Artikelformat

Was dem Wecker auf den Wecker geht

Der Liedermacher Konstantin Wecker kann die Verlogenheit nicht mehr ertragen mit der über die Entwicklung in der Ukraine berichtet wird. Da ist er nicht allein. Mir geht es ebenso.

1 Kommentar

  1. MIr hat folgender Absatz von Wecker sehr gut gefallen: „Glaubt ihr, Frau Merkel hätte sich nur eine Sekunde aus dem Fenster gelehnt, wenn die Vereinigten Staaten von Amerika sich das Recht herausgenommen hätten, in welchem Land auch immer das Militär zum Schutz amerikanischer Bürger einzusetzen?“

    Denn ich – ohne irgendwelche Dinge beschönigen zu wollen, die in der Ukraine und auf der Krim zur Zeit stattfinden – vermisse die Darstellung von Ursache und Wirkung. Ursache für den seit einem halben Jahr anhaltenden Protest in Kiew war die Offerte der EU zu einem Assoziationsabkommen mit der Ukraine, die Janukovitsch abgelehnt hat (aus welchen Gründen auch immer).
    Zum einen frage ich mich ernsthaft, weshalb die EU ständig irgendwelche Entwicklungsländer in die Wirtschaftsgemeinschaft (mehr ist die EU nicht) einlädt (dazu zähle ich auch wirtschaftliche Krüppel wie Rumänien und Bulgarien), ohne klar zu erklären, welchen Nutzen diese Erweiterung für den Rest der Gemeinschaft hat. Klar, für die Neu-Mitglieder eröffnen sich neue Wege an die Fleischtöpfe der EU, aber irgendwer muß das auch bezahlen…
    Russland hat wenig Humor, wenn die EU (und NATO) ihre Einflußsphäre bis an Russlands Grenzen ausdehnt. Kann man irgendwie verstehen.
    Als Verständnishilfe mag folgende Krücke als Vergleich angenommen werden: Wie würden die USA reagieren, wenn Russland ein Freihandelsabkommen mit Mexiko oder anderen Mittelamerikanischen Staaten abschließen würde mit der gleichzeitigen Offerte, in ein Militärbündnis einzusteigen. Obama wäre vermutlich wenig amused. Ach ja, ich erinnere mich auch noch an die Besetzung des Panama-Kanals und kleinere vorübergehende Okkupationen unwichtiger Inseln in der Karibik in den späten 80er und frühen 90er Jahren (alles zum Schutz der US-Amerikaner).

    Um wieder zu Wecker zu kommen: Die Heuchelei unserer politischen Vortänzer ist zum Heulen.