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Bundestag beschließt Vorratsdatenspeicherung

Heute am frühen Nachmittag hat der Bundestag das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung beschlossen. Die Oppistion hat geschlossen gegen das Vorhaben gestimmt, auch bei der Regierungskoalition gab es einige Nein-Stimmen. Am meisten hat mich die Nein-Stimme von Peter Gauweiler verwundert, von dem hätte ich es nicht erwartet.

So. Damit sind Stasi 2.0 und der Polizeistaat also beschlossen. Für mich heißt das: Es wird Zeit für den organisierten Widerstand. Als erstes Zeichen meiner absoluten Mißbilligung der aktuellen Regierung habe ich diese Webseite und auch die unseres Schützenvereins mit dem Trauerflor von http://www.vorratsdatenspeicherung.de versehen. Aber das ist noch längst nicht alles.

Im Schützenverein fängt heute das Weihnachtsschießen an. Traditionell gibt es für jeden Teilnehmer ein „Kärtchen“ (Visitenkartenformat) auf dem vermerkt wird, wieviele Serien der Einlage er schon abgeschossen hat. Die Rückseite dieser Karte war leer und somit bestens geeignet für ein kleine Todesanzeige. Dort steht nun zu lesen:

Wir trauern um
Den deutschen Rechtsstaat
24.05.1949- 09.11.2007
Begraben von der schwarz-roten
Regierungskoalition mit dem Gesetz
zur Schaffung des gläsernen Bürgers

Dazu gibt es noch einen Link auf http://www.vorratsdatenspeicherung.de in der Todesanzeige. Zudem habe ich eine Ladung Formulare der Vollmacht für die Massenverfassungsbeschwerde ausgedruckt. Schäuble hat sich heute darüber lustig gemacht, daß nun die größte Verfassungsbeschwerde aller Zeiten droht. Bitte sehr Herr Innenminister, an mir soll es nicht liegen. Ich werde zukünftig täglich jeden der mir über den Weg äuft ansprechen und um eine ausgefüllte Vollmacht bitten. Wre doch gelacht, wenn äwir die Anzahl der Befürworter dieser leider notwendigen Verfassungsbeschwerde nicht bis in den 5-stelligen Bereich bringen können.

Ich bin jedenfalls hochmotiviert nach der Prämisse zu handeln „Die Frage ist nicht, was mein Land für mich tun kann sondern was ich für mein Land tun kann“ und die Antwort lautet aktuell wohl Widerstand im moralisch zulässigen Rahmen.

Ok, zunächst wäre hier „gesetzlich zulässigen Rahmen“ gestanden, aber sorry, eine meiner Widerstandsaktionen nach Inkrafttreten der VDS wird (so das passiert) darin bestehen, mit Hilfe der seit kurzem verbotenen Hackertools jede Menge Verbindungsdaten zu erzeugen. Ich denke, wenn man mit Netzwerkscannern wie nmap mal schnell einen rieisgen Adressbereich abklappert, dann dürfte das eine schöne Anzahl an sinnlosen Verbindungsdaten generieren.

Es mag sein, daß ich mich mit so einer Aktion gegen ein kürzlich angepasstes Strafgesetzbuch stelle, aber I’m sorry, mit der Einführung des Hackerparagraphen dort habe ich für mich selbst den Entschluß gefasst, daß ich mich nicht davon beeindrucken lassen werde. Ich folge damit ja nur dem leuchtenden Vorbild unserer Politik-Elite die oft genug demonstriert hat, daß man im Dienste einer guten Sache schon mal Gesetze ignorieren kann (siehe Flugzeuge abschießen, Einsatz der Bundeswehr im Inneren, Onlinedurchsuchung etc.).

Ein Herr Schäuble mag mich heute vielleicht als Terrorist bezeichnen, meine Nachkommen werden mich irgendwann als Patriot bezeichnen.

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Videostreams mitschneiden und brennen

Gestern kam meine bessere Hälfte mit einer „einfachen Aufgabe“ zu mir. Im KIKA läuft jetzt am Sonntag Abend immer Marvi Hämmer mit Dokus von National Geographic, aber zu einer Zeit zu der unsere Kinder bereits ins Bett müssen. Da es die Sendung auch im Internet zum Angucken gibt war die Frage, ob man das nicht mitschneiden kann und dann auf DVD brennen kann, damit die Kinder es später angucken.

Theoretisch ja. Das notwendige Hintergrundwissen habe ich aus dem Buch Video unter Linux vom Open-Source-Verlag. Dieses Buch habe ich auf dem LinuxTag 2005 gekauft, d.h. es hat schon ein paar Tage auf dem Buckel. Die notwendige Software hat sich seitdem ganz gut weiterentwickelt und die gibt es gut sortiert bei debian-multimedia .

Also dann mal frisch ans Werk. Auf der Webseite von Marvi Hämmer kann man das aktuelle Video angucken. Was man angucken kann sagt aber theoretisch auch Hallo zum PC, d.h. man sollte es auch speichern können. Bei den Firefox Extensions gibt eis eine ganze Latte Add-ons um Videos von YouTube usw. zu speichern, aber leider funktionieren die alle nicht.

Was nun. Die erste Erleuchtung bringt mir die Adblock-Plus-Extension. Denn wenn ich die scheinbar für das Videobild aktiviere, dann sehe ich einen verwertbaren Link der mit „.asx“ endet.
Das ist sozusagen der Link auf die XML-Information des Streams. Ziehe ich mir das Ding mit wget auf die Platte, dann ist die Datei überschaubar groß.

Für das Beispiel hier habe ich den Link natürlich umgebrochen, aber hier sieht man sehr schön die „reale“ Adresse des Streams. Diesen Stream kann man jetzt natürlich z.B. mit dem VLC media player mitschneiden. Ich habe ein wenig mit den Umkodierungsmöglichkeiten des VLC media players rumprobiert, bin aber zu keinem brauchbaren resultat gekommen. Wie dem auch sei, am Ende hat man eine Datei im wmv-Format mit der Sendung auf der Platte.

Die kann so natürlich nicht einfach auf eine DVD gebrutzeelt werden, sondern muß erst mal nach MPEG2 umkodiert werden. Ich habe dafür verschiedene Tools mal ausproiberit:

  • avidemux: Bringt ganz brauchbare Ergebnisse, aber beim Brennen später ist das Bild zu breit. Kann man aber bestimmt mit anderen Parametern noch hinbekommen.
  • mencoder: Hier ist es mir gelungen, eine Datei zu erzeugen mit der das spätere Authoringprogramm nicht klar kommt.
  • ffmpeg: Hiermit konnte das beste und auch schnellste Ergebniss erreicht werden.

Um einen Stream mit ffmpeg zu wandeln reicht folgende Befehlszeile:

Damit wird der wmv-Film in ein DVD-gerechtes mpg-File umgewandelt. Nun muß man daraus noch eine DVD machen. Ich habe hierfür QDVDAuthor genommen. Damit kann man ganz gut die gerade erzeugte MPEG-Datei nehmen (oder gar mehrere davon) und dann ein einfaches Hauptmenü mit Hintergrundbild basteln in dem man die einzelnen Filme dann auswählen kann. Für den ersten „Schuß“ habe ich noch nicht viel mit den Features von QDVDAuthor rumgespielt sondern mir einfach ein Foto von Anna als Hintergrundbild geschnappt und dann die Ergebnisse von avidemux und ffmpeg zum Ausprobieren hinterlegt. QDVDAuthor erzeugt eine DVD-Datenstruktur in einem Verzeichnis und diese kann dann problemlos von K3B auf eine DVD gebrannt werden.

Das Ergebnis der ganzen Brennerei habe ich dann am 70cm Röhrenfernseher im Wohnzimmer angeguckt: Das mit ffmpeg encodierte Video sieht ausreichend gut aus. Der nächste Schritt ist nun, jede Woche diesen Stream mitzuschneiden und Material für eine Sammlung von Folgen zu haben. Gerade im Moment läuft ffmpeg für die Folge 55.

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Wacom Volito2 Tablett läuft

Neulich habe ich mir auf ebay ein Wacom Volito 2 Graphiktablett ersteigert. Das kam letztes Wochende und mußte ein wenig überredet werden um zu funktionieren. Es wurde zwar sofort beim Einstecken am USB-Hub erkannt, aber Tools wie „wacdump“ wollten partout keine Koordinaten rausrücken und in X ging es ebensowenig.

Also habe ich ein wenig im Internet gesucht und relativ schnell Hinweise gefunden, daß der von Debian/Etch verwendete 2.6.18-Kernel genau Probleme der Art macht wie ich sie hatte. Also war der nächste logische Schritt auf der Webseite des Linuxwacom-Projektes den Source für den neuen Treiber zu holen, denn das was es bei Etch als Paket „wacom-kernel-source “ gibt deckt leider nur bis Kernel 2.6.17 die Kernel ab.

Mit Hilfe einiger HowTos aus dem Netz gelang es mir dann, ein neues wacom-Kernelmodul zu übersetzen und dieses liefert dann auch alle Informationen die wacdump oder der X-Treiber haben will.

Beim Rumspielen mit dem Tablet habe ich mich dann entschieden, entgegen der gängigen Praxis den drei Devices „cursor“, „eraser“ & „stylus“ in der xorg.conf beim Serverlayout keine „SendCoreEvents“ mitzugeben. Damit ist das Tablett nun zwar nicht als Mausersatz nutzbar, dafür bietet mir aber der GIMP an, das Tablett als XInput-Gerät zu nutzen und damit die Fläche des Tabletts auf das aktuelle Bildbearbeitungsfenster zu mappen. Das erscheint mir sinnvoller als meinen Dual-Screen-X-Server der noch dazu unterschiedliche Auflösungen auf beiden Montioren hat mit dem Tablet zu nutzen.

Das Ergebnis ist toll und kann sich sehen lassen:
volito2-funktioniert

Dieser Text wurde gerade mal schnell im Gimp erstellt. Besonders schön ist das Tablett für die Nachbearbeitung von Fotos nutzbar. Da wo man mit der Maus nicht so toll Bereiche „freihand“ auswählen kann klappt das mit dem Tablett tadellos. Rote Augen sind nullkommanix markiert und wegretuschiert.

Update 20. Januar 2008: Mit dem Umstieg auf den 2.6.22-Kernel von backports.org funktiooniert das Volito-2 Tablet sozusagen „out-of-the-box“. Eine manuelle Übersetzung des linuxwacom-Treibers ist nicht notwendig.

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„Freiheit statt Angst“ Demo – Berichterstattung

die Lektüre der heutigen Ausgabe der Augsburger Allgemeine hat mich tatsächlich motiviert… nämlich ein Exemplar der Süddeutschen Zeitung zu kaufen. Warum? Ich wollte einfach mal sehen, welchen Stellenwert eine Demonstration gegen den Überwachungsstaat in anderen Printmedien hat nachdem die AZ hier nur ein Foto mit einer wenig aussagekräftigen Bildunterschrift veröffentlichte.
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Schulanfang für Anna

schulanfangHeute war der erste Schultag von Anna. Bei der Vorstellung in ihrer Klasse ist sie dann auch gleich aufgefallen als das Kind, welches beim Aufruf ihres Namens nicht reagiert. Und natürlich als relativ vorlautes Kind. Da wünschen wir der Lehrerin viel Spaß mit unserem kleinen Engel.

Veröffentlicht von: Rainer | Unterhaltung: Kommentare deaktiviert | Kategorie: Anna, Kinder

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Der Schulbus wird nicht mehr bezahlt?

Auslöser für diesen Leserbrief war eine Neuvermessung des Schulweges bei ABC-Schützen, was dann dazu führte, daß Kinder mit 1,96 km Schulweg den Schulbus nicht mehr bezahlt bekommen.

fast schäme ich mich, ein Bürger dieser Stadt zu sein. Nicht weit von meinem Haus entfernt entsteht mit städtischer Unterstützung eine Sportarena für mehrere Millionen Euro, ein wenig weiter weg müssen Kinder auf ihren kostenlosen Schulbus verzichten weil die Stadt sparen muß.

Die Frage die ich mir jedoch stelle ist, ob tatsächlich gespart wird. Wenn der Schulbus nach den Sparbeschlüssen nur noch halb voll ist bedeutet das ja nicht, daß die Kosten für die Fahrt auch nur halb so hoch sind. Die tatsächlichen Betriebskosten (Fahrzeug, Fahrer, Sprit) dürften sich kaum
unterscheiden, so gesehen wird mit so einem Sparbeschluß nur bewirkt, daß entweder die Fahrkosten für die verbleibenden Kinder teurer werden, mehr Zuschüsse für den Busbetrieb fließen müssen oder gar die Verbindung aus betriebswirtschaftlichen Gründen wegfällt weil zu wenig Nachfrage besteht.

Zum Glück erwartet meine Tochter am Dienstag nur ein Schulweg von knapp 800 Metern, aber unabhängig davon ob man persönlich betroffen ist oder nicht muß man gegen dieses „Wir sparen, koste es was es wolle“ heftig protestieren.

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Making a catalog of my books

Yesterday afternoon my wife told me that she would like to make a list of all books that we own. So I started looking for a piece of software that can help to do this task and in the german unix apps newsgroup I got a pointer to Tellico which looks perfect for the job.

The big advantage of Tellico is that you can insert catalog entries by just typing in the ISBN number of your book and look for it on the Internet. Tellico can then retrieve all the data from Amazon or other data sources and you can even get a small icon of the book cover.

So now within a few minutes you can enter a bookshelf contens into the computer. At the moment I entered half of an Ikea Billy shelf, that is in numbers 79 books and the time for it was less than one hour, including taking every book out, putting it on my desk, enter the ISBN and so on.

So there will be still some hours of work until all our books are in the catalog, but yes, I like this tool very much since it helps me to keep an overview of what books I have.

Interesting was also to look at the collection with different views. There is one view which sorts the year when the book was published and moment my „oldest“ computer book is from 1993. Its ‚“Managing projects with make“ and even if its still 14 years old it is still of use. On the other hand I recently dumped a lot of old „Windows 95“ and „Windows 98“ books since they are so much outdated that they are of no use any more.

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Läuft mein Auto mit Microsoft Windows?

Am Montag kam der Anruf meiner Frau, daß im Auto die Fernbedienung des Fensterhebers auf der Beifahrerseite nicht mehr tut. Rückfragen meinerseits ob denn diese Fenster auch entriegelt waren (es gibt da einen kleinen Schalter in der Konsole) wurden mit einem aufgebrachten „hältst Du mich für total bescheuert“ beantwortet. Am Montagabend konnte ich den Fehler verifizieren und ja, tatsächlich: Weder per Fernsteuerung von der Fahrerseite noch per Autoschlüssel (Komfort-Zentralverriegelung) ließ sich das Fenster auf der Beifahrerseite bewegen. Einzig mit dem Schalter auf der Beifahrerseite funktionierte es.

Also waren wir gestern in der Werkstatt. Dort lernten wir den Voodoo-Zauber um das zu „reparieren“. Fesnter mit dem Schalter auf der Beifahrerseite ganz runterfahrn, drei Sekunden auf dem Schalter bleiben, Fenster ganz nach oben fahren, drei Sekunden länger den Schalter nach oben betätigen… und schon funktioniert es.

Diese Fehlerbehebungsmethode ähnelt doch ganz stark dem von Microsoft Windows gewohnten „Windows runterfahren, Windows hochfahren“ und alles funktioniert wieder. Da frage ich mich schon, welches OS im Bordcomputer des Mazda 5 zum Einsatz kommt…

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Update auf Debian 4.0r1

Gestern wurde Debain 4.0r1 freigegeben, hauptsächlich Sicherheitsaktualisierungen sind eingeflossen. Zudem gibt es jetzt einen neuen Kernel der nicht mehr 100% zum alten Kernel passt. Das bedeutet, daß man ein wenig Probleme mit dem proprietären nVidia-Treiber haben kann.

Debian stellt zwar ebenfalls Pakete mit den nVidia-Modulen bereit, aber diese sind angesichts der Version 1.0-8776 relativ alt. Der aktuelle proprietäre Treiber ist 100.14.11. Daher ist es ganz wichtig, daß die Debian-Pakete nicht installiert sind wenn man diesen neuen Treiber selbst installiert, sonst „bekriegen“ sich die Pakete.

Um den neuesten Treiber installieren zu können und das passende Kernel-Modul bauen zu können muß das zum Kernel passende Linux-Headers Paket installiert sein. Wichtig ist, daß nicht nur das „generische“-Paket wie linux-headers-2.6.18-5 installiert ist sondern eben das zur Maschine passende linux-headers-2.6.18-5-amd64 denn nur dort findet der nVidia Installer dann die Datei „version.h“ die er wohl unbedingt benötigt.

Mein Brüorechner ist bereits auf 4.0r1 aktualisiert, ebenso Seneca daheim. Es fehlen Nathan und Zweistein, aber die sind jetzt dann am Wochenende dran.

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Weitgehend Spam-frei

Es sind nun knapp 3 Wochen vergangen seit ich meine Mail-Strategie weg von einem zentralen Fetchmail-Prozess auf KMail und IMAP-Zugriff umgestellt habe. Und ich bin sehr zufrieden, denn statt wie früher den gesammelten Spam aus 4 Mailboxen im Postkorb zu haben sind nun serverseitig die Spamfilter aktiv und schieben verdächtige Mails gleich in einen „Spamverdacht“-Ordner auf dem Server. Damit sind die Inboxen weitgehend Spam-frei und ich habe weniger Frust weil wichtige Mails eben nicht mehr im Spam-Wald verloren gehen.

Und da die Post auf dem IMAP-Server bleibt kann ich theoretisch auch von jedem anderen Rechner darauf zugreifen. In der Arbeit habe ich ebenfalls umgestellt und auch hier ist die Belohnung mehr Überblick bei den Mails.