Die Immer-dabei-Kamera

Eines meiner Hobbys ist das Fotografieren. Früher war ich gerne mit der großen Ausrüstung unterwegs, also Spiegelreflex-Kamera und Wechselobjektive und alles was man halt so in der Profi-Ausrüstung hat. Das ist auch toll, wenn man plant irgendwo auf Foto-Safari zu gehen. Aber oft genug ist man unterwegs und sieht ein schönes Foto-Motiv und die schwere Fotoausrüstung liegt daheim. Dann greift der Spruch, dass man die meisten Fotos mit der Kamera macht, die man immer dabei hat.

Bislang war das bei mir dann die Kamera des Smartphones. Anfang August hatte ich aber einen Denkanstoß, als mein Sohn auf einen Segel-Ausflug ging haben wir ihm vorher eine günstige Digiknipse gekauft damit er von seinem Ausflug ein paar Bilder machen kann. Und da habe ich mir dann gedacht, warum ich nicht auch auf eine kompakte Kamera umsteige.

Also mal geschaut, was es am Markt so gibt, Testberichte gelesen, YouTube-Videos geguckt und auch überlegt, ob ich mein mittlerweile 6 Jahre altes Smartphone mal erneuern soll. Aber hier hat mich ehrlich abgeschreckt, dass aktuelle Smartphones mittlerweile mit 48 Megapixeln fotografieren, und das erscheint mir etwas zu übertrieben. Und dann ist da eben noch der übliche Smartphone-Nachteil, man hat zwar eine Kamera, aber die Bedienung erfolgt über Touchscreen und das ist für mich als Hobby-Fotograf eher schlecht.

Am Ende fiel die Wahl dann auf eine Panasonic Lumix TZ81. Auch schon ein älteres Model von 2016, aber immerhin kurzfristig lieferbar und im Preis noch unter dem Limit das ich mir selbst gesetzt habe.

Lumix TZ81
Lumix TZ 81

Die Kamera wiegt gerade mal knapp 300 Gramm und ist somit tatsächlich eine „immer dabei Kamera“, denn die kann ich jetzt zum Beispiel auch problemlos zur Hunderunde mitnehmen und da dann fotografieren was mir vors Objektiv kommt. Das Objektiv ist von Leica und für Tageslicht gut geeignet, es hat einen 30-fachen optischen Zoom der auch entfernte Objekte einfangen kann. Und dank des 5-Achsen Bildstabilisators sind solche Tele-Aufnahmen auch nicht verwackelt. Die Kamera fotografiert mit 18 Megapixeln im Format 4:3, man kann natürlich auch andere Seitenverhältnisse einstellen und verliert dann aber ein paar Megapixel.

Und es gibt eben echte Köpfe für die wichtigen Funktionen, einen Auslöser der von der Haptik her weit besser ist als jeder Touchscreen. Ja, einen Touchscreen hat das Ding auf der Rückseite auch, aber eben nur um Setup-Funktionen zu machen. Das eigentliche Fotografieren geschieht wirklich mit mechanischen Tasten. Einen Sucher gibt es auch, für den Fall dass man im hellen Tageslicht fotografiert und auf dem Touchscreen in der Bildvorschau einfach nix sieht.

Videos mit 4K könnte ich auch aufnehmen, aber das ist jetzt nicht meine höchste Priorität. Das ist eher tatsächlich Fotos zu machen. Zum Beispiel einen Sonnenaufgang bei der Hunderunde:

Wolken im Sonnenaufgang

So ein Bild mit der Smartphone-Kamera zu machen wäre eine echte Herausforderung in Sachen Belichtung, mit der Lumix hat das relativ einfach geklappt. Und da die Speicherkarte Platz für mehr als 10000 Fotos hat habe ich mir für solche Situationen angewöhnt, eine Belichtungsreihe zu fotografieren. Das heißt, die Kamera macht 5 Fotos mit unterschiedlichen Belichtungseinstellungen, wie man hier sehen kann:

Belichtungsreihe
Belichtungsreihe

Das ganz linke Bild ist ohne Belichtungskorrektur aufgenommen, dann -0,33 Blendenstufen, +0,33 Blendenstufen, -1,33 Blendenstufen und +1,33 Blendenstufen. Damit kann man dann daheim am PC das Bild mit der besten Belichtung rauspicken.

Auch im Nahbereich hat die Kamera gute Fähigkeiten. Dieses Bild habe ich vorhin beim Spaziergang mit dem Hund aufgenommen. Am Touchscreen in der Vorschau die Hagebutten angeklickt die scharf abgebildet werden sollen und der Rest versinkt in Unschärfe, weil er sich außerhalb des Schärfentiefe-Bereiches befindet.

Hagebutte Nahaufnahme

Als Photoverwaltungsprogramm verwende ich weiterhin Digikam, das die Kamera als USB-Speichermedium erkennt und problemlos Bilder importieren kann. In Digikam gibt es mitterlweile auch sehr schöne künstlerische Effekte. Hier habe ich den alten Baum auf der Flugplatzheide mit dem „artistic sketch“-Filter bearbeitet und das Ergebnis sieht aus wie eine Bleistiftzeichnung. Ausbelichtet auf 20×15 cm macht das richtig was her.

„Bleistiftzeichnung“ Baum

Tatsächlich muss ich feststellen, dass ich in den Wochen seit ich die Lumix habe nun mehr Fotos gemacht habe als in den restlichen Monaten von 2022. Einfach weil das Ding immer dabei sein kann und viel mehr Spaß macht als Fotos mit dem Smartphone zu machen. Sprich, ich bin meinem pesönlichen Ziel wieder mehr Fotos zu machen deutlich näher gekommen.

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