Bei der Monatsmalerei hieß im September der Hashtag „#SketchTEMBER“ und es gab wieder eine Menge Themenvorschläge die ich nach der Sommerpause dann in Bilder verwandelt habe. Während der Sommerpause war ich auch nicht untätig sondern habe diverse Bücher zum Thema Zeichnen und auch Krita durchgearbeitet und einiges dabei gelernt.
2. September: Sommerloch
Was für ein Thema, da war klar, dass irgendwo im Bild ein Loch sein muss. Also habe ich ein wenig „Concept Art“ gemacht und folgendes Bild gemalt.

Das Learning hier sieht man dem Bild nicht an, aber ich habe im August das Buch „Draw and Paint Better with Krita“1 von Wesley Gardner als eBook durchgearbeitet, denn mein Arbeitgeber hat mir zum 5-jährigen Jubiläum Gutscheine geschenkt die ich in Bücher verwandelt habe.
Bisher war mein Krita-Ansatz der, dass ich eine „Kritzelei“ als Entwurfsebene mache die später dann ausgeblendet wird und dann die Objekte der Zeichnung auf diverse Ebenen verteile die ja alle wie Klarsichtfolien transparent sind und am Ende liegt der Stapel der Objektebenen übereinander und ergibt so das fertige Bild.
Wesley Gardner hat einen anderen Ansatz vorgeschlagen. Man malt schon mal grob den Entwurf und verfeinert diesen dann. Das heißt, mit jedem Schritt macht man ein „Select All“, dann „Copy merged“ um den aktuellen Bearbeitungsfortschritt in der Zwischenablage zu haben. Diese fügt man dann mit „Paste“ am oberen Ende des Ebenenstapels ein und verfeinert diese wieder. Beim obigen Sommerlochbild bin ich also mit einem grauen Hintergrund gestatet und habe dann den groben Entwurf gezeichnet, danach ein wenig Farbe ins Bild gebracht und dann weiter verfeinert. Also dem Baum Textur und Blätter verpasst. Das Gras als kleine Grashalme gemalt, den Wegweiser schöner gemalt. Den Schatten von Objekten skizziert indem ich ein „Schattenebene“ mit 50’% Transparenz eingefügt habe und die Schatten schwarz gefüllt habe. Am Ende dann noch die harten Kanten weich gezeichnet und die Künstlersignatur in die untere rechte Ecke. Hier seht ihr diese Bearbeitungsschritte im Schnelldurchlauf:
Man sieht auch, dass die graue Bergkette im Hintergrund mir eigentlich erst relativ spät eingefallen ist.
4. September: Kokett-tier
Hier habe ich es mir mal bequem gemacht und im Buch über Cartoon-Zeichnen2 geblättert bis ich einen Welpen fand der ganz niedlich aussieht. Den habe ich dann nachgezeichnet. Hier habe ich bewusst auf ein gescanntes Referenzbild verzichtet, denn ich wollte meine Freihand-Zeichentechnik trainieren.

Er ist jetzt nicht ganz so „rund“ geworden wie im Buch, aber ich bin mit dem Ergebnis durchaus zufrieden.
7. September: Gut gerüstet
Das war jetzt ein etwas schwieriges Thema,. Zum Einen hätte ich nach der Erfahrung unserer Dachsanierung neulich hier ein schönes Baugerüst an einem Haus malen können. Aber ich wollte was anderes und habe wieder einen Ausflug ins Tierreich unternommen.

Der Entstehungsprozess war dieses Mal eine Kombination aus dem klassischen Ebenen-Stapel, aber auch dem „Copy Merged/Paste“ um einen Zwischenstand zu haben. Der Lernschritt in diesem Bild ist die Unschärfe des Hintergrundes. In einem ersten Anlauf hab eich den Markiert und den Weichzeichner-Filter angewendet, aber dann war der Übergang zwischen unscharfen Bereich (etwa von halber Höhe bis oben) dann doch recht massiv zum unteren Bereich. Und auch wenn Krita immer wieder „zurück“ gehen kann, die letzten Schritte sind leider nicht in der Datei gespeichert, d.h. als ich das am nächsten Tag korrigieren wollte war nix mit „zurückgehen“. Das war dann der Moment um die Filtermasken zu lernen, denn natürlich kann ich auch den Filter als Filtermaske definieren und dann habe ich das unterhalb der aktuellen Ebene und kann das nach Bedarf ein- und ausschalten. Und hier habe ich dann zwei Masken definiert, eine schmale etwa in Bildmitte wo der Weichzeichner-Effekt noch nicht so stark ist und darüber nach oben dann den stärkeren Weichzeichner.
Außerdem habe ich intensiv das Pinsel-Set zum Gras-Malen genutzt das ich mir neulich mal installiert hatte. Als Vorlage für die Schildkröte diente wieder ein Foto aus dem Netz das ich dann nachgezeichnet habe.
9. September: Aus der Haut fahren
Bei diesem Thema fallen mir spontan 2 Tierarten ein, die ihre Haut abwerfen können. Da wären zum einen die Spinnen, bei denen es aber vielleicht eher ein Exoskelett ist das sie loswerden müssen wenn sie wachsen. Die andere Tierart die sich regelmäßig häuten tut sind Schlangen. Also habe ich eine Schlange bei der Häutung gemalt.

Das Bild ist wieder weitgehend in Layer-Technik ohne „Copy merged“ entstanden. Ein paar Blur-Filtermasken wurden eingesetzt und auch ein Referenzbild. Die Schlangenhaut die sich links abstreift ist eine eigene Ebene mit weißer Fläche da wo die Haut ist und dann weniger Deckkraft, so dass die Maserung von der Ebene darunter durchscheint.
11. September: Küchenutensilien wortwörtlich: Pizza-Roller
Dieses Thema war wieder einfach in ein Bild zu verwandeln.

Angefangen mit dem perspektivischen Pizza-Vorderrad das dann eine Colorizing-Mask bekam und entsprechend bemalt wurde. Als nächstes habe ich dann das Roller-Gestell konstruiert, doch der erste Entwurf gefiel mir nicht so gut. Also habe ich ein Bild eines Tretrollers gesucht und dann erst mal das Vorderrad ein wenig skaliert als Hinterrad dupliziert. Dann wurde der Rahmen noch mal von Grund auf gezeichnet ebenso die Lenkstange und das Trittbrett. Für den Hintergrund habe ich die Sternchen-Pinsel ausprobiert um den Pizza-Roller entsprechend in Szene zu setzen. Alles in allem nicht viel Neues dabei gelernt.
14. September: Zottiger Klappertopf
In der Woche vor dem 14. September ergab die Diskussion unter den Beitragenden bei der Monatsmalerei, dass der zottige Klappertopf eine Pflanze3 ist. In meinem Kopf hatte ich bei der Bezeichnung „zottiger Klappertopf“ aber spontan eine Assoziation mit einer Figur aus meiner Jugend, die nun auch schon 51 Jahre auf dem Buckel hat. Und wie die Einreichungen am 14. September zeigten war ich mit dieser Idee nicht alleine, auch ein anderer Zeichner hatte das Tier aus der Muppet-Show gezeichnet.

Zottig ist es und da es ja ein Klappertopf sein soll habe ich das übliche Drumset dieses begnadeten Schlagzeugers für dieses Bild durch zwei Blechtöpfe ersetzt.
Die Lernkurve war hier nicht allzu steil, ich habe wieder „Copy merged“ und „Paste“ verwendet um das Tier zu verfeinern. Was ich noch lernen muss ist, wie man in Krita diese alten Töpfe zum Glänzen bringt. Welche Tools gibt es um hier einen Glanzeffekt zu erzeugen.
15. September: AutoAltReverse
Hier wird eine Bildbeschreibung von Schnagi vorgegeben und wir malen dann das, was die Bildbeschreibung sagt. Diese Übung hilft uns, bessere Bildbeschreibungen für Menschen mit Sehbehinderungen zu erstellen, denn natürlich kann man so eine Bildbeschreibung recht wild interpretieren. In diesem Monat war die Vorgabe:
„Eine skurrile Zeichnung mit einem traurig aussehenden Bären, der neben einem kleinen Cartoon-LKW sitzt, einem Charakter mit Eiscreme, einer Engelsfigur, einer Sonne mit einem lächelnden Gesicht, einem Stuhl und einem Kinderwagen. Hintergrundelemente sind verschiedene hängende Figuren und ein Spielzeug-ähnliches Gerät.“
Und das ist bei mir dabei herausgekommen:

Hier kamen wieder „Colorizing Masks“ zum Einsatz und sehr viel lokale Selektionen um Dinge mit der Airbrush ausmalen zu können. Ich habe auch ein wenig von meinem Cartoon-Zeichen-Buch profitiert.
16. September: See you later alligator
Hier wurde ich durch eine Erinnerung an den Urlaub im Krüger Nationalpark in Südafrika inspiriert. Damals habe ich nämlich genau gesehen, wie ein Krokodil in so einen Tümpel rennt. Als ich dann vom Auto aus das Krokodil fotografieren wollte, da war es schlicht nicht mehr zu sehen, selbst mit dem stärksten Teleobjektiv war es nicht auffindbar. Das war schon erschreckend, denn ich wusste ja, dass in dem Tümpel ein Krokodil ist, aber eben so gut getarnt, dass jedes arglose Lebewesen zur schnellen Beute werden kann.

Dieses Bild war schnell mit der „copy merged“ & „paste“ Methode gezeichnet. Die Graspinsel kamen intensiv zum Einsatz, ebenso ein paar „Schmierpinsel“ um das Ufer des Tümpels zu modellieren. Die Wolkenspiegelung im Wasser habe ich mit dem Symmetrie-Tool gemacht und die Ebene mit den Wolken auf 50% Transparenz gestellt.
18. September: Goldader
Das war auch wieder so ein Thema. Ich hätte ja die sündhaft teuren Lautsprecherkabel für 500 Euro pro Meter skizzieren können die angeblich den Sound unheimlich verbesern (und dabei den Käufer weniger heimlich arm machen) aber mir ist dann eher wieder eine Sagengestalt in den Sinn gekommen.

Wie die Sage4 erzählt wollte Midas, dass alles was er berührt zu Gold wird. Klar, dass man bei so einem Patienten dann Probleme hat wenn man Blut abnehmen will. Auch wenn man die Ader perfekt trifft.
Das Bild entstand nach einer Vorlage einer richtigen Blutabnahme, also mit roter statt golderner Flüssigkeit in der Spritze. Hier habe ich viel mit lokalen Auswahlmasken gearbeitet um die einzelnen Bildteile einzufärben und mit Schattierungen zu versehen. Am Ende dann ein „copy merged“ und „paste“ und den Feinschliff für das Bild gemacht.
21. September: Reiseapotheke
Das war wieder so ein Thema, das Kreativität erfordert. Bei Reiseapotheke kommen einem ja spontan diese Mäppchen aus der Apotheke in den Sinn die ein wenig Verbandsmaterial enthalten. Aber ich wollte hier was anderes malen. Also zurück ein der Zeit als es noch nicht allle paar hundert Meter eine Apotheke gab. Und wir wechseln den Kontinent und bewegen uns im sogenannten „wilden Westen“. Da gab es dann „reisende Apotheken“ die ihre Wundermittel anboten und damit von Stadt zu Stadt fuhren. So was habe ich dann nachgezeichnet.

Vom Zeichnen her war es nicht allzuschwer, da ich das Referenzbild als Vorlage nutzen konnte. Die Wagenräder habe ich mit dem Hilfswerkzeug für perspektivische Ellipsen gezeichnet und das meiste spielt sich auf wenigen Ebenen ab.
23. September: Kaffeefahrt
Das war auch wieder so ein Thema bei dem mir erst mal nicht viel einfiel. In Erinnerung an die Kaffeefahrten die meine Mutter und meine Tanten gemacht haben als ich jung war kann ich mich noch an die fürchterlichen Verkaufsveranstaltungen erinnern, als man den Teilnehmern irgendwelche überteuerten Heizdecken aufschwatzen wollte. Nun, in Zeiten der Hitzewellen gibt es nun vielleicht bei den Kaffeefahrten Kühldecken.
Aber das war kein Thema das ich zeichnen wollte. Also weiter nachgedacht und dann ist mir eingefallen, dass ich ja jeden Tag meine Espresso-Kanne benutze. Was liegt als näher als dieses Symbol italienischen Kaffeegenusses als Kühlerfigur auf einem stilechten italienischen Sportwagen zu platzieren? Dann noch ein Schriftzug einer Kaffeemarke auf die Tür klatschen und fertig ist das Bild.

Vom Zeichnen her war es dank Referenzbilder nicht allzu schwierig. Eine Ebene für den Fiat 500 der dann mit dem Füll-Tool in den verschieden Farben bemalt wurde und am Ende wurden diese Einheitsfarben mit der Airbrush dann noch verfeinert. Dann den Lavazza-Schriftzug auf eine Ebene in der passenden Größe malen und mit dem Perspektive-Werkzeug entsprechend platzieren. Am Schluss die nächste Ebene mit der Espresso-Kanne die auch recht einfach zu malen war.
25. September: Kiefernchirurg
Das war wieder eine Steilvorlage für meinen inneren Autisten. Denn hier müssen wir den kleinen aber feinen Unterschied machen, der Mensch der sich um die Basis für das Gebiss kümmert ist ein Kieferchirurg. Kiefern sind aber einheimische Nadelbäume und somit muss ein Kiefernchirurg wohl jemand sein, der sich um die Baumpflege bei diesen Hölzern kümmert. (grinsend geschrieben und im Kopf höre ich Karl Valentin „Semmelnknödeln“ sagen5).

Dieses Bild war dank Referenzbildern wieder schnell nachgezeichnet. Wir haben rechts die Kiefer die und links den Keifernchirurg im OP-Anzug der seine Kettensäge hoch hält.
Mein Lernschritt dieses Mal war, dass man in Krita auch Pinsel-Stärken von einem halben Pixel benutzen kann und dabei dann relativ feine Linien gezeichnet werden.
28. September: Windrad
Hier war ich ein wenig am Überlegen, was ich da zeichnen sollte. Eine erste Idee wäre ein Windrad irgendwo in einer schönen Landschaft, aber dann habe ich mich entschlossen, dieses Bild ein wenig „politisch“ zu malen und es „Don Quichotte 2026“ zu nennen.

Einen kleinen Seitenhieb gegen Frau Reiche die ja bemüht ist die erneuerbaren Energien auszubremsen konnte ich mir hier nicht verkneifen. Und da wir ja alle sparen müssen hat es auch leider nicht für ein richtiges Pferd gereicht, aber der Kampf gegen die Vernunft ist ja anscheinend eh ihr „Steckenpferd“.
Das Bild ist wieder aus etlichen Layern entstanden und die Inspiraiton für Steckenpferd etc. hab eich mir über die Bildersuche bei Google geholt.
30. September: It’s all about: David Hockney
Das war wieder so ein Thema bei dem ich erst mal ein heftiges „WTF?!“ im Kopf hatte. Von David Hockney habe ich bis jetzt ja noch nie was gehört, aber zum Glück hat die Wikipedia einen Eintrag von ihm6. Leider gibt es bei dem Wikipedia Eintrag kaum von ihm gemalte Bilder, aber die Bildersuche in der Suchmaschine spuckt dann doch einiges aus. Also habe ich versucht mich von ihm ein wenig inspirieren zu lassen ohne eines seiner Bild exakt kopieren zu wollen.

Außerdem muss ich anmerken, dass das wohl das Bild mit der kürzesten Herstellungszeit bei dieser September-Challenge war, ich bin gerade mit sehr viel Dingen für meine nähere Zukunft beschäftigt und hatte daher in den letzten Tagen recht wenig Zeit für die Monatsmalerei. Also musste das Bild schnell erstellt werden, für 20 Minuten Herstellungszeit bin ich eigentlich ganz zufrieden.
Natürlich habe ich mein „Pflanzen- und Gras“-Pinselset ausgereizt und auch wieder die Wolen mit der Airbrush gemalt.
Im Oktober wird es leider keine Themen geben, ich werde die Zeit also nutzen um meine Fähigkeiten fürs Zeichnen und Malen anderweitig zu trainieren.
- Draw and Paint Better with Krita (krita.org) ↩︎
- Die Kunst des Zeichnen Comic Cartoon (Topp Verlag) ↩︎
- Zottiger Klappertopf (Wikipedia) ↩︎
- Midas (Wikipedia) ↩︎
- Karl Valentin: Semmelnknödeln (YouTube) ↩︎
- David Hockney (Wikipedia) ↩︎
