Alles hat ein Ablaufdatum

Seit vielen Jahren habe ich Evernote genutzt, den Notizdienst der angelegt war, um alles was man so an Notizen hat „für immer“ zu speichern. Eine Weile gab es als T-Mobil-Kunde sogar ein Upgrade des Accounts, die letzten Jahre habe ich dann sogar das Personal-Abo gehabt. Nun habe ich meine Nutzung von Evernote beendet. Das hat gute Gründe.

Der Trigger der meine Abkehr von Evernote ins Rollen gebracht hat war die Meldung, dass Evernote unlängst von Bending Spoons aufgekauft wurde. Bending Spoons ist auf mobile Apps spezialisiert, für mich heißt das, dass die Wahrscheinlichkeit einen Linux-Desktop für Evernote zu bekommen damit noch geringer wird als sie eh schon war. Seit über einem Jahr war ich z.B. beim Beta-Test-Programm von Evernote angemeldet, in der Hoffnung, dass sich da was bewegt.

Natürlich kann man Evernote im Web-Browser nutzen, aber das ist eigentlich dann wieder umständlich. Auch Funktionen die nützlich schienen habe ich nie so richtig zum Funktionieren gebracht, angeblich kann Evernote eine gescannte Visitenkarte in ein vcard-File umwandeln, hat hier nie geklappt. Und auch das automatische Taggen von hochgeladenen Dokumenten war alles andere als brauchbar. Am Ende war mein papierloser Workflow dann so, dass ich eingescannte Dokumente hier auf meiner Platte abgespeichert habe, dann mich im Webbrowser bei Evernote eingeloggt habe um dort eine neue Noitz zu erstellen und da dann das gescannte Dokument anzuhängen. Sehr viele manuelle Arbeitsschritte, nicht das was einem das Leben erleichtert.

Wie geht es nun ohne Evernote weiter? Nun, für Notizen und Ideen die mir so in den Sinn kommen kann ich org-roam nutzen, ebenso um mal eben eine Webseite abzuspeichern so wie man das mit dem Evernote-Web-Clipper tun konnte. Und für gescannte Dokumente habe ich sowieso meinen „Referenzmaterial“-Ordner hier lokal, der mittlerweile auch mit der Google-Cloud gespiegelt ist. D.h. um neu gescannte Dokumente in die Cloud wegzusichern reicht ein simpler Aufruf von rclone um mein lokales Verzeichnis mit dem was in Google Drive gespeichert ist abzugleichen. Damit habe ich quasi eine „außer Haus“-Sicherung und Zugriff auf meine gescannten Dokumente auf dem Smartphone (inklusive Suchfunktion im Google-Drive).

Also in Summe die gleiche gewünsche Funktionalität bei weniger manuellem Aufwand, damit war klar, dass es keine Gründe mehr gibt weiterhin für ein Evernote-Abo zu zahlen.

2 Gedanken zu „Alles hat ein Ablaufdatum

  1. Hallo,

    das mit der Linux-Unterstützung ist schon schade. — Ich habe als Ausweg einige Zeit mit Logseq und Obsidian gearbeitet. Logseq ähnelt Roam, aber Obsidian ist weiter in der Entwicklung und kann besser als Evernote-Ersatz genutzt werden.

    Obsidian kann man zum Testen empfehlen. Ich selber bin auf dem Mac unterwegs und bin wieder bei meiner Lösung gelandet, die ich seit 2003 nutze, Devonthink. Nur deshalb hatte Obsidian keine Chance bei mir.

    Cheers!

    • Danke Maria, Obsidian hatte ich mir auch mal kurz angeschaut, fiel aber aus der Auswahl weil proprietär, da bleibe ich dann lieber bei org-roam. Das Gute an Obsidian war der Markup-Editor für Notizen, aber ich kann auch ohne den arbeiten. Wäre ich nicht schon tief in org und org-roam dirn, dann wäre Obsidian sicher eine gute Alternative gewesen.

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