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Google+ kann jetzt Communities

Seit ein paar Tagen gibt es bei Google+ nun auch Gruppen, die im Google+ Jargon „Communities“ genannt werden. Damit erweitert Google+ seine Funktionalitäten und nähert sich dem Funktionsumfang von Facebook oder LinkedIn an.

Die gute Nachricht ist, dass nun wieder themenbezogene Inhalte möglich sind. Die schlechte Nachricht ist, dass es keine zentrale Verwaltung der Communities gibt wie damals im Usenet, sondern jeder Nutzer seine eigenen Communities erstellen kann. Geht ganz einfach und natürlich habe ich mir auch schon eine zum Thema Autismus gebastelt.

Das Problem dabei ist, dass es mittlerweile zu bestimmten Themen eben nicht nur eine Community gibt sondern derer viele. Die sammeln alle ihre User, hauptsächlich aus den Kreisen der Community-Ersteller und dann geht es so los wie damals, als dank AOL jeder „Depp“ ins Usenet kam. Manche Communities sind voll mit „Hallo, ich bin der und der“-Postings die ich als „Rauschen“ klassifiziere und sonst gibts keinen Inhalt. Manche Communities sind nach ein paar Tagen einfach „tot“ weil kaum einer was postet. Andere sind bei jedem Besuch der Community-Seite mit „99+“ neuen Beiträgen geflagged, aber wenn man sie besucht sieht man nicht wirklich, was alles neu ist. Und viele Communites werden auch für „Spam“ benutzt, wobei Spam eben im Kontext der Community zu sehen ist. Ich habe heute z.B. ein Posting zum Thema avaaz.org aus meiner Autismusgruppe gelöscht weil es zwar mit Politik zu tun hat, aber eben nicht mit Autismus, in dieser Gruppe also nur „Spam & Rauschen“ darstellt.

Und manche Gruppen haben mittlerweile auch schon das Problem, dass dort zwar themenbezogen gefragt wird, die Frage aber durch einfaches Benutzen der Google-Suchfunktion bereits zu beantworten gewesen wäre, also eigentlich auch nur Rauschen im Community-Wald.  Bleibt also, mal ein paar Wochen abzuwarten und dann mal auszumisten, welche Communities zur Geistercommunity und welche zum aktiven Diskussionskreis mutiert sind.

Usenet gefällt mir persönlich trotzdem besser, ich weiß, ich bin da altmodischer. Aber bei Google+ gibts halt noch keine „Threads“ in den Diskussionen und das wird bei Postings mit sehr vielen Kommentaren dann sehr schnell unübersichtlich. Zudem kann ich in meinem NNTP-Client eben wunderschön „scoren“ und mir so das Zeugs rauspicken, das mich wirklich interessiert. Da kann ich 10 Newsgroups schneller durcharbeiten als 10 Google+-Communities.

 

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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