Natürlich gab es auch im Juli eine Zeichnen-Challenge bei der Monatsmalerei mit vielen Themen welche die Kreativität schon strapaziert haben. Und natürlich auch die Skills in Sachen Bedienung von Krita und das Zeichnen an sich. Hier die Bilder die ich zur Challenge eingereicht habe.
1. Juli: Der laufende Meter
Das war eine Herausforderung, denn ich hatte zwei Assoziationen mit dem Begriff „laufender Meter“. Die eine war das Bild eines Meterstabs der zum Leichtatlehten wurde indem ich ihm ein Gesicht verpasst habe.

Die zweite Assoziation war die Erinnerung an meine Englisch-Lehrerin in der 12. Klasse der Fachoberschule hier. Sie war ein echter „laufender Meter“, denn ihre Körpergröße war nicht viel mehr als ein Meter und deshalb hatte sie bei uns Schülern diesen Spitznamen weg. Und ich erinnere mich noch an die erste Stunde mit ihr, sie musste sich auf einen Tisch stellen, damit wir halbstarken Schüler sie überhaupt wahrgenommen haben. Eine Szene die fast an den Club der toten Dichter erinnerte, nur dass hier eben die Lehrerin auf dem Tisch stand. Und ja, sie war eine fabelhafte Lehrerin die sich auch mit leisen Worten den nötigen Respekt verschaffen konnte und sie war bei allen Schülern entsprechend beliebt. Das ist jetzt mehr als 45 Jahre her, aber diese Person war beeindruckend und blieb im Gedächtnis.
3. Juli: Schnapsdrossel
Na, was für eine Vorlage. Da muss doch ein Vogel ins Bild und irgend ein Schnaps der gedrosselt wird. Beim Schnaps habe ich mich dann für eine Flasche „Leberkleister“ entschieden (ich trinke ja schon seit 26 Jahren keinen Alkohl mehr, vielleicht heißt das Zeug ja auch anders <grins>) die in einem Zapfhahn mündet der eben von einer Drossel, also dem Vogelvieh bedient wird.

Angefangen habe ich mit der Flasche Schnaps und um die zu Zeichnen erst mal das Bild um 180 Grad gedreht. Die Flasche ist mit dem Symmetrie-Tool gezeichnet und der Text natürlich mit dem Text-Tool gemacht. Dann das Bild zurückgedreht und den Rest Ebene für Ebene gezeichnet, das Glas mit dem Tropfen ist eine eigene Ebene, ebenso der Vogel, seine Füße usw. Am Ende das Bild exportiert und im Bildbetrachter angeschaut, und da stand alles kopfüber. Also „Today I learned“: Wenn Du das Bild gedreht hast, dann ist es erst mal gedreht, auch wenn Du die Ansicht wieder so drehst wie Du es brauchst. Also nicht nur die Ansicht drehen sondern das ganze Bild nach so einer „kopfüber“-Aktion.
6. Juli: Seilspringen
Das Thema war für mich nicht ganz einfach, und da das Wochenende sehr arbeitsreich war hatte ich auch wenig Zeit fürs Zeichnen. Daher habe ich mich für eine Art „Cartoon“ in Schwarzweiß entschieden die sich auf das wesentliche beim Seilspringen beschränkt, eben ein Seil das durch die Gegend springt.

Das Zeichnen in der 3. Dimension (bei der Seil-Feder-Spirale) muss ich noch besser üben, aber insgesamt bin ich mit dieser schnell erstellten Zeichnung schon zufrieden.
8. Juli: Gummiloppe(n)
Das war wieder so ein Thema mit dem ich nicht viel verbinden konnte. Also habe ich mich hierfür entschieden:

Mein „Today I learned“ von diesem Bild, ist die Erkenntnis, dass ich mit dem Bezier-Kurven-Tool noch einiges Üben muss. Außerdem habe ich nun ansatzweise verstanden, wie man eine Auswahlmaske als Ebene editieren kann.
10. Juli: Hochhaus
Das wäre eigentlich ein Thema für architektonische Zeichnungen gewesen, doch mein Kopf wollte eher einen Cartoon zeichnen. Also ist das dabei heraus gekommen.

Das „Learning“ hier war die Anwendung von „Colorizing Masks“ in Krita, da kann man eine Skizze sehr schnell mit Farben füllen. Und wenn man dann diese Maske noch nach Farben in einzelne Ebenen aufteilt, dann kann man später Texturen anbringen wie man an den Körpern der Schnecken und den natürlichen Schneckenhäusern sieht. Und ja, biologisch ist das ganze natürlich auch nicht ganz richtig, denn Schnecken sind ja Hermaphroditen und damit ist „er“ ein falsches Pronomen.
13. Juli: Guglhupf
Das war auch wieder so ein Thema bei dem ich noch nicht recht wusste wie ich den Guglhupf malen sollte. Aber dann brachte mich ein Beitrag zum „Hochhaus“ indem das Hochhaus nicht gezeichnet wurde auf eine Idee….

Der Guglhupf den wir da im Backofen gemacht haben war einfach zu lecker und wurde schneller verspeist als der Künstler ihn zeichnen konnte. Es blieben nur noch ein paar Krümel auf dem Teller übrig.
Auch hier habe ich wieder fleißig mit den Colorizing masks gespielt, außerdem kam der Assisten für Perspektive beim Fußboden und bei den Ceran-Kochfeldern zum Einsatz.
15. Juli: Schnagis #AutoALTReverse
Der ALT-Text zu dem man ein Bild zeichnen soll lautet:
„Eine handgezeichnete Skizze mit einem Charakter mit großen Augen, der einen Ballon neben einem Felsen hält, einer Figur mit einer Waffe neben einem kleinen Haus mit einem Kreuz, einem Baum mit einem kleinen Charakter, der verweilt, sowie mehreren vereinfachten Strichfiguren, die unten aufgereiht sind. Der Hintergrund enthält sichelförmige Formen und dekorative Elemente.“

Diese Skizze war schnell gezeichnet. Für jedes der Elemente in der Bildbeschreibung eine eigene Ebene und einfach was Zeichnen.
16. Juli: Küchenutensilien wortwörtlich: Backpapier
Das war jetzt erst mal knifflig, denn was kann man aus so einem Fetzen Backpapier zeichnerisch machen. Dann habe ich angefangen ein wenig „outside the box“ zu denken. Papier kann man falten und die Kunst des Papierfaltens heißt Origami. Wenn ich also nach einem „Origami Baker“ suche, was finde ich dann? Genau so einen Kameraden hier. Und den habe ich dann versucht nachzuzeichnen.

Beim Zeichnen war das Symmetrie-Tool hier sehr hilfreich, ich musste quasi nur die Hälfte skizzieren, die andere Hälfte kam durch die Spiegelung meiner Skizze. Dann ging es mit der „colorizing mask“ weiter um die Skizze auszumalen. Danach ein paar Airbrush-Schwünge um die Schattierungen zu machen. Und am Ende habe ich dann die eigentliche Skizze ausgeblendet, so sieht das nicht mehr so arg nach „Comicheft“ aus.
17. Juli: Säulengang
Dieses Thema rief geradezu nach Spiegelung und Fluchtpunktperspektive. Damit es aber nicht nur langweilig architektonisch wird gab es im Säulengang noch ein Säule, sprich ein kleines Ferkel.

Auch hier wurde die „Colorizing Mask“ wieder ausgiebig verwendet und dann das Aufsplitten nach Farben um Texturen zu applizieren.
20. Juli: Kabelsalat
Diesmal musste es schnell gehen, da ich am Wochenende anderweitig ausgelastet war. Also habe ich mal schnell eine Salatbar für Kabelsalat gezeichnet.

Und als „running Gag“ gibt es natürlich auch eine (leere) Schale mit WLAN-Kabel.
Was mir hier gefehlt hat und ich in der Kürze der Zeit nicht gefunden habe war ein Pinsel mit dem man Kabel malen kann. Daher sind meine Kabelstücke einfache Pinselstriche deren Deckkraft wohl vom Anpressdruck des Tablet-Stifts abhängt. Als Learning habe ich allerdings die Salatbar in der Draufsicht gezeichnet, also lauter Rechtecke und dann diese mit dem Perspektive-Tool in eine perspektivische Ansicht gebracht.
22. Juli: Unerwartet aufgetaucht
Das klassische U-Boot-Thema, denn die Dinger tauchen ja immer dann auf, wenn man es gar nicht braucht.

Die Learnings aus dieser Zeichnung sind die verschiedenen Schmierpinsel um die Wellen im Vordergrund zu malen. Und die Airbrush die den grauen Himmel im Hintergrund einfärbt. Was noch besser werden muss sind die Proportionen, unser Ruderer ist ein wahrer Goliath im Vergleich zum U-Boot. Allerdings wäre er im passenden Maßstab wieder zu klein und unscheinbar gewesen.
24. Juli: Von hohem Ross
Da ist mir wieder nur Sch… eingefallen, nach dem Motto „Der Pferdeapfel heißt Pferdeapfel weil er vom Pferde abfällt“. Und viel Zeit zum Zeichnen hatte ich leider auch nicht, also sieht das Pferd etwas orthopädisch daneben aus.

Bei diesem Bild kamen auch keine neuen Zeichentechniken zum Einsatz, alles nur bekannte Tools und Methoden. Die Sprechblase ist eine Zeichnung auf einer Vektorebene die aus einer Ellipse und einem Dreieck zusammengesetzt wurde die dann mit der Boolschen Operation „Vereinigung“ zu einem Objekt verschmolzen wurden.
27. Juli: Schlangenbrille
Das war wieder so ein Thema. Schlangen können ja mangels Ohren keine Brillen tragen. Anfangs hatte ich noch die Idee, trotzdem eine Schlange mit einer Brille zu zeichnen, aber das habe ich wieder verworfen. Dann habe ich mir überlegt, wie wohl Tarzan mit einer Brille aus Schlangenhaut aussehen würde.

Die Learnings dieser Zeichnung waren, dass man ein Bild das man im Netz findet einfach nachzeichnen kann wenn man es sich auf eine extra Ebene packt, auf die passende Größe zoomt und dann nachzeichnet. Mit Colorizing Mask und Schattierungen sieht das dann ganz gut aus. Und die Brillengläser sind rosa-Verlaufsmuster, damit man die Augen durch die Gläser sieht wurde die Deckkraft der Ebene mit den rosa Brillengläsern auf etwa 30% reduziert.
29. Juli: Granitpflaster
Das Thema lädt natürlich dazu ein, einen mit Granit gepflasterten Weg zu zeichnen. Allerdings hatte ich eine ganz andere Idee.

Also ein Heftpflaster für Schäden im ‚Granit. Das eigentlich neue hier war, das Schild und auch die Schachtel mit den Pflastern vom flachen Rechteck mit dem Perspektiven-Tool in eine perspektivische Darstellung zu verwandeln. Also zuerst die Schachtel in die Perspektive transformieren, dann das Schild dazu malen und dann beides gruppieren und wieder in eine perspektivische Darstellung transformieren.
31. Juli: Müllschlucker
Hier habe ich an den traurigen Umstand gedacht, dass unsere Parkanlagen alle mit achtlos weggeworfenem Müll verschandelt werden und daher einen Müllschlucker-Roboter auf Rädern ersonnen der den Müll sammelt.

Der eigentliche Lernschritt bei diesem Bild ist das Gras, dass aus einer braunen Erd-Ebene besteht und zwei Ebenen mit unterschiedlich grünem Gras. Um das Gras zu malen habe ich mir bei Krita Artists ein Pinsel-Set speziell fürs Malen von Gras1 besorgt und einfach mal angefangen Grashalme zu malen.
Fazit
Damit ist der Juli was das Thema „Monatsmalerei“ angeht abgehandelt. Es hat wieder Spaß gemacht und ich habe einiges an Zeichentechnik und auch Bedienung von Krita gelernt indem ich versucht habe meine Ideen gut umzusetzen. Bei manchen Bildern hatte ich leider wenig Zeit, aber insgesamt bin ich mit dem Ergebnis zufrieden.
Im August heißt es nun „Urlaubszeit“ und „Freistil“, also zeichnen was einem so in den Sinn kommt. Ich werde meine „Kunstwerke“ des August auch wieder hier im Blog veröffentlichen.