Heute wird eine Artikel auf Social Media geteilt in dem Amazon-Gründer Jeff Bezos darüber spricht, dass Künsttliche Intelligenz kein Job-Killer sei, sondern eher das Gegenteil. „AI is going to create a labour shortage because it’s going to make it possible for people to identify more problems,” sagt er. Und schon triggert das meinen ganz persönlchen Bullshit-Detektor. Und dann spricht er davon, dass er zum Mond will um diesen als Sprungbrett für die Kolonisierung des Mars nutzen will. Die Erkundung des Weltraum wäre notwendig für das Wirtschaftswachstum das gleichzeitig die natürlichen Ressourcen schützen soll.
Fangen wir mal mit der These an, dass Künstliche Intelligenz Arbeit schafft weil sie mehr Probleme identifizieren kann. Natürlich kennen wir alle die Stories der KI Modelle die Software auf potentielle Schwachstellen untersuchen und dann Bug-Reports posten was letztlich dazu führte, dass viele Softwareprojekte nur noch Bug-Reports von Leuten annehmen die langjährige Contributors sind, denn die Lawine aus AI-generierten Bugs hat vor allem eines erreicht, nämlich dass die Entwickler viel zu viel Zeit in die Sichtung dieser KI-generierten Bug-Reports stecken müssen und so praktisch nicht mehr zu ihrer eigentlichen Aufgabe kommen.
Und wenn wir von Problemen sprechen die wir lösen wollen, dann fallen mir jetzt spontan die 17 Ziele für eine nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen ein. Und dann frage ich mich, was Künstliche Intelligenz tun kann um diese Ziele zu erreichen, also ganz konkrete Probleme die von vielen Menschen erkannt und denen eine entsprechend hohe Priorität zugeordnet wurde zu lösen. Wenn ich Ziel 6 „Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen“ sehe, dann sehe ich auch den Interessenkonflikt zwischen Menschen die sauberes Wasser haben wollen und dem Wasserbedarf eines Superscaler-Rechenzentrums. Einige Kommentatoren behaupten gar, Bezos habe gesagt, dass der Wasserbedarf von KI wichtiger wäre als der von Menschen, aber dafür finde ich gerade keine belastbare Quelle. Unabhängig davon erleben wir gerade wieder einen extrem heißen Sommer und während wir bei Temperaturen weit über 30 Grad schon hart am Limit sind gibt es Gegenden die noch mehr haben und in denen es voraussichtlich zu Verteilungskämpfen umSauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen das verbliebene Trinkwasser kommen wird. Sollen wir uns jetzt also auch noch mit einer KI ums Wasser kloppen?
Seine Raumfahrt-Träume mag ich eigentlich gar nicht groß kommentieren. Während andere ältere Menschen (Bezos ist 62) sich im Alter mit ihrer Modelleisenbahn beschäftigen träumt Bezos halt von der Besiedlung des Mondes. Und ja, das notwendige Geld dazu hat er, aber ist das tatsächlich ein Ziel, dessen Erreichen das Leben der Menschen hier auf dem Planeten verbessert. Oder ist es nur ein notwendiges Geldverbrennen um das Wirtschaftswachstum anzukurbeln?
Ja, ich bin auch an Raumfahrt interessiert, aber ich sehe aktuell zu viele Probleme auf dieser Welt als dass ich mich irgendwelchen romantischen Träumen von der Besiedlung des Weltalls hingeben würde. Die größten Probleme unserer Zivilisation sind bekannt und manche davon wären mit Geldbeträgen die für Bezos oder gar Musk unter „Portokasse“ fallen dürften zu lösen. Dass sie nicht gelöst sind werte ich als ein Zeichen, dass Menschen wie Bezos oder gar Musk gar nicht an unserer Gesellschaft interessiert sind sondern einfach nur an sich selbst.
@rainer Artikel ist fake
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