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Bilder-Speicher

Aktuelle überdenke ich gerade mein Speicherkonzept für digitale Fotos. Denn das Problem ist natürlich, dass die digitale Fotografie doch einiges an Speicher frisst und man seine Bilder ja möglichst dann auch redundant abspeichern will, also an mehreren Stellen um nicht alles zu verlieren wenn z.B. die Rechner-Platte stirbt.

Speicherbedarf

Wenn ich mit meiner Nikon D7000 fotografiere, dann speichere ich die Bilder erst mal im RAW-Format ab. Das bedeutet, dass jedes Bild ungefähr 20 MB auf der Speicherkarte und später auch auf der Platte belegen wird. Das entspricht in etwa der Kapazität der ersten Festplatten als damals in den 1980er Jahren der PC seinen Siegeszug antrat.

Ein Gigabyte reicht demzufolge für etwa 50 Bilder, ein Terabyte dann für 50.000, so viele Auslösungen wird man aber seiner Spiegelreflex-Kamera kaum antun, zumindest wenn man Fotografieren nur als Hobby betreibt.

Cloudspeicher

Eine Option um seine Fotos zu speichern ist die Cloud. Dann sind die Bilder physisch weit auf einem Server des Cloud-Providers gespeichert, und damit auch relativ gut gegen Katastrophen wie Feuer oder Hochwasser im eigenen Haus geschützt. Allerdings kostet das einiges, wie die folgende Tabelle (Stand 3. Oktober 2019) zeigt.

CloudKapazität [GB]€/Monat€/Jahr
Dropbox20009,99
Google20009,9999,99
One Drive10007,0069,00

Nachteilig bei der Cloud-Lösung sind zum einen die ständig anfallenden Kosten, denn natürlich will man seine Bilder ja nicht nur ein Jahr irgendwo speichern sonder dauerhaft. Dann wird die Speicherung in der Cloud dann schon relativ teuer.

Das zweite Problem ist für mich die Geschwindigkeit. Mein DSL 50 hat einen Upstream von 12 Mbit/s, das heißt im besten Fall 1,5 Megabyte pro Sekunde, ein RAW-Bild braucht also bereits ungefähr 14 Sekunden um in die Cloud hochgeladen zu werden. Macht im allerbesten Fall 5 Bilder pro Minute. Das bedeutet lange Wartezeiten, wenn man seine Bilder in die Cloud hochladen will.

Weiterhin ist das Speichern in der Cloud auch immer eine Frage, in wie weit ich dem Cloud-Provider vertraue, dass der seinerseits ein funktionierendes Backup-Konzept hat, also meine Daten wiederherstellen kann wenn bei ihm die Platte stirbt auf der das gespeichert ist. Und dann eben auch die Frage, wie privat meine Daten dort sind, habe tatsächlich nur ich dort Zugriff oder sieht z.B. die NSA auch alle meine Bilder?

Lokaler Speicher

Eine weitere Alternative sind lokale Speichermedien wie CD, DVD oder Bluray oder auch externe Festplatten. Ich habe mal einfach ein paar Preise nachgeschlagen für optische Speichermedien und eben externe USB-Platten. Daraus ist die folgende Tabelle entstanden:

MediumKapazität [GB]PreisAnzahlKosten/GB
CD0,79,99500,29
DVD SL4,77,19250,06
DVD DL8,511,79100,14
BD-R2516,19250,03
BD-R DL5031,49250,03
HD100049,9510,05
HD200068,6410,03
HD400099,9710,02

Der günstigste Preis pro Gigabyte ist also bei einer externen Festplatte mit 4 Terabyte Speicher zu haben, die kostet zwar einmalig knapp 100 Euro, ist aber bei den Kosten pro Gigabyte am günstigsten. Das teuerste und wohl uneffizienteste Medium ist die CD-ROM, da liegt das Gigabyte bei 29 Cent. Bei den optischen Medien hat Bluray im Preis pro Gigabyte die Nase vorne, allerdings sind Bluray-Writer in Standard-PCs eher selten, d.h. man muss dann einmalig nochmals etwa 100 € investieren um überhaupt Bluray-Medien beschreiben zu können.

Ein weiteres Kriterium ist die „räumliche“ Größe der Datenträger. Auf dem folgenden Foto habe ich mal eine 25er „Cakebox“ für DVDs und eine verpackte 2,5-Zoll-Festplatte mit 1 TB Kapazität nebeninander gestellt.

Beide Verpackungen sind in etwa gleich groß. Das Problem ist nur, dass ich um 1 TB auf Single-Layer DVDs zu brennen insgesamt 213 Rohlinge bräuchte, also die 9-fache Menge von dem was hier abgebildet ist. Festplattengrößen skalieren hier anders, auch die 2 TB und 4 TB Festplatten sind von den Außenabmessungen nicht größer als das 1 TB Modell, für 4 TB bräuchte man aber bei optischen Medien dann 851 DVD Rohlinge zum Gesamtpreis von 244 €.

Fazit

Nach all diesen Überlegungen ist für mich nun relativ klar wohin die Reise geht. Das Mittel der Wahl heißt für mich hier wohl „externe USB-Platte“. Diese Platten sind mittlerweile so günstig zu haben, dass man sein Bildarchiv auch auf mehreren Platten redundant sichern kann und eine dann z.B. ins Bankschließfach steckt was der Forderung „räumlich entfernter Aufbewahrungsort“ entgegenkommt.

Eine von mir gestern gestartete Twitter-Umfrage gibt mir wohl recht:

Optische Speichermedien mag wohl keiner nutzen, wohl auch weil die unter Umständen nach ein paar Jahren Leseprobleme habe können. Erschreckend ist für mich aber, dass 11% ihre Bilder gar nicht sichern. Das sind dann wohl die Kunden der Festplatten-Datenwiederherstellungs-Dienste. Denn auch für diese Nutzer gilt das folgende Zitat:

The question ist not if your hard disk is going to fail, the question is when.

Aus dem Buch „Unix Backup & Recovery“ O’Reilly Verlag

Und genau für diesen Zeitpunkt wollen wir ja vorbereitet sein.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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