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Experten am Werk

Heute sind es 5 Wochen dass im Golf von Mexico die Bohrplattform „Deepwater Horizon“ explodiert und gesunken ist. Seitdem sprudelt das Öl aus dem Bohrloch am Meeresgrund, zunächst behauptete BP dass es ja nur 800.000 Liter am Tag wären, mittlerweile spricht man von 15 Millionen Litern am Tag. Man hätte das ganz wohl verhindern können, wenn man ein Sicherheitssystem eingebaut hätte das den Konzern allerdings 500.000 Dollar gekostet hätte.  Dieses Video auf YouTube berichtet über das fehlende Sicherheitssystem und auch darüber, dass es zwar bei Bohrungen vor Norwegen vorgeschrieben wäre, nicht aber bei Bohrungen vor der US-Küste. Wem verdanken wir das? Der Deregulierung unter der Regierung Bush. Die hat übrigens auch die Haftung für Ölunfälle auf 75 Millionen Dollar begrenzt.

Was da aktuell im Golf von Mexico abgeht dürfte eine Katastrophe für die ganze Region sein. Das Öl wird mit Chemikalien bekämpft deren Wirkung für das Ökosystem genauso tödlich ist wie das Öl. Das Loch ist weiterhin offen und es hat wohl auch keiner so eine rechte Peilung, wie man es schließen könnte. Mittlerweile erreicht die Ölpest die Küstenlinie von Lousiana und zudem bewegt sich wohl auch Öl auf Florida zu.

Immerhin konnte man gestern lesen, dass BP nun zugibt, dass das eine große Katastrophe sei. Wenn ich solche Meldungen lese, dann kriege ich einen unbändigen Zorn. Zorn auf die Idioten die wegen der Einsparung von 500.000 Dollar nun eine Katastrophe angerichtet haben deren Bewältigung mit Geld allein wahrscheinlich gar nicht zu zahlen ist. Und Zorn auf eine US-Regierung die diese Pfuscher von BP weiterwursteln lässt und Zorn auf die Regierungen im Rest der sogenannten zivilisierten Welt die hier auch nur tatenlos zusehen. Als wäre das alles nur ein Problem der Amis.

Und die 4. Gewalt, die Medien? Denen ist der Ausfall eines gefoulten Fussballers zur Weltmeisterschaft viel mehr Berichterstattung wert und wird hier zur nationalen Katastrophe aufgebauscht während die tatsächliche internationale Katastrophe im Golf von Mexico kaum Beachtung findet. Nachrichten zum Thema muss man wirklich mühsam suchen. Man könnte fast den Eindruck bekommen, dass hier bewusst möglichst viel verschwiegen wird.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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