Integrale und Latenzen

Meine PV-Anlage läuft jetzt schon eine ganze Weile und die Integration in Home Assistant klappt eigentlich ganz gut. Dennoch gab es ein paar Dinge, die ich mir erst mal nicht so richtig erklären konnte. Home Assistant hat ja ein Energie-Dashboard welches die Verbrauchsdaten anzeigt und das als buntes Bild darstellt.

Das sah am Anfang bei mir so aus:

Bild der Energieverteilung. Man sieht um "Home" einen blauen Kreis.
Keine Aufschlüsselung des Hausverbrauchs.

Eigentlich sieht es ganz plausibel aus, doch der Ring um „Home“ sollte nicht blau sein, sondern orange und grün gefärbt sein um die Anteile von PV-Strom und Batteriestrom die verbraucht wurden zu visualisieren. Das hat bei mir auch in den frühen Morgenstunden funktioniert, aber spätestens gegen Mittag war der Ring dann wieder blau.

Ich hatte auch einen Thead in der Smarthome Communitiy gestartet wo wir das Thema diskutiert haben, allerdings mit der Ausgangssituation dass mein Haus gar keine Energie verbraucht hat (zumindest behauptete das dieses Dashboard). So gesehen war ein Wert größe als Null schon ein Fortschritt, aber warum wird die Aufteilung nicht angezeigt?

Also Blackbox-Debugging. Fein. Man kann sich im Dashboard die Werte für einen Tag runterladen, das ganze ist dann eine CSV-Datei die in den Zeilen die konfigurierten Sensoren hatte und in den Spalten Zeitstempel in UTC im 5-Minuten-Takt, echte Werte gibt es aber nur zu jeder vollen Stunde.

Unter den Zeillen für die konfigurierten Sensoren stehen dann auch die errechneten Wert. Und da fiel mit auf, dass in manchen Spalten zur vollen Stunde der errechnete Hausverbrauch negativ war. Also hätte das Haus selbst Strom einspeisen sollen um so ein Ergebnis zu bekommen.

Also meine Sensoren angeschaut. Viele der Entitäten die mir die EcoFlow-Integration bietet liefern Leistungswerte in kW, aber eben keine Energiewerte in kWh. Das Energie-Dashboard will für diese Energieverteilung aber die Energiewerte in kWh, d.h. ich muss mit einem Home-Assistant Integral-Helfer die Umrechnung von kW nach kWh machen. Kilowattstunden heißt, dass über die Zeit integriert werden muss, denn es gibt keine Formel die da sagt kWh=kW*x. Nein, wir tragen die Leistungskurve (Kilowatt) entlang der Zeitachse und integrieren darüber, ermitteln also die Fläche unter der Kurve als kWh.

So weit so gut, oder auch schlecht. Denn die Leistungskurve ist eine Annäherung bei der in zyklsichen Abständen ein Messwert gemessen wird, dieser dann eine Datenpunkt ergibt und nach einem Messintervall kommt der nächste Datenpunkt.

Für die Leistung der PV-Anlage habe ich die Entität zwei Entitäten pv1Pwr (Ostseite) und pv2Pwr (Westseite) benutzt und mit dem Integra-Helfer in kWh umgerechnet. Für die Akku-Energie stellt jeder Akku bereits seine Lade- und Entlade-Energie in kWh bereit.

Jetzt schauen wir uns mal die pv1Pwr Entität an.

Der zeitliche Verlauf des pv1Pwr Sensors zeigt nur sehr sporadische Änderungen.
Die gemessene pv1Pwr Leistung am 24.07.2026

Hier sehen wir über den Tagesverlauf eine eher Treppenförmige Kurve deren Datenpunkte nicht oft aktualisiert werden. Und noch dazu kommen die Werte womöglich Zeitversetzt an, d.h. wenn das Energie-Dashboard zu jeder vollen Stunde den Verbrauch ermittlen will, der aber 5 Minuten später aktualisiert wird, dann haben wir vielleicht mit unserem Integral-Helfer einen zu kleinen Wert.

Auf der anderen Seite habe ich die Ladeenergie der Akkus in kWh und diese Entität aktualisiert sich tatsächlich deutlich öfter pro Stunde.

Die aufsummierte Ladeenergie einer der drei Solar-Baterien. Man sieht mehrere Treppchen innerhalb einer Stunde.
Ladekuve eine Solar-Batterie

Damit ist das Problem eigentlich klar. Die Akku-Daten die ja viel öfter aktualisiert werden als im ungeünstigsten Fall die PV-Energie vom Dach sagen, dass in der letzten Stunde mehr in den Akku gepumpt wurde als vom Dach kam. Und vom Stromnetz kam nichts, also muss wohl „Home“ Strom produziert haben.

An dieser Stelle habe ich dann mal überlegt, ob es noch andere Integrationen für meine PV-Anlage gibt, die eine HACS-Integration muss ja nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Und darum habe ich mal in einer virtuellen Maschine eine aktuelle Home Assistant Testumgebung aufgebaut um andere Intetgrationen auszuprobieren, aber das was ich testen konnte lieferte keine Entitäten.

Also brauche ich eine Leistungskurve die akkurater ist als pv1Pwr. Mein Blick fiel dann auf mpptPv1_pwr, eine Kurve die deutlich öfter Messpunkte bekommt und damit ein genaueres Integral erzeugen müsste.

Der mpptPv1_pwr Sensor zeigt eher eine Kurve als eine Treppe an.
Die vom mpptPv1_pwr Sensor gemessene Leistung am 24.07.2026.

Das sieht doch shcon mal nicht schlecht aus. Ich habe daher meine Integral-Helfer nun so umgestellt dass sie mit den mppPvX_pwr Sensoren die Energie für Ost- und Westseite ermittlen. Und dann sieht meine Energieverteilung dann so aus:

Bild der Energieverteilung. Man sieht dass die PV-Anlage 40,2 kWh erzeugt hat, davon gingen 7,1 kWh an den Akku und 23,7 kWh wurden ins Netz eingespeist. Der Ring um "Hom2 ist zu etwa 75% Orange (für PV) und 25% grün (für Akku).
Der Ring um Home ist jetzt bunt.

Nun ist der Ring um „Home“ bunt und zeigt an, dass wir etwa 75% des Verbrauchs heute vom Dach bekamen und 25% aus der Batterie geholt haben. Später am Abend wir dann der orange Bereich größer werden, denn die Batterie ist voll und nun kommt alles vom Dach.

Und die Werte passen annähernd mit dem zusammen was mir die EcoFlow-App am Smartphone anzeigt. Aber auch hier habe ich eine Blackbox, denn ich weiß nicht, wie dort die Kilowattstunden ermittelt werden und welche Sensoren diese App auswertet.

Am Ende, also wenn ich irgendwann vom Stromversorger mit einem Zweirichtungs-Zähler ausgestattet bin wird eh nur interessant sein, was ich vom Netz beziehe bzw. Einspeise um dafür die karge Einspeisevergütung zu erhalten. Wann das so weit ist kann ich aber aktuell nicht sagen, ich fürchte besonders schnell wird der Zählertausch nicht ablaufen.

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