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Webcams und Linux

Seit ich auf Debian/Lenny aktualisiet habe läuft meine Webcam ja sogar in Skype. Die Webcam ist eine Logitech QuickCam Express und hat leider nur Briefmarkenauflösung. Noch dazu hat der gspca-Treiber wohl ein paar Macken und so kommt es schon mal vor, daß beim Skypen das Bild plötzlich ein wenig dunkler wird.

Gestern habe ich dann mit meinem Neffen via Skype gesprochen und dabei ausgiebig die Optionen des gspca-Treibers ausprobiert. Das beste Testergebnis habe ich dann eine Datei „/etc/modprobe.d/gspca“ gespeichert:

options gspca gamma=4 autoexpo=0

Damit kann man dem Treiber das Abdunkeln zumindest weitgehend austreiben. Ärglerich ist trotzdem die kleine Bildgröße und der Bildwinkel der Webcam, die quasi den Kopf mehr oder weniger formatfüllend abbildet.

Also habe ich mich heute mal nach einer neuen Webcam umgesehen. Unser Werksverkauf hatte die Fujitsu Webcam vorrätig und die Logitech E3500. Da die Aussagen im Web zur Fujitsu-Webcam alles andere als verlockend waren und auf der anderen Seite die Logitech-Kamea bei Linux-USB als funktionierend gelistet ist habe ich mir nach der Arbeit dann eine E3500 gekauft.

Angeschlossen ist das Ding ja schnell via USB, aber dann ging der Ärger auch schon los. Die bisherigen Web-Cam-Applikationen wie Cheese oder Camstream zeigten kein Bild. Ein wenig im Web gesucht und dann fand ich zumindest einen Workaround für Cheese. Es scheint wohl so zu sein, dass Probleme auftreten wenn USB auf voller Geschwindigkeit läuft, also empfiehlt man das Modul ehci_hcd zu entladen. So richtig zielführend ist das aber nicht, sollte ich mal eine USB-Platte anschließen, dann will ich die ja mit Volldampf betreiben.

Bild von der E3500 mit luvcview aufgenommen

Bild von der E3500 mit luvcview aufgenommen

Merkwürdigerweise bringt die Kamera in Skype schon ein Bild. Also für skype würde das gehen, auch wenn die Farben extrem übersättigt sind. Ich habe dann mal ein wenig in den Debian-Paketen gestöbert und „luvcview“ gefunden, damit kann die Kamera recht gut einjustieren, wenn man die Sättigung und den Kontrast ein wenig zurückfährt, dann wird das Bild recht passabel. Auch der Bildwinkel passt, jetzt ist nicht nur die „Rübe“ zu sehen, sondern auch ein wenig Hintergrund. Ich habe es gerade mal vermessen, von der Kameralinse bis zum Bücherregal im Hintergrund sind es 1,50 Meter und der Bildausschnitt reicht über ungefähr 1,40 Meter. Das ist deutlich mehr Weitwinkel als es die QuickCam Express hatte. Das Bildformat ist 640×480 und das reicht für Skype ja auch. Als weitere nütliche Applikation hat sich „v4l2ucp“ erwiesen, das „Universal Control Panel“ für Video für Linux2. Damit kann man die wichtigsten Parameter im laufenden Betrieb einstellen und muß nicht immer auf „luvcview“ zurückgreifen. Schön ist jedenfalls, daß die Kamera auch bein wenig Licht gute Bilder macht. Die Lichtpunkte in meinem Gesicht kommen von der durch den heruntergelassenen Rollo scheinenden untergehenden Sonne.

Was auch auf Anhieb funktioniert hat war das USB-Mikrofon in der Kamera. Ich brauche also jetzt nicht immer mein altes Mikrofon rauskramen. Die Sprachqualtität ist recht gut verständlich wie ein Skype-Testanruf gezeigt hat.

Da Skype nicht unbedingt der Nabel der Welt ist habe ich mal andere Applikationen ausprobiert.

  • Ekiga findet keinerlei geeignete Kamera. Dazu gibt es zwar hier Hinweise, aber trotzdem funktioniert es bislang hier nicht.
  • Kopete hingegen hat keinerlei Probleme mit diesre Kamera.

Ich denke, ein Teil dieser Probleme dürfte darin liegen, dass wir „Video for Linux“ in verschiedenen Versionen haben. Aktuell reicht mir die neue Kamera mal für Skype und die alte ist jetzt ausgemustert. Trotzdem zeigt dieses Ergebnis eindrucksvoll, daß Linux in manchen Gebieten noch sehr weit vom „Plug & Play“ entfernt ist.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

2 Kommentare

  1. Ich habe diese Seite via Google gefunden, weil ich nach einer Lösung für ein, zwei Kommunikationsprobleme mit einer Logitech QuickCam Chat (hier unter Debian GNU/Linux Lenny) suchte. Der Option-Hinweis für die Helligkeit hat mir sehr geholfen, also danke für die Publikation!

    Zum Glück ist diese Cam nur geliehen, um mal damit rumzuspielen. Auf Dauer werde ich mir doch eine etwas bessere suchen.

    Gruß, Frosch

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