3D-Druck-Experimente

Mittlerweile sind es schon 3 Jahre dass ich einen 3D-Drucker hier im Keller stehen habe. Zeit, mal wieder etwas auszudrucken und ein paar Dinge auszuprobieren. Und dabei wieder was zu lernen.

Magnethalter für Funk-Klingelknopf

In unserem Vereinsheim bestand die Notwendigkeit, eine Funkklingel zu installieren, und so ein Ding hatte ich noch daheim. Für das Anbringen des Klingeknopfes konstruierte ich daher in FreeCAD einen Halter mit zwei Magneten im Inneren, damit der Halter einfach an den Stahl unserer Türvergitterung angebracht werden kann.

Screenshot von FreeCAD, man sieht die beiden Hohlräume für die Magnete

Das heißt dann, dass im Prusa-Slicer beovr die Schicht über den Magneten gedruckt wird und somit die Hohlräume verschlossen werden eine Pause eingelegt werden muss, damit ich die beiden Magnete in den Hochraum einlegen kann bevor der Druck weiter geht. Prusa-Slicer fügt hier einen Code „M601“ ein. Um so größer war mein Erstaunen, als der Drucker eben keine Pause machte. Nach einiger Suche im Web fand ich dann heraus, dass bei meinem Sovol SV01 der Code für eine Druckpause wohl nur „M01“ ist. Im zweiten Anlauf ist es mir dann aber gelungen, die Magnete einzulegen und jetzt tut das Ding seinen Dienst wie geplant.

Mehrfarbiger Druck

Meine Frau wünschte sich diese Jack Sekllington Ohrringe und das war dann für mich der Punkt, auch mal den anderen Code „M600“ für Farbwechsel auszuprobieren. Also im Slicer geschaut, wann die Zähne, Nase und Augen der Ohrringe anfangen, das ist bei 1,25mm Schichthöhe der Fall. Also an dieser Stelle dann „Farbwechsel“ eingefügt. Das hat der Drucker dann auch genau so gemacht, wie ich das geplant hatte. Druck bis zur Höhe von 1,25mm, dann in Parkposition und das aktuelle weiße Filament wurde zurückgeschoben. Dann konnte ich schwarzes Filament einlegen und nach dem obligatorischen „purge“ (rausschieben aus der Düse bis es in der gwünschen Farbe kommt) konnte ich den Druck weiter laufen lassen.

Selbst gedruckte Ohrringe in Schwarz/Weiß.

Ich habe hier auch noch das Gesicht an der Y-Achse gespiegelt.

TPU ausprobiert

In den drei Jahren in denen ich jetzt schon sehr viel gedruckt habe kam bislang nur PLA Filament zum Einsatz. Jetzt wollte ich aber mal was neues ausprobieren und habe mir eine Spule mit TPU bestellt. TPU ist ein flexibles Filament und kann benutzt werden um z.B. Refen für Modellautos zu drucken oder Schutzhüllen für Handys.

TPU fühlt sich auch an wie eine art Gummischnur während PLA ja eher das Feeling eines Plastik-Drahtes hat. Da TPU mit anderen Temperaturen gedruckt werden muss habe ich für den ersten Test was ganz einfaches konstruiert. Mein Drucker wurde damals mit ein paar Sechskantschlüsseln geliefert und zwei kleinen Schraubendrehern, die bisher ziemlich freifliegend in der Schachtel mit dem Werkzeug lagen. Also konstruiere ich mir einen Halter.

FreeCAD bietet ja die einfache Möglichkeit, ein sechseckiges Loch zu konstruieren, dazu braucht es allerdings den Umkreis-Radius. Also mal die Geometriekenntnisse bemüht und dann war schnell klar, dass der Umkreisradius ermittelbar ist, indem ich mit dem Meßschieber nachmesse wie dick das Sechseck bei zwei gegenüberliegenden Seiten ist. Habe ich hier also z.B. 4mm, dann nehme ich die hälfte davon und der Radius ist dann einfach zu ermitteln, indem ich diesen Wert durch cos(30°) teile. Ein 4mm weiter Sechskantschlüssel hat laso einen Umkreisradius von etwa 2,31mm.

Also mal schnell einen Quader konstruiert der dann die Löcher für die Sechskanntschlüssel und die Schraubendreher hat. Dann mit 220° Düsentemperatur und 50° auf dem Druckbett ausgedruckt. Ging absolut problemlos und die Werkzeuge sind jetzt alle verräumt.

Mein selbst konstruierter Werkzeughalter.

Der Balken ist deutlich flexibler und biegsamer als ich das jemals mit PLA hin bekommen würde.

Ein Gedanke zu „3D-Druck-Experimente

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