese Werte dann ins Spreadsheet eingetragen und damit konnte dann der erste Prototyp gedruckt werden.

Nach 12 Minuten war die Taste fertig und es stellte sich heraus, passt nicht. Stempel zu breit und Spalten zu schmal. Dank der Parametrisierung über das Spreadsheet brauchte ich hier nur drei Werte ändern und den nächsten Testdruck damit anstoßen. Der war dann allerdings etwas zu locker, da ich die Spalten zu groß dimensioniert hatte. Also nochmal ins Spreadsheet, die Spalten kleiner und der dritte Testdruck passt dann auch wie angegossen auf die Cherry MX Taste.

Als nächstes ging es um die Beschriftung der Tasten. Hier habe ich mich bewusst dagegen entschieden, irgendwas mit dem 3D-Drucker auf die Taste zu drucken. Dafür habe ich in meiner Konstruktion ja das „Inlay“ vorgesehen, ein Bereich mit 14×14 mm und 0,4mm Tiefe.

Also mal LibreOffice Draw angeworfen und ein Quadrat mit 14x14mm gezeichnet. Beliebig oft vervielfältigt und schon hat man einen Bogen mit Tastenbeschriftungen. Nun braucht man nur noch Icons oder was man auch immer zur Beschriftung nehmen will einzufügen und in den Quadraten der Tasten zu zentrieren.

Das ganze wird dann auf Druckerpapier mit 160g/m² ausgedruckt, also ein etwas dickeres Druckerpapier. Dann einmal durch das Laminiergerät schicken und mit einer 80µm Folie laminieren. Danach kann man die Quadrate mit der Schere ausschneiden und mit einem Tropfen Klebstoff in die Vertiefung der Taste einkleben. Durch das Laminieren hat man eine geschützte Oberflache und das ganze sieht recht gut aus.

Meine Prototypen der Tastenkappe

Das Design und die FreeCAD-Datei findet ihr bei printables.com. Ja, ich habe es auch (mehrfach) bei Thingiverse hochgeladen, aber weil diese Plattform es auch nach über einem Jahr nicht gebacken bekommt das Problem der nach dem Hochladen nicht mehr auffindbaren Modelle zu lösen habe ich es da in der Versenkung belassen, ich habe schließlich wichtigere Dinge zu tun als meine Zeit mit Hochlade-Versuchen bei Thingiverse zu verplempern.

Ein Gedanke zu „Tastendrucker

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