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Woher kommst Du denn?

Diese Frage steht auf einem Bild, dass Erika Steinbach am Wochenende getwittert hat (nein, ich verlinke das nicht). Man sieht unter der Bildüberschrift „Deutschland 2030“ eine Menge dunkelhäutiger Menschen und eben ein kleines hellhäutiges und blondgelocktes Kind das da steht und offensichtlich gefragt wird „Woher kommst Du denn?“

Tja, das ist also die Rhetorik der Sprecherin für Menschenrechte bei der Union. Da Frau Steinbach ja offensichtlich kritikresistent ist und alle Kommentare zu ihrem Bild ignoriert oder den Kritikern die Fähigkeit zum logischen Denken abspricht werde ich mal eine andere Art von Kommentar dazu schreiben.

Denn sehen wir das Bild doch mal als Auftakt für einen fiktiven Dialog. Die Frage „woher kommst Du denn?“ an ein kleines Kind gerichtet wird von diesem wohl so beantwortet werden:

„Von da hinten!“

Oder glaubt Frau Steinbach etwa, dass das Kind „aus der Region die vor einiger Zeit noch als Bundesrepublik Deutschland bekannt war, dann aber von Horden von Flüchtlingen überrant wurde welche die deutsche Kultur zerstörten und nun in der Mehrheit sind“ antworten wird…?

Kinder in dem Alter haben noch keine rassistsichen Scheuklappen auf. Denn Kinder sind zum Glück unbefangen und haben keinerlei Vorurteile oder Ängste vor Menschen die eine andere Hautfarbe oder gar eine andere Kultur (welches Kind hat denn überhaupt eine Vorstellung von „Kultur“) haben. Nein, Kinder sehen das eher als Chance für Abwechslung und die Gelegenheit mal etwas Neues zu lernen.

Grenzen sind ein abstraktes Konstrukt unserer Erwachsenenwelt um unsere Pfründe zu sichern oder irgendwelche vermeintlichen Besitztümer voneinander abzugrenzen. Kinder sind hingegen grenzenlos. Und das ist auch gut so. Vielleicht sollten wir mal wieder öfter die Welt durch Kinderaugen sehen.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

1 Kommentar

  1. Carsten Kettner

    01/03/2016 @ 07:17

    Frau Steinbach kann man in keiner ihrer Funktionen ernstnehmen. Auch in der Vergangenheit fiel sie immer wieder mit anachronistischen und revisionistischen Kommentaren auf, die Pegida und Konsorten nicht besser hätten formulieren können.