Stift-Schwinger

Knapp 6 Jahre ist es nun her, dass ich das Thema Zeichnen am PC ausprobiert habe. Und ich habe damals sogar einen Kurs für das Zeichenprogramm Krita absolviert um mir die technischen Fähigkeiten im Umgang mit diesem Programm anzueignen. Doch dann verschwand irgendwann die Schachtel mit dem Graphiktablet auf dem Schrank und ich hatte andere Dinge im Kopf. Irgendwann fing ich dann mit dem 3D-Druck an und habe mir sogar einen Tablet-Halter gedruckt der aber seitdem auch unbenutzt in der Schreibtischschublade vor sich hin gammelte. Doch Ende Mai sollte sich das ändern…

Da wurde ich bei einer Followerein auf Mastodon nämlich auf den Hashtag „#Monatsmalerei“ aufmerksam. Auf die Frage was das ist lernte ich, dass es in jedem Monat eine Auswahl von Themen gibt zu denen man was zeichnen soll und da dachte ich dann bei mir, dass ich das auch mal ausprobieren könnte. Denn das Werkzeug dazu habe ich ja. Also wurde nun der 3D-gedruckte Tablethalter einem Praxistest unterzogen.

Blick auf meinen Schreibtisch. Im Hintergrund die beiden Monitore, vorne die ergonomische Tastatur und die Maus. Dazwischen auf dem 3D-gedruckten Tablethalter dias Graphitablet und rechts davon der Tabletstift.
Mein Zeichensetup auf dem Schreibtisch.

Im folgenden zeige ich Euch nun die bisherigen Ergebnisse meiner Monatsmalerei.

1. Juni: „rutschfest“

Wie bitte schön stellt man „rutschfest“ in einem Bild dar. Ich habe eine Weile überlegt und dann fiel mir der Gecko ein der dank seiner Saugnapf-Füße auch an senkrechten Wänden hoch laufen kann.

Man sieht einen Gecko der auf einem grünen Blatt sitzt.
Garantiert rutschfest

3. Juni: „Zeitfenster“

Auch hier war wieder die Phantasie gefragt. Ich habe mir dann ein Fenster vorgestellt durch das man in die verschiedenen Epochen der Vergangenheit und möglichen Zukunft schauen kann.

Das Bild zeigt ein Zeitfenster das links einen T-Rex vor einem ausbrechenden Vulkan zeigt, in der Mitte 3 Pyramiden im Wüstensand und rechts eine Rakete auf einem fremden Himmelskörper.
Meine Illustration zu „Zeitfenster“

Den T-Rex habe ich nachgezeichnet indem ich ein passendes Bild als Vorlage drunter gelegt habe. Doch beim „Füllen“ des T-Rex ging das nicht so wie ich mir das vorgestellt dlarum hat der nun eine etwas „individuelle“ Textur.

5. Juni: „dieses Abo wollte ich nicht“

Oh, das war einfach, mir war gleich klar, dass ich ein wenig gegen die Künstliche Intelligenz stänkern will und habe daher ein Cover der (fiktiven) Zeitschrift „Playbot“ entworfen die dann von den KI-Assistenten im Haus abonniert wird.

Das Bild zeigt das Cover eines fiktiven "Playbot"-Magazins. Dort sieht man einen sehr kantigen Roboter und die Schlagzeilen "Siri & Claude, sind sie ein Paar? (Siri könnte seine Oma sien)", "Defekte Fake-Speicherchips, droht uns die digitale Demenz" und "Die 10 dümmsten User-Prompts - Wie man darauf reagiert".
Wenn der KI-Assistent Zeitschriften bestellt.

Die große Herausforderung hier war die Perspektive des Roboters, der trotz allem sehr kantig ist und aussieht als wäre er einem schlechten SF-Film der 50er Jahre entsprungen. Die Texte waren dann ein Lernschritt für das Text-Tool in Krita und der Magazin-Name musste nochmal hoch skaliert werden da Krita keine so großen Schriftarten anbietet.

8. Juni: „Küchenutensilien wortwörtlich: Spätzlehexe“

Mit der Idee eine Hexe zu zeichnen die Spätzle auf den Tisch zaubert war ich wahrlich nicht alleine wie ein Blick auf die anderen Einreichungen zeigte.

Man sieht einen Tisch auf dem ein Teller voller Spätzle steht. Hinter dem Tisch steht eine Hexe die ihren Zauberstab schwingt. Vom Zauberstab gehen Sternchen zu den Spätzle.
Spätzle, hex hex.

Auch hier wieder die Herausforderung, den Tisch mit dem Teller halbwegs perspektivisch zu zeichnen. Die Sternchen vom Zauberstab hin zu Teller waren hingegen ganz einfach mit dem „Sternchen-Pinsel“ zu machen.

10. Juni: „Fahrstuhl“

Hier fiel mir in Erinnerung an meine Krankenhausaufenthalte zum Jahreswechsel dann ein Krankenfahrstuhl ein.

Ein Krankenfahrstulhl in blau.
„Fahrstuhl“

12. Juni: „Himmelbett“

Auch hier hatte ich sehr schnell die Idee eines Bettes in den Wolken, inspiriert von dem Vorspann der Heidi-Zeichentrickfilme bei denen Heidi auf einer Wolke liegt. Aber natürlich sollte es ein richtiges Bett sein.

Ein Bett schwebt mit Hilfe von 4 an den Pfosten angebundenen Ballons in den Wolken. Im Bertt sieht man einen zufrieden Schläfer. Vom Bett geht eine Strickleiter nach unten.
Tief schlafen war gestern, heute haben wir ein Himmelbett

Auch hier wieder das Problem der Perspektive und die Wolken waren auch nicht ganz einfach zu zeichnen.

15. Juni: „AutoAltReverse, wir malen ein Bild zu @schnagis autoALT“

Also das läuft so, es gibt einen ALT-Text für ein Bild, welcher das Bild für Menschen mit Sehbehinderung beschreibt. Für diesen Monat war der Alt-Text dieser:

„A hand-drawn sketch depicting a whimsical landscape with a mountain, a cross at the peak, and a village by the water. Several abstract figures are seated near the shoreline, with one figure appearing to wave. Above, a stylized skull hovers.“

„Sketch“ habe ich dann erst mal mit „Strichzeichnung“ verknüpft und dabei kam dann folgendes Bild heraus:

Eine Strichzeichnung zum Thema des AutoALTReverse
„Skzze zum Thema“

Bei den Figuren war mir klar, dass ich an meinen Skills zum Figuren-Zeichnen noch arbeiten muss. Das war etwas ernüchternd und das nächste Thema wollte ich zunächst gar nicht zeichnen sondern mir erst mal ein Buch über das Figuren zeichnen zu besorgen um das besser zu lernen. Doch dann ließ ich mich doch dazu überreden eine schnelle Zeichnung zu machen.

16. Juni: „Hold my Beer“

Also immer wenn jemand sagt „hold my beer“ wird er danach etwas aus der Kategorie „Fauxpass bis schwere Dummheit'“ machen. Ich habe mich bei dem Thema dann gleich mal als politischer Karikaturist versucht.

Das Bild zeigt eine Karikatur von Friedrich Merz der sagt "Linnemann, halten sie mal bein Bier während ich die AfD halbier..."
Karikatur mit Friedirch Merz

17. Juni: „Fahrzeughalter:in“

Die Idee dazu war einfach, mit zwei Kindern die man mit solchen Dreirädern durch die Gegend geschoben hat war es nicht allzu schwer das als „Fahrzeughalterin“ zu zeichnen. Auch wenn die Figuren immer noch verbesserungswürdig sind.

Eine junge Frau hält ein Dreirad mit einem kleinen Kind an der Schubstange des Dreirads.
„Fahrzeughalterin“

19. Juni: „Kässpatzen“

Die hatten wir ja schon weiter oben, aber diesmal dachte ich mehr an die Vögel die auf einem Stück Käse sitzen.

Man sieht einen Teller auf dem ein Stück löchriger Käse steht. Auf dem Käse sitzen zwei Spatzen.
Kässspatzen

Das Zeichnen dieses Bildes war relativ simpel. Zuerst eine Ebene mit dem Teller, dann eine Ebene mit dem Käse. Die eigentliche Herausforderung waren die Löcher im Käse. Hier habe ich mit der elliptischen Auswahl die Löcher definiert und dann mit dem Airbrush-Pinsel dort mit hellerem oder dunklerem Gelb gearbeitet, das dank der Auswahl ja auch nur auf die kreisförmige Fläche limitiert war.

Die Vögel habe ich auch von einer Vorlage nachgezeichnet. Zunächst den rechten Vogel, dort habe ich aber vergessen die Form aus zusamengesetzten „Auswahlen“ erst mal mit weißer Farbe zu füllen, darum ist der Hintergrund weiß, denn der Bauch des rechten Vogels ist transparent. Beim linken Vogel war ich dann schlauer.

Fazit

Ich glaube, ich habe ein neues Hobby für mich entdeckt. Mir gefällt die Idee, was zu zeichnen, bereits in der Schule damals hatte ich dafür auch Interesse und auch ganz gute Noten. Und das schöne beim Zeichnen am PC ist, dass die Kunstwerke keinen physischen Raum beanspruchen sondern nur Plattenplatz auf der Festplatte, und davon gibt es noch jedem Menge. Und nebenbei kommen die technischen Skills wieder, ich bin zwar noch weit davon entfernt Krita wie ein Profi zu nutzen, aber mit jeder neuen Zeichnung wird es besser.

Und ich merke, wie dieses virtuelle Pinselschwingen mir auch hilft, den Stress des Alltags zu kompensieren. Und natürlich macht es auch Spaß seine eigenen Entwürfe mit denen der anderen Teilnehmer an diesem Spiel zu vergleichen. Oft hat man ähnliche Ideen, manchmal kommen aber ganz neue Ideen bei den Themen heraus.

Und die nächsten beiden Bilder für diesen Monat habe ich natürlich auch schon vorbereitet, aber die kann ich jetzt hier nicht posten, sonst wäre ja die Überraschung weg.

3 Kommentare zu „Stift-Schwinger

  1. @rainer
    Das ist echt toll geschrieben. Und auch die Hintergrundinfos, wie du auf welche Bild-Idee gekommen bist. Sehr interessant.

  2. @rainer
    So schön
    Und es ist auch bei mir so, das zeichnen ist ein Weg aus dem Alltagsstreß.
    Und das Gespräch mit den ganzen netten Menschen hier ist auch toll.

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