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Polterabend in Berlin

Berlin. Sie sind das Traumpaar des Jahres, die fesche Angela M. und ihr zukünftiger Angetrauter Guido W. Die Hochzeit dieses Traumpaares soll schon bald über die Bühne gehen und da beide großen Clans angehören hat man die letzten beiden Wochen ausgiebig Polterabend gefeiert.

Auch wenn die Braut in anderen Clans nicht viele Freunde hat, so fand sich vor dem Haus der Angela M. doch ein stattlicher Scherbenhaufen, ein Zeichen, dass ihr viele Freunde viel Glück wünschen. Zum Eklat kam es allerdings als Hermann Otto S., ein enger vertrauter des Bräutigams, den Scherbenhaufen genauer unter die Lupe nahm und feststellte: „Das ist kein fremdes Porzellan. Sieht aus als hätte Angie hier selbst das Porzellan aus ihrer Mitgift zerdeppert.“ Die so angegegriffene Braut weist natürlich jede Schuld von sich und meint, das hätte ihr Ex noch vor dem Auszug aus der gemeinsamen Wohnung demoliert.

Peinlich ist die Situation insofern als sowohl Angela M. als auch Guido W. von ihren Clans die Erlaubnis zur Heirat nur erhalten haben, weil sie ihren Anhängern reichhaltige Geschenke nach der Hochzeit versprochen hatten. Daraus wird wohl nun nichts mehr werden, da die Aussteuer der nicht ganz unvermögenden Braut zum Scherbenhaufen transformiert wurde.

Auf der Suche nach weiteren verwertbaren Dingen aus der Mitgift der Braut mußte dann leider auch festgestellt worden, dass das wertvolle Tafelsilber bereits vor Jahren zu Spottpreisen verschleudert wurde um kurzfristige finanzielle Engpässe zu kaschieren. Lediglich ein Anteil an einer Modell-Eisenbahn ist aufgrund der Wirtschaftskrise von dem frühzeitigen Verkauf verschont geblieben, man munkelt aber in gut unterrichteten Kreisen, das dieser Verkauf weiterhin auf dem Programm steht.

Erschwerend kommt hinzu, dass sich Angela M. als sie noch mit ihrem Ex zusammen war zu einer eidestattlichen Versicherung hinreissen ließ in der sie äußerte, künftig nur noch in sehr begrenztem Maße Schulden machen zu wollen. Um dieses Ziel zu erfüllen sucht das nun kurz vor der Hochzeit stehende Brautpaar weitere Einnahmequellen. Wie aus gut unterrichteten Kreisen zu vernehmen ist könnte das auf die Einführung einer Straßenbenutzungsgebühr für PKW auf Straßen, die von den Clans kontrolliert werden hinauslaufen. Die Freunde dieser Clans fühlen sich jetzt ein wenig über den Tisch gezogen….

Sorry für diese böse Glosse, aber wie anders soll man das kommentieren was gerade bei den Koalitionsverhandlungen passiert? Seltsamerweise war es allen außer den Politikern wohl klar, dass der Staat wohl kaum Luft für Steuersenkungen haben wird, aber klar, wenn man vor der Wahl so ehrlich gewesen wäre das zuzugeben, dann hätte das womöglich etliche Stimmen gekostet. Da belügt man lieber das liebe Wahlvieh und hofft darauf, dass es diese Lüge in 4 Jahren wieder vergessen hat.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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