Neulich habe ich Euch ja schon über das Thema Refill-Filament informiert und dabei auch meine Filament-Wickelmaschine vorgestellt. Heute habe ich eine weitere Anwendung für diese Maschine, nämlich das Verbinden von Filament-Resten. Oft genug hat man nur noch wenige Meter auf der Spule und fragt sich dann, was man damit noch sinnvolles machen kann. Klar, man könnte sie bis zum bitteren Ende drucken, also bis zu dem Punkt an dem der Filament-Ende-Sensor des Druckers anspringt. Aber dann hat man viel Spaß die letzten Zentimeter Fimanent zu entfernen, denn vom Sensor geht das Filament in einem Teflonschlauch bis zum Hotend. Aber man könnte ja mehrere Rest verbinden und zu einer neuen Spule wickeln.
Sunlu hat dazu einen Filament-Connector herausgebraucht, der zwei Stücke Filament verschweißen kann. Das Problem ist allerdings, dass Filament auf der Rolle sich eher wie Federstahl verhält und partout nicht so im Schweißgerät bleiben will wie man das gerne hätte. Darum haben findige Designer Hilfsmittel entworfen um das Filament im Schweißgerät zu fixieren. Ich habe mir zunächst diesen Filamenthalter ausgedruckt, musste dann aber feststellen, dass der nicht so besonders gut funktioniert, denn das Problem ist, dass das Filament nur kurze Zeit im Schweißgerät verbleiben darf, nach dem Schweißvorgang muss es von der heißen Stelle weg und wenn man die Halteklammern an diesem Teil öffnet, dann macht man unter Umständen mit dem federnden Filament wieder alles kaputt.
Also habe ich eine bessere Lösung gesucht und dieses Hilfsmittel gefunden. Das habe ich dann ausgedruckt und es passt auf das Brett, auf das ich meine Filament-Wickelmaschine zusammen mit der Spender-Rolle montiert habe. Das ganze sieht dann so aus.

Links der Wickler für das Filament, rechts die Spule zum „Spenden“ und in der Mitte der Filament-Connector im Hilfswerkzeug.
Als erstes fädeln wir das Filament in die Arme des Hilfswerkzeuges ein und schneiden es im 45° Winkel ab. Auch dazu gibt es ein Modell zum Ausdrucken in das man beide Filamentenden einfädelt und dann mit einem Messer im 45° Winkel abschneiden kann.

Im Bild ist der Schnitt schon gemacht und das Werkzeug zum Schneiden ist in weiß zu sehen. Wenn die Filamentenden passend geschnitten sind schiebt man ein kleines Teflon-Röhrchen über sie. Das sieht dann so aus.

Die beiden Enden passen gut zusammen und dank der beiden Arme des Hilfswerkzeuges verrutscht hier auch wenig. Jetzt kann der Filament-Connector aufgeheizt werden.
Wir sehen, dass der Connector nun die Schweißtemperatur ereicht hat, d.h. man klappt beide Arme des Hilfswerkzeugs nach hinten und das Teflon-Röhrchen landet genau da wo die Verschweißung der beiden Enden stattfindet. Nun den Deckel über dem Schweißpunkt schließen. Das Gerät piepst drei mal wenn die Verschweißung erfolgt ist und jetzt muss man den Deckel sofort wieder öffnen und die Arme anheben, damit die Schweißstelle abkühlen kann. Lässt man das Teflonröhrchen zu lange im Schweißgerät, dann verflüssigt sich zu viel und es kommt nur Murks dabei heraus.

Nun kann das verschweißte Filament eine Weile abkühlen. Dann muss das Teflonröhrchen an der Schweißstelle noch entfernt werden. Hierzu gibt es im Filament-Connector an der Hinterseite ein Werkzeug, dass dieses Röhrchen aufschneidet.

Wenn das verschweißte Filament hier eingelegt wird kann man den großen Plastikdeckel schließen was dann einen Schnitt im Teflonröhrchen macht. Dann kann man dieses on der Schweißstelle entfernen und hat ein fertig verschweißtes Filament, das auch durch jeden Teflon-Schlauch passt. Ich erinnere mich noch mit Schrecken an ein Filament das offensichtlich auch verschweißt wurde, an der Schweißstelle aber einen „Knubbel“ hatte der nicht durch den Teflon-Schlauch am Drucker passte und mir so einen langen Druck ruineirt hatte.
Nun habe ich also eine Methode, wie ich mehere Reste-Spulen zu einer verbinden kann um Lagerplatz zu sparen. Eine weitere Anwendung, so man sich das antun will wäre auch ein ‚buntes Filament zu produzieren, dass alle paar Meter die Farben wechselt.