Das Horror-Filament

Seit etwa 5 Jahren mache ich zuhause 3D-Druck, zunächst mit einem Sovol SV01 und mittlerweile mit einem Creality Ender 3 V3 Plus. Und in all den Jahren habe ich diverse Druckprobleme gesehen und behoben, angefangen vom Warping über mangelnde Haftung auf dem Druckbett usw. Und bisher habe ich es immer vermieden, Filamentspulen mit Restinhalt wegzuwerfen, denn damit kann man bei Bedarf ja immer noch kleine Dinge wie Einkaufswagenchips etc. drucken. Diesmal wird jedoch ein Filament in den Müll wandern, denn es hat mich genügend genervt.

Es geht um ein PETG Filament in der Farbe cremeweiß das ich mir mal besorgt habe um meine selbstwässernden Pflanztöpfe zu drucken. Und schon damals fiel mir auf, dass dieses Filament sehr schlecht druckt, um überhaupt halbwegs gute Ergebnisse zu erreichen muss man das „Slow“-Druckprofil wählen, also mit verminderter Geschwindigkeit drucken. Ok, kein Problem, machen wir halt einen auf Nostalgie und drucken mit einer ähnlichen Geschwindigkeit wie damals mein erster 3D-Drucker.

Gestern fragte mich jemand, ob ich ein Fake-Wespennest drucken könne. Hey, das ist kein Problem und genau das richtige für dieses miese Filament, wenn da der Druck ein wenig „saut“ fällt es eh keinem auf. Gesagt getan, gestern abend ging das Ding auf den Drucker, und heute früh sah es dann so aus.

Das fertig gedruckte Fake-Wespennest

Auf der Druckplatte sieht man jede Menge Filament-Krümel die daher kommen, dass die Infill-Geschwindigkeit immer noch bei 100mm/s lag und damit viel zu hoch für dieses Filament. Aber wie gesagt, das Ding ist gedruckt und erfüllt seinen Zweck. Und da noch genügend Filament für ein zweites Exemplar auf der Rolle war habe ich es nochmal durch den Slicer geschickt und nun auch die Geschwindigkeit für Infill-Strukturen auf 45mm/s reduziert. Und siehe da, mit diesem Schneckentempo druckt das Ding halbwegs gut.

Die Ernüchterung kam dann heute nach der Mittagspause als ein Blick auf das Kamerabild mir zeigte, dass ich aktuell wohl nur noch Luft drucke. Die Düse war schon ein paar Millimeter über dem Modell. Nanu, was ist da los. Erst mal den Druck stoppen und dann analysieren.

Das Filament zu entladen war schon schwierig, denn es steckte wohl im Teflonschlauch fest. Aber mit genügend dosierter Kraft gelang es mir, das Filament aus dem Schlauch zu bekommen. Und was sehe ich da?

Die Problemursache, ein Knubble im Filament.

Wie man auf obigem Bild in der Bildmitte sehen kann hat das Filament hier eine Verdickung die dann im Teflonschlauch festgesessen ist. Mal das Mikrometer rausgezogen und nachgemessen, statt der 1,75mm Solldurchmesser haben wir hier 2,17 mm. Es sieht so aus, als wäre hier versucht worden, das Filament zu verbinden. Sunlu hat für so etwas einen Filament-Connector herausgebracht der das laut diversen Erfahrungsberichten besser macht, also keinen Knubbel an der Verbindungsstelle erzeugt.

Bei einem PETG das mit knapp 20 Euro schon im höheren Preissegment liegt hätte ich mir deutlich mehr Qualität erwartet. Also fliegt das jetzt verdient auf den Müll, denn es hat mich genug genervt. Und den Hersteller werde ich zukünftig meiden.

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Über Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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