Das Thema der PayPal-Panne und die zeitweise Weigerung der Banken Lastschriften von PayPal zu bedienen schlägt weitere Wellen. Neben den 10 Euro die heute angeblich von PayPal auf die PayPal-Konten der Betroffenen gutgeschrieben wurden reagieren nun auch die Banken. Für unser Vereinskonto über das wir die Beiträge der Mitglieder einziehen kam neulich nämlich eine Vereinbarung über SEPA-Lastschriften.
Ich bin mittlerweile seit 35 Jahren Vorstand unseres Vereins und in all den Jahren haben wir natürlich die Beiträge möglichst per Lastschrift abgebucht, denn das ist für uns wesentlich bequemer als wenn ich Beitragsrechnungen verschicken muss und dann dem Geld quasi hinterherlaufen muss. Und diese Lastschriften haben auch immer mehr oder weniger problemlos funktioniert, hin und wieder kam es vor dass jemand vergessen hatte uns eine Kontoänderung mitzuteilen und dann platzt die Lastschrift und es werden extra Gebühren fällig. Aber alles in allem lief das „rund“ und ohne großartigen Papierkrieg.
Umso erstaunter war ich, als ich dieses Schreiben bekam, das ich dann doch bitte unterschrieben zurückschicken soll. Und im Schreiben gibt es dann ein „Lastschrift-Limit“, welches für uns auf 5800 Euro (in 10 Wochen) festgesetzt ist. Also habe ich mal meine Vereinsbuchhaltung kontrolliert und gesehen, dass wir dieses Jahr zum Jahresanfang Beiträge in Höhe von 5618 Euro eingezogen haben. Also ist das Limit knapp darüber und für mich bedeutet das, dass wenn ich dieses Jahr 4 Neuaufnahmen habe ich nächstes Jahr über dem Limit bin. Also habe ich der Bank eine Mail geschrieben, ob man das nicht gleich auf 8000 Euro erhöhen kann, damit wir „Luft nach oben haben“.
Heute kam ein Anruf von der Bank, nein das ginge nicht, das Limit muss sehr genau justiert werden um Betrugsfälle zu vermeiden. Das heißt für mich jetzt einen geänderten Workflow.
Bisher lief das ja so, dass ich im Vereinsverwaltungsprogramm den Beitragseinzug angestoßen habe, dann purzelt da eine SEPA.XML als Datei raus und die lade ich ins Online-Banking hoch und ein paar Tage später wird die Lastschrift eingezogen und gut.
Zukünftig darf ich erst mal einen „dry run“ machen, also den Lastschrifteinzug simulieren. Bin ich mit dem Gesamtbetrag dann unter dem Limit, dann Glück gehabt und gleich produktiv einziehen. Bin ich drüber, dann muss ich bei der Bank um eine Erhöhung des Limits nachsuchen, was dann wieder Bürokratie mit Papierversand bedeutet, also den produktiven Lastschrifteinzug um ein paar Wochen verzögert. Na klasse.
An der Stelle kommen mir einige Fragen in den Sinn:
- Nach etlichen Jahren die wir bei der Bank das Konto haben kommt jetzt quasi die Ansage, dass man uns nicht wirklich traut. Noch dazu handelt es sich ja um Lastschriften und mein letzter Kenntnisstand ist der, dass derjenige dessen Konto belastet wurde der Lastschrift jederzeit widersprechen kann und somit die Lastschrift auch „platzen“ lassen kann was dann das Konto des Einziehenden belastet. Das ist ja der Unterschied zum sogenannten „Abbuchungsauftrag“ bei dem ich der Bank mitteile: Firma XYZ darf abbuchen und ich weiß dass die Forderung berechtigt ist.
- Wie soll so eine Regelung bei Online-Shops funktionieren? Oder bei, genau Paypal, die ja dauernd irgendwelche Beträge per Lastschrift einziehen. Haben die auch ein Limit?
Insgesamt habe ich als Kunde jedenfalls das Gefühl, dass der Service der Bank sich mit solchen Maßnahmen verschlechtert hat, vor allem wenn ich die Sinnhaftigkeit anzweifeln muss. Und wenn ich dann beim Online-Banking noch sehe, wie die Bank fröhlich Werbung für Payback macht, dann kommen schon leichte Zweifel auf, ob das noch die richtige Bank für mich ist.