3D-Projekt Photostand

Oft druckt man am 3D-Drucker ja kleine Dinge aus. Wenn man von diesen dann einen Make hochladen will um z.b. dem Ersteller des Designs Feedback zu geben und vielleicht sogar bei Printables ein paar „Prusameter“ zu sammeln um günstig an Filament zu kommen, dann möchte man das gerade gedruckte Modell auch schön in Szene setzen. Also wäre ein passender Hintergrund nicht verkehrt. Wenn man nach „Photostand“ sucht finden sich etliche Designs. Ich habe ein paar davon ausprobiert.

Ich habe zwar auch ein kleines Photo-Zelt das man für größere Modelle nutzen kann, aber bis dieses aufgebaut ist… also dann was einfaches das mit mit einem Blatt Papier einen passenden Hintergrund zaubert.

Als Hintergrund für alle Versuche habe ich ein Blatt A4-Papier mit 160g/m² genommen, also doppelt so schwer wie das normale Druckerpapier.

Versuch 1: Viele Teile, Scharnier

Mein erstes Design das ich gesliced und auf den 3D-Drucker geworfen habe war dieses hier vom Designer Vasichkin. Die erste unangenehme Überraschung kam beim Drucken, die beiden Splinte welche die Scharnierachsen bilden sollen waren mehr oder weniger frei fliegend auf dem Druckbett platziert und wenn man keine Supports aktiviert, dann druckt man hier „Spaghetti“. Also habe ich diese Splinte isoliert, gedreht und in aufrechter Position nach gedruckt. Das hat aber nicht viel geholfen, denn diese Splinte waren für den beweglichen Teil zu dick, hier musste ich mit einem 4mm nach bohren, aber auch dann war es eher klapprig.

Der große Ärger kam beim Versuch das Papier einzulegen. Der Bereich in dem das Scharnier halten soll ist sehr schmal, und so passiert es, dass das Papier z.B. links gut eingelegt hat, wenn man es aber rechts einlegen will rutscht es links wieder raus. Nichts für Leute ohne Geduld. Außerdem sind die Splinte zu wackelig und brechen.

Hier sieht man die wackeling Konstruktion die nicht so richtig hält was sie verspricht.

Versuch 2: Klemmen und Lineale

Designer Vasichkin hat noch ein zweites Modell welches ich ausprobieren wollte.Dieses sah ob der Breite des Klemmbereichs deutlich besser aus, außerdem gibt es die Möglichkeit, hinten ein Lineal als Verstärkung zu klemmen. Also mal flugs gedruckt.

Der Druck war eigentlich problemlos, doch nach der genaueren Inspektion der Teile zeigte sich, dass am rechten Halter was „zusammengebacken“ ist. Ich habe dann versucht, den rechten Halter nochmals separat zu drucken, aber auch hier das gleiche Problem. Vielleicht müsste ich jetzt anfangen mit Druckparametern wie Flow Rate und Temperatur zu spielen um das Problem zu lösen, aber dazu habe ich dann auch nicht wirklich Lust.

In der Kurve ist der Spalt zusammen gebacken.

Ein weiteres Problem zeigte sich dann aber auch auf der linken Seite. Hier kann ich mein 160g-Papier zwar einfädeln, aber es läuft nicht tangential in die Horizontale sondern in einem Winkel nach unten.

Schlechter Winkel für das Papier auf der Ebene

Das heißt, dieser Photostand wir wohl eher mit schweren Modellen funktionieren die das Papier nach unten drücken.

Versuch 3: An den Enden geklemmt

Als nächstes habe ich dieses Modell vom Designer Kx ausprobiert. Hier wird das Papier in einen relativ weiten Bogen eingelegt, lediglich vorne und hinten am Bogen gibt es Klemmen. Ich habe die „Big“-Variante gedruckt und ausprobiert. Nach dem Drucken musste ich zwei der Klemmen mit dem Taschenmesser „aufschneiden“, aber das ging problemlos. Und ja, dieses Design funktioniert so wie ich mir das vorgestellt habe.

Photostand mit 160g-Papier

Fazit

Bei 3D-Druck-Projekten heißt es ja oft „use or create“. Ich gehe gerne erst mal auf die Suche nach passenden Modellen, denn selbst konstruieren kann sehr aufwendig sein. Allerdings zeigt dieser Versuch auch, dass man durchaus mehrere Anläufe brauchen kann bis man wirklich mit dem Ergebnis zufrieden ist.

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Über Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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