Anfang Mai wurde bei uns eine Wärmepumpe installiert. Die hatten wir schon im Frühjahr 2025 bestellt und durften dann nach Auftragsbestätigung gleich mal die erste Teilrechnung in Höhe von über 12.000 Euro überweisen, die Wärmepumpe sollte dann noch im Sommer 2025 installiert werden. Tatsächlich hat es dann jetzt bis Mai gedauert und die Firma welche die Installation macht freut sich bestimmt über ein zinsloses Darlehen über 14 Monate und mehr als 12.000 Euro. Am 8. Mai waren die Arbeiten abgeschlossen und die Handwerker waren kaum vom Hof gefahren, da traf auch schon die Schlussrechnung per Mail ein. Sie zu bezahlen ist natürlich für mich Ehrensache, denn immerhin haben die ja geliefert. Nur, es wäre jetzt schön, wenn ich wüsste wie es mit der beantragten Förderung weiter gehen soll.
Denn die KfW hat uns ja im letzten Jahr schon zugesagt, dass wir einiges von den Kosten der Wärmepumpe gefördert bekommen sollen. Also habe ich nach der Rechnung mal per Mail bei der Firma angefragt, wie das nun weiter geht. Und obwohl der rechnungschreibende Mitarbeiter bei der Firma in der Mail immer schreibt „Gerne stehe ich Ihnen bei ihren Fragen beratend zur Verfügung“ muss ich dies doch in die Schublade „Floskel, unnütz“ einsortieren, denn alle Fragen die ich bisher gestellt habe, egal ob zur Förderung oder zu technischen Problemen mit einer „Fehlermeldung F75“ wurden bislang nicht beantwortet. Und auch bei telefonischen Anfragen werde ich nur immer weiter vertröstet, aber eine kompetente und nützliche Antwort habe ich in mittlerweile fast 4 Wochen nicht erhalten.
Vom KfW-Portal konnte ich sehen, dass ich als nächstes eine BnD-ID (Bestätigung nach Durchführung) brauche um im Workflow weiter zu machen. Woher nehmen und nicht stehlen…?
Dann fiel mir ein, dass wir die KfW-Förderung ja damals über einen Förder-Profi beantragt haben und darum habe ich den gestern angerufen. Den ersten Adrenalinschub gab es dann als beim Anruf der Nummer die auf den Info-Blättern vom letzten Frühjahr nur die Ansage kam „Diese Nummer ist uns nicht bekannt.“. Also über die Webseite gesucht und eine aktuelle Nummer gefunden. Der Mitarbeiter dort konnte mir sehr schnell Auskunft geben und versprach, mir die Mail mit der BnD-ID weiter zu leiten. Die war dann auch nach einer Minute in meinem Postfach und ich musste feststellen, dass sie am 19. Mai an die Wärmepumpenfirma geschickt wurde und auch an mich, bei mir muss sie wohl aber im Spamfilter hängen geblieben sein und mir beim Löschen der Spam-Mails (was ich regelmäßig mache) auch nicht aufgefallen sein.
Egal, jetzt habe ich endlich die gewünschte BnD-ID, also ab ins KfW-Portal und die Rechnungen hochladen. Der erste Frust kommt schon, dass es wohl für jede mögliche Förderung der KfW eigene Portale gibt und wenn man auf das Falsche klickt, dann trägt der Passwort-Manager des Browsers zwar die Zugangsdaten ein, aber die funktionieren trotzdem nicht. Also suchen wir nach Meine KfW 458 um uns anzumelden. Dann endlich die BnD-ID eintragen.
Die nächste Frage ist, ob der Rechnungsbetrag in Höhe von knapp über 30.000 Euro stimmt. Nein, eigentlich nicht, denn die Wärmepumpenfirma hat mich angerufen als die Handwerker vor Ort waren und mir in bester Scammer-Manier ein Upgrade des Warmwasserspeichers angedreht dem ich wohl nicht zugestimmt hätte, wenn ich Zeit zum Überlegen und Vergleichen gehabt hätte. Und natürlich wurde auch die Frage, ob die Zusatzkosten dann auch gefördert werden von der Firma ignoriert. Ihr merkt schon, dass ich mit dieser Firma alles andere als zufrieden bin, oder?
Egal, dann machen wir halt mal mit dem Betrag aus dem Antrag weiter, immerhin wartet am Ende ein dicke Förderung. Also mal die Schlussrechnung hochladen, die Rechnungsnummer ins Formular eintragen und auch den Endbetrag, Dinge die jedes halbwegs brauchbare OCR-System dem PDF-Dokument entnehmen könnte und die mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auch in dem Dokument der BnD-ID enthalten sind. Also sinnfreies Übertragen von Daten in Formulare.
Egal, abschicken und dann „Laden Sie eine Meldebescheinigung hoch“. Ach? Wo bekomme ich die jetzt am Mittwochabend her? Oh, man kann es bei der Stadt Augsburg online beantragen, dazu muss ich mich nur mit meiner Bund-ID und dem elektronischen Personalausweis anmelden. Dem gleichen Personalausweis den ich auch zur Verifizierung bei der KfW nutzen musste und der meine Meldedaten enthält. Nur, dass die Anmeldung via ePerso bei der KfW anscheinend nur noch per Smartphone geht und nicht über die AusweisApp am PC. Aber bei der Stadt geht das auch über den PC und schon beim zweiten Anlauf kann ich die Meldebescheinigung mit den Daten aus meinem ePerso bei der Stadt runterladen und beim KfW Portal hochladen. Auch wieder ein aus meiner Sicht komplett unnötiger und sinnfreier Arbeitsschritt.
Doch damit ist es längst noch nicht geschafft. Jetzt soll ich einen Grundbuchauszug hochladen. Und den gibt es nicht so ohne weiteres online, denn dafür muss man in der einfachen Version 10 Euro abdrücken. Immerhin kann ich das online beantragen, aber dazu brauche ich meinen ePerso und…. eine Bayern-ID. Wäre ja auch zu einfach, wenn ich das mit der Bund-ID machen könnte, oder?
Und ja, eine Bayern-ID hatte ich mal, die habe ich wenn ich mich recht erinnere während der Corona-Zeiten angelegt um Impftermine im Impfzentrum zu bekommen. Nachdem sie dann aber nie mehr genutzt wurde habe ich erst vor ein paar Monaten den Hinweis bekommen, dass sie nun gelöscht werde, weil sie eben nicht benutzt wird. Tja und schon brauche ich sie wieder.
Also egal, registrieren wir uns halt erneut. Da muss ich dann auch einen Benutzernamen und ein Passwort anlegen. Und ja, wie ich gerade probiert habe, auch damit kann man sich anmelden…. nur ist das ein eingeschränkter Zugang mit dem man z.B. nicht alle Nachrichten im Postfach lesen kann. Um die hoch vertraulichen Nachrichten im Postfach zu lesen muss man sich wieder… ihr ahnt es sicher schon… mit dem e-Personalausweis anmelden. Spätestens jetzt hätte ich gerne ein Beißholz.
Aber immerhin, auch hier kann ich zweiten oder dritten Anlauf einen Grundbuchauszug anfordern, wenn ich erklären kann, in welchem Grundbuch auf welchem Blatt das steht. Zum Glück hatte ich die Unterlagen vom Notar vom Hauskauf vor 26 Jahren noch griffbereit und konnte daher genau bis zur Flur-Nummer im Grundbuch spezifizieren was ich will.
Nun ist der Antrag auf den Grundbuchauszug beim Amtsgericht eingegangen und ich darf mal wieder warten, bis dieser bei mir ankommt.
Und dann frage ich mich wieder, warum muss das alles so seltsam sein. Wie gesagt, die Daten der Meldebescheinigung sind nicht anders als die Daten die auf meinem ePerso hinterlegt sind, warum also dieser bürokratische Schritt. Und auch das Thema Grundbuchauszug ist wieder nur ein weiteres Hindernis über dessen Sinnhaftigkeit man trefflich streiten könnte.
Aber gut, vielleicht brauche ich das alles auch wenn es um die Förderung unserer Dachsanierung geht, dann habe ich die benötigten Unterlagen dann wenigstens schon parat.