Umgezogen

Letzte Woche hatte ich ja ausreichend viel Ärger mit der verkorksten Mail-Migration bei Domainfactory und so wurde schnell klar, dass ich den Webhoster dringend wechseln muss. Denn eine Zwangsbeglückung mit Outlook geht für mich gar nicht, wo ich doch erklärter Verfechter der Open Source „Ideologie“ bin. Also habe ich mal ein paar Checklisten gemacht die für einen solchen Umzug wichtig sind.

Backup, Backup, Backup

Zunächst habe ich mal von dem verflixten Webmail-Client alles was mir wichtig war und dort noch rum lag in meine anderen Mailboxen weiter geleitet. Dann wurde der FTP-Client angeworfen und ein Mirror der Webseite erstellt, irgendwas über 12000 Dateien mit insgesamt etwa 4 GB Speicherplatz. Das alles lag dann hier auf dem PC in einem Verzeichnis.

Neuer Webhoster

Wie schon im vorherigen Blogartikel angekündigt habe ich mir heute einen Webspace bei Manitu geklickt. Natürlich inklusive der Mailadressen die wie es sein soll per IMAP und SMTP nutzbar sind. Kurz nach Vertragsabschluss bekam ich dann auch die Zugangsdaten zum Kuden-Menü und konnte dort alle für mich wichtigen Dinge wie FTP, SSH und die ersten Mail-Adressen einrichten.

Dann habe ich dort erst mal via 1-Click-Installation WordPress installiert um eine Grundlage für meinen Restore zu haben. Als nächstes wurde der Ordner „wp-content“ aus dem WordPress-Verzeichnis des Mirrors an die passende Stelle im neuen Webspace hoch geladen.

Nun die SQL-Sicherungdatei die hier ja automatisch jeden Tag via Plugin erstellt wird extrahieren un dmit PHPMyAdmin in die SQL-Datenbank importieren. Danach konnte ich auf der alternativen Adresse für meinen Webspace schon mal sehen, dass die Seite prinzipiell wohl funktioniert.

Die Webseite nach dem Restore auf dem Webspace von Manitu

Zeit den Stöpsel zu ziehen

Also war die nächste Aktion dann, den Stöpsel bei Domainfactory zu ziehen. Doch halt, ich habe da ja noch seit 5 Tagen die Anfrage laufen, wie ich denn an den Auth-Code für den Domain-Transfer komme. Und außer einer Mail vom Autoresponder habe ich noch nichts erhalten. Also mal die Hotline anrufen. „Wegen der Umstellung der Mail-Postfächer haben wir derzeit ein erhöhtes Telefon-Support-Aufkommen“. Ach?! Wer hätte das gedacht. Und dann „Ihre Wartezeit beträgt 53 Minuten“. Ok, das warte ich nicht ab.

Die Suchmaschine meiner Wahl mit den Begriffen „Domainfactory“ und „Auth-Code“ gefüttert und schon fand ich bei einem ganz anderen Webhoster die Anleitung, wie man von Domainfactory zu ihm wechselt. Also Domain und Vertrag kündigen und dann gibt es den Auth-Code.

Was auch wieder nicht so einfach war. Denn wenn man auf „Weiter zur Prüfung“ klickt gibt es ein Captcha und danch muss man sich wieder einloggen. Und im ersten Anlauf kam nach dem Login dann „Captcha war ungültig“. Also nochmal die ganze Litanei, und siehe dann, nach dem korrekten Captcha dann das große Bedauern und viele Buttons ob ich nicht doch bleiben möchte. Nein, möchte ich nicht. Also Kündigung durchgezogen und kurz darauf tatsächlich den begehten Auth-Code in meiner Inbox gehabt.

Domaintransfer

Diesen habe ich dann bei Manitu im Kundenmenü eingetragen und dann hieß es, dass es schon mal eine Weile dauern kann. Was macht man in der Zeit? Erst mal Mail-Adressen konfigurieren. Und dann habe ich mal eine Testmail von einem anderen Konto an meine Mailadresse geschickt um zu sehen, wo die raus kommt. Sie schlug nicht in GoogleMail auf, also war diie Weiterleitung von Outlook schon deaktiviert. Also mal den Webmail-Client bei Manitu aufgemacht und siehe da, da waren plötzlich schon Mails in meinem Postfach. Super, dann kann ich ja gleich wieder Evolution einrichten und meine Mails wie gewohnt lesen ohne mich von Outlook im Webclient nerven zu lassen.

Und die Webseite

Na, wenn das mit den Mails schon so flott ging, wie sieht es dann mit der Website aus? Also mal aufrufen. Erst mal ein paar 404 Not found, dann war da plötzlich mein Blog. Also anmelden, aber hier stellte sich dann raus, dass weder mein Admin-Konto noch mein User-Konto funktionerten. Was tut man in dem Fall? Im Login-Screen gibt es einen „Passwort vergessen“-Link und wenn man dann die Mail-Adresse einträgt und die gehört einem User kann man sich einen Link zum setzen eines neuen Passworts schicken lasen. Das hat für den User Account gleich funktioniert, für den Admin-Account musste ich dann im Kundenmenü noch eine Weiterleitung von der „webmaster“ auf meine private Adresse einrichten.

Wem gehörst Du?

Als nächstes dann aber die Ernüchterung, WordPress sagt mir, dass 3 Plugins nicht aktualiisert werden können. Ooops, was ist da los? Also als Admin in WordPress angemeldet und über die Weboberfläche probiert. Ich bekomme eine Fehlermeldung, dass die Zip-Datei mit dem Plugin nicht angelegt werden kann.

Also Wechsel zu SSH und mal sehen was da los ist. Beim „ls -l“ wird schnell klar, dass es ein Rechte-Problem ist, die Dinge die ich via FTP hochgeladen habe gehören nämlich ienem User „ftpxxxxx“, damit WordPress funktioniert sollten die Verzeichnisse und Dateien aber einem User „sitexxxxx“ gehören. Also versuchen wir mal chown, aber nee, das geht als User nicht.

Nach ein wenig Suchen in der FAQ dann die Antwort, dass es im Kundenmenü einen Punkt „Dateiberechtigungen“ gibt der über Verzeichnisse dann rekursiv den Owner ändert. Das ausgeführt und schon kann ich Plugins installieren.

Gleich mal vom erfolgreichen Umzug bloggen

Also WordPress aufgemacht und los geschrieben. Doch plötzlich am oberen Fensterrand ein Balken mit „Die Aktualisierung ist fehlgeschlagen. Die Antwort ist keine gültige JSON-Antwort.“

Und auch das Hochladen des Screenshots wollte nicht. Also wieder suchen. Diverse Suchmaschinentreffer erklären mir, dass das mit den Permalink-Settings in WordPress zusammenhängt, wenn man die auf „einfach“ stellt geht es und es liegt wohl am nicht geladenen „mod_rewrite“-Modul.

Also nochmal SSH und die Apache-Konfiguration angeschaut, da wird „mod_rewrite“ geladen und nach all den postivien Erfahrungen mit Manitu heute halte ich es für unwahrscheinlich, dass die das falsch machen. Aber mittlerweile werde ich von usnerem Hund verhaftet und zu einem langen Spaziergang in der Sonne verdonnert.

Nach dem Zurückkommen dann mal die Idee, das alles in einem anderen Browser zu probieren. Also statt Chome mal Firefox und dort als Admin eingeloggt, und dort ging plötzlich die Sache mit den Permalinks, auch in der von mir favorisierten Einstellung.
Ich nehme also an, dass da wohl noch irgendwas im Browser-Cache war und das aber dank der ausgiebigen Hunderunde dann aus dem Cache entfernt wurde.

Fazit

Die Webseite ist wieder „online“, und der Umzug war viel einfacher als ich befürchtet hatte. Es war wohl diese unterschwellige Furcht vor dem „riesigen Aufwand“ das alles umzuziehen die mich viel zu lange bei Domainfactory hat verweilen lassen obwohl die Schmerzen immer größer wurden. Aber nach dem Stunt letzte Woche musste ich da einfach weg und ich bin froh, diesen Schritt endlich gemacht zu haben. Und heute habe ich jede Menge für die Kategorie „Today I learned“ gelernt.

Manitu ist als nun sozusagen der königliche Webhoster und ja, ich bin zufrieden. Alles läuft wie es soll, natürlich muss ich noch ein paar Feinheiten einstellen, z.B. die Mail-Filterung in Ordner via Procmail, aber da freue ich mich schon drauf, das ist für mich nämlich viel übersichtlicher als diese GUI-konfigurierten Filter die man nur mit wahren Klickorgien erstellen kann.