Seit 35 Jahren bin ich Vorstand eines Schützenvereins hier in Bayern und in dieser Zeit hatte ich vel Verwaltungsaufwand der in Papierform mit der nächsthöheren Instanz (dem Schützengau Augsburg) abgewickelt werden musste. Das soll nun besser werden, denn der BSSB hat mit „Mein BSSB“ sowohl eine Webseite als auch eine App für Andorid und iOS aufgelegt, die Dinge wie z.B. Startrechtsänderungen stark vereinfachen soll. Ich habe mir das daher mal als App und Webseite angeschaut.
Die erste Überraschung erfolgt direkt nach dem Starten der App, man sieht folgenden Cookie-Hinweis.
Und es gibt nur die Option „Zustimmen“ und nicht wie bei anderen Apps oder Webseiten üblich „Ablehnen“ oder „Nur notwendige Cookies“. Egal, stimmen wir als mal zu.
Um mit „Mein BSSB“ arbeiten zu können muss man sich zunächst registrieren. Dazu gibt man den Vor- und Nachnamen ein, eine EMail-Adresse und die Nummer des Schützenausweises den man als Mitglied des BSSB hat. Dann bekommt man vom System eine Mail mit einem Button zur Bestätgung der Email-Adresse und dort gibt man noch sein Geburtsdatum zur Überprüfung ein und kann dann ein Passwort vergeben. Das Passwort habe ich mir natürlich mit KeepasXC erzeugen lassen, umso größer war dann mein Erstaunen, als mir diese Dialogseite folgendes anzeigte:
Ich meine, das angezeigte Passwort hat insgesamt 4 Sonderzeichen, sollte also den Anforderungen genügen. Tut es aber offensichtlich nicht und auch andere von KeepassXC erzeugte Zufallspasswörter wurden nicht akzeptiert. Also gut, dann verlagere ich das halt mal vom Smartphone auf den PC und stelle hier im Webbrowser die Registrierung fertig. Dort hat es dann auch mit dem nächsten von KeepassXC generierten Passwort geklappt.
Die aktuell sinnvolle Funktion in der App wäre dann die Anzeige des Schützenausweises:
Anders als die Plastikkarte die man für den Geldbeutel bekommt wird hier sogar eine Gültigkeitsdauer angezeigt. Insgesamt ganz nett, weil ich damit keine Plastikkarte mehr mit mir herumtragen muss, das Smartphone habe ich ja eh immer dabei.
Dennoch stelle ich mir die Frage, ob diese Do-it-yourself-App großen Anklang finden wird. Denn wenn ich jetzt mal beispielhaft in unseren Verein schaue, dann sieht die Alterstruktur dort so aus:

Das heißt, wir haben ein Durchschnittsalter von etwas über 60 Jahren und da stelle ich mir schon die Frage, wie viele unserer Mitglieder gewillt sind, sich eine „Mein BSSB“-App auf ihr Smartphone zu installieren. Vor allem wenn man dann noch die oben beschriebenen Probleme beim Passwort-Setzen hinzunimmt, das dürfte die Akzeptanz doch torpedieren.


