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Haste mal nen Euro?

So oder ähnlich wird man öfters in der Nähe des Bahnhofes angequatscht. Natürlich habe ich keine Lust, mein sauer verdientes Geld an irgendwelche zwielichtigen Gestalten zu geben, auch wenn es nur ein Euro ist.
Wie aber stellt sich der Sachverhalt dar, wenn wir denn Punk vom Hauptbahnhof mit einem Schlipsträger im Nadelstreifenanzug ersetzen? Man stelle sich mal vor, der quatscht einen an „Ich habe mein Geld in der Spielbank verzockt, können sie mir helfen?“ und er hält die Hand auf. Würde ich ihm was geben? Nein, ebensowenig wie dem Punk. Aber während der Punk direkt mich fragen muss hat der Mann im Nadelstreifenanzug einen anderen Ansprechpartner: Den Bundesfinanzminister Peer Steinbrück. Und der hat natürlich Mitleid mit solchen notleidenden Menschen. Also wird den sogenannten „Opfern“ der Finanzkrise (sprich Banken wie der IKB) mit kräftigen Finanzspritzen geholfen. Man kann sogar im Kopf ausrechnen, da‘ bei geschätzten 40 Millionen Erwerbstätigen in Deutschland dann jeder mit 25 Euro dabei ist wenn unser Finanzminister mal schnell eine Milliarde aus dem Hut zaubert.
Wäre die Bundesregierung ein privates Unternehmen und die Minister dessen Manager könnten wir Anteilseigner (=Steuerzahler) nun eigentlich wegen Veruntreuung der Steuergelder ein Strafverfahren anzetteln. Aber da die Regierung ja die Regierung ist geht das nicht. Also bleibt es beim Gedankenexperiment und der Erkenntnis, dass „die da oben“ sich angesichts solcher Aktionen nicht über Politikverdrossenheit beklagen sollten.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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