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Wenn man es falsch anfängt, kann es nix werden

Was habe ich mich gestern rumgeärgert bei meinen Versuchen einen Screencast zu erstellen. Tolle Programme mit GUIs ausprobiert nur um dann zu sehen, dass diese Programme mit meiner vertrackten Sound-Konfiguration nicht klarkommen.

Und dann die bescheuerte Idee gehabt, Graphik und Sound von zwei unterschiedlichen Programmen aus aufzuzeichnen und das ganze dann in einem Videoschnitteditor zu verheiraten. Etliche Formate zum Rendern ausprobiert und zum Teil 40 Minuten gewartet nur um zu sehen, dass man wieder nix sieht.

Einfach weil der aufgenommene Bildschirmausschnitt mit 1305×742 auch maximal bescheuert von seinen Abmessungen her war. Natürlich versucht ein Videoschnittprogramm das ganz dann in eine Video-Format umzusetzen und rechnet das Zeug dann in eine Auflösung in der man nix mehr lesen kann. Und natürlich der Ärger, dass bei manchen Formaten der Sound dann doch nicht ging.

Eine Nacht geschlafen und überlegt, wie man das besser machen kann. Mein Unterbewußtsein flüsterte ganz laut „Kommandozeile“ und statt sich von irgendwelchen GUIs blenden zu lassen einfach mal „back to the roots“ und überlegen, was man eigentlich will.

Bildschirm aufnehmen, in meinem Fall mit 1920×1080 ist eigentlich eine TV-Auflösung und sollte entsprechend passen. Natürlich kann man da auch nix lesen, wenn man das ohne Vollbild in einem Youtube-Fenster angucken will. Also müsste man zoomen können.

Zoomen kann man wenn man in den Desktop-Einstellungen von KDE die Bildschirmlupe als Effekt aktiviert. Dann zwei User-Keys definieren und schon kann man den Bereich um die Maus heranzoomen. Funktioniert prächtig und macht auch kleine Fenster lesbar.

Als Tool für das Aufnehmen eines Screencastes kam mir dann ffmpeg in den Sinn. Das ist sozusagen das Schweizer Multimediataschenmesser für die Kommandozeile und kann Screencasts und Audio gleichzeitig aufnehmen. Auch von meinem etwas speziellen Rechner mit 2 Soundkarten und einem USB-Mikrofon. Also mal fix eine Kommandozeile als Alias gebastelt und das sieht dann bei mir so aus:

Das ganze natürlich auf einer Zeile. Wenn ich dann einen Screencast aufnehmen will, dann tippe ich einfach

und nehme meinen Screencast auf. Wenn ich fertig bin genügt CTRL-C zum Abbrechen der Aufnahme. Und dann ist der Screencast fertig. Nix nachbearbeiten und rumärgern, sondern einfach nach YouTube hochladen.

So wie der alias konfiguriert ist nimmt er nun von meinem Front-Mic-Anschluß auf. Headset aufgesetzt, da hat man das Mikro vor dem Mund und es klappt. Irgendwann baue ich mir meinen Mikrofonverstärkerbausatz, dann geht es auch mit anderen Mikros.

Ich habe auch probiert, das eigentlich ganz gut aufnehmende Mikrofon meiner USB-Webcam zu nutzen. Geht im Prinzip, aber nach einer Aufnahme streikt ffmpeg dann mit der Meldung „Broken pipe“. Habe jetzt keine Lust, das zu analysieren und fahre erst mal mit den Soundkarten-Mikrofoneingängen.

Mein erster Screencast lädt gerade zu YouTube hoch, wenn er fertig verarbeitet ist gibts hier einen Blogartikel dazu.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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