Ich bin ja neulich 65 Jahre alt geworden, d.h. ich kann mich noch an meine Kindheit erinnern, als das Apollo-Programm der NASA den Mond zum Ziel genommen hatte. Im Jahr 1968, also vor 58 Jahren wurde mit Apollo 8 das erste Mal der Mond von Menschen umrundet. Und am 20. Juli 1969 hieß es dann „the eagle has landed“ mit Neil Armstrong und Buzz Aldrin die beiden ersten Menschen auf dem Mond während Michael Collins in der Apollo-11-Kapsel den Mond weiter umrundete. Was war das damals für eine Sensation. Die Welt war sozusagen live am Fernseher dabei als Armstrong die berühmten Worte „A small step for a man, a great leap for mankind“ sagte.
Am 1. April 2026 ist Artemis II in Richtung Mond aufgebrochen, die 4-köpfige Besatzung wird den Mond ähnlich wie damals Apollo 8 mehrfach umrunden bevor sie wieder zur Erde zurück kehren. Und dieser Mondflug ist in den Medien bestenfalls eine Randnotiz und keine Schlagzeile mehr. Auch ich, der ja damals im Studium als allgemeinwissenschaftliches Wahlpflichtfach „Raumfahrt“ genommen hatte bekomme kaum was an Nachrichten von dieser Mission mit. Wie gesagt, das sind Randnotizen in den Medien. Und da fange ich an mich zu fragen, was diesmal anders ist?
Klar, in den 60ern gab es noch kein Internet mit Video-Streaming sondern eben nur ARD, ZDF und mit viel Glück das lokale dritte Programm über Antenne. Und die setzten eben das Thema „Mondlandung“ entsprechend in Szene, so dass alle Aufmerksamkeit darauf gerichtet war.
Heute ist unsere Gesellschaft von Krisen geschüttelt, wir haben seit 4 Jahren einen desaströsen Krieg weil Russland die Ukraine angegriffen hat und seit Ende Februar haben wir den nächsten Brandherd im Nahen Osten nachdem Israel zusammen mit der USA den Iran angegriffen hat und dieser nun die Straße von Hormus blockiert, was bei uns zu steigenden Benzinpreisen führt, andernorts aber auch zu Hungerkrisen, denn durch diesen Seeweg wurde auch zum Transport von Dünger genutzt was jetzt auch ausfällt und zu steigenden Preisen für Dünger führt. Es gibt Schätzungen, dass als Folge dieser Nahrungsmittelverknappung wir mit bis zu 45 Millionen Toten rechnen müssen.
Ja, auch in den 60ern gab es Kriege, aber die waren wie Vietnam weit weg und haben uns eher nicht betroffen. Doch heute haben wir eine Zeit der totalen Verunsicherung, denn der Dinosaurier namens „fossile Energien“ wehrt sich gegen das Aussterben. Und die Lobby ist finanzstark und hat mächtigen Einfluss auf die Politik, man sehe nur mal in unser deutsches Wirtschaftsministerium welches unter Robert Habeck noch eine Gaskrise nach dem russischen Angriff auf die Ukraine abgewendet hat. Jetzt sitzt da die Gas-Lobbyistin Katherina Reiche und will die erneuerbaren Energien möglichst stark ausbremsen, obwohl der Beginn des Iran-Krieges und die Preissteigerungen an den Tankstellen ein deutliches Signal senden dass es höchste Zeit wäre die fossilen Energien zu beenden und sich der Sonne und der Windkraft zu bedienen. Aber gut, ich schweife ab, zusammenfassend stelle ich einfach fest, dass der Bürger aktuell ganz andere Sorgen hat als sich zu fragen, wie es mit der aktuellen Mondmission läuft.
Damals in den 60er Jahren hatten Menschen noch Ziele und waren voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Man erinnere sich an die Ansprache von John F. Kennedy der das Mond-Programm damit einleitete, dass er „in diesem Jahrzehnt einen Menschen zum Mond schciken und ihn sicher wieder zur Erde zurück bringen will“. Das war noch ein zeitlich ziemlich exakt definiertes Ziel mit klar quantifizierbaren Faktoren um den Erfolg zu messen.
Und der aktuelle Dummschwätzer im Weißen Haus (sorry, mein Intellekt weigert sich diesen Deppen als Präsident zu bezeichnen, denn er ist eine Schande für dieses Amt) hat als Ziel nur „Make America Great Again“ heraus gegeben. Keinen Zeitrahmen, keine Definition von was „great“ heißen soll. In einem Podcast habe ich neulich gehört, dass nach einem Demokratie-Monitor die USA in Sachen Demokratie nun wieder auf dem Stand von 1965 zurück gefallen ist. Wow, das ist ja echt „great“.
Raumfahrt scheint 2026 kein „interessantes“ Thema mehr zu sein, zu groß sind die Probleme die dieser Planet hat und die werden wir auch nicht lösen können, wenn ein paar Menschen wieder ihren Fuß auf den Mond setzen werden.