Neulich habe ich ja was über Filament zum Nachfüllen geschrieben und das funktioniert gut, wenn man Filamentspulen hat die teilbar sind und für das einlegen von Refill-Paketen geeignet sind, notfalls eben auch mit einem passenden Adapter. Doch was mache ich mit den ganzen anderen billigen Spulen die nicht teilbar sind? Hier würde ich ein Filament-Wickler anbieten der das Nachfüll-Paket dann auf einen einfache Spule wickelt. Also mal schauen, was es da so an Modellen gibt.
Auf Printables habe ich dann dieses Modell gefunden welches ich ausprobieren will. Vor allem weil ich gerade nicht genügend 608ZZ-Kugellager im Haus habe um ein anderes Modell zu drucken und in den Videos bei dem Modell sieht es ja alles ganz gut aus. Also mal den Drucker beschäftigt.
Passt nicht
Ich habe mit dem „Worm-Gear“ im Mitellteil angefangen und dann die übrigen Teile für das Mittelteil gedruckt. Das „Worm-Gear“ war etwas hakelig, da man für die Windungen Supports braucht die danach mühsam entfernt werden müssen. Aber immerhin, mit viel Geduld und einer Feile hat das dann funktioniert und der Reiter im Rohr bewegte sich wie gewünscht hin und her. Die ernüchterung kam, als ich die Schraubkappe für diese Achse gedruckt hatte, die war viel zu klein um auf die Achse aufgeschraubt werden zu können. Also musste ich das nochmals drucken, diesmal mit 100% für den Durchmesser und dann konnte ich es aufschauben. Auch das Zahnrad für den Antrieb des „Worm-Gear“ konnte ich nur aufschrauben indem ich Nähmachinenöl nutzte damit das Gewinde leichter läuft.
Entsprechend gewarnt habe ich dann bei den Remixes geschaut und dort immerin eine „axis with tolerance“ gefunden, also die Aches für den Spulenhalter die auch etwas im Durchmesser hoch sklaiert wurde um die gedruckten Schrauben aufnehmen zu können. Gleiches war auch beim Kurbelantrieb notwendig, da lernte ich dann wenigstens, wie man im Slicer Schnitte macht um dann z.b. nur das Gewinde etwas kleine zu skalieren.
Nach ein paar Nachtschichten um die großen Teile zu drucken war dann alles fertig und konnte zusammengebaut werden.

Und ja, im „Leerlauf“ scheint das ganz super zu funktionieren. Die Spule dreht sich doppelt so schnell wie die Kurbel und der Schlitten im „Worm-Gear“ bewegt sich entsprechend hin unnd her. Also Zeit für einen Praxistest. Ich hatte ja eine Refill-Packung auf einer mit Adpater erweiteren Sunlu-V2-Spule, die 800 Gramm die noch übrig waren wollte ich nun auf die im Bild zu sehende Spule aufwickeln.
Versuchsaufbau
Da ich früher schon einige Filament-Roller gedruckt habe nutze ich diese für meinen Versuchsaufbau und habe bewusst auf das Drucken des Filamentabrollers für dieses Modell verzichtet.

Das Filament läuft also von links nach rechts, angesichts dieser Anordung habe ich die Vermutung, dass der Ersteller des Modells Linkshänder ist) durch den Teflonschlauch im Mittelteil.

Die Spule zum Aufwickeln hat ein kleines Loch, da habe ich jetzt mal das Filament reingesteckt und starte nun mit dem Umwickeln von der einen Spule auf die andere. Die Stoppuhr wird aktiviert, denn ich will ja wissen, wie lange das dauert.
Die ersten 8 Minuten geht das relativ flott, auch wenn sich hier schon abzeichnet, dass die Windungen nicht exakt nebeneinander liegen. Doch dann nach etwas mehr als 8 Minuten geht plötzlich nichts mehr.
Die Kurbel blockiert und auch die anderen Zahnräder lassen sich nicht drehen. Nach einigem Grübeln komme ich dann auf die Ursache, es ist die gedruckte Schraube, die die Kurbel hält. Diese zieht sich langsam durch das Kurbeln zu und wenn sie zu ist, dann dreht sich die Kurbel schlicht nicht mehr. Also ein besonderes Augenmerk auf diese Schraube richten, denn die frisst sich sonst fest.
Nachdem dieses Problem gelöst ist geht es fott weiter, doch nachdem die Filamentrolle auf der Aufwickelspule immer dicker wird springt das Filament plötzlich von der Spule und wickelt sich um die Achse. Wieder anhalten, wieder zurückdrehen.
Bei diesem Problem zeigt sich auch, dass die hintere Seite der Spule beim Wickeln wohl bevorzugt ist. Die Ursache hiefür liegt wohl daran, dass die Aufwickelspule nicht mittig auf der Achse sitzt sondern eher am vorderen Ende. Das werde ich beim nächsten Wickeln besser machen und notfalls ein paar gedruckte Beilagscheiben (die ich für diese Achse konstruiert habe) nutzen um die Spule mittig auf der Achse zu positionieren. Und vielleicht muss der Teflonschlauch auch etwas gekürzt werden.
Nach etwa 35 Minuten ist das Filament dann vollständig auf der neuen Spule aufgewickelt, allerdings nicht besonders schön.

Man sieht deutlich, dass der hintere Teil (im Bild oben) mehr Filament abbekommen hat als die andere Seite.
Fazit
Ja, der Filament-Wickler funktioniert, allerdings nicht besonders gut. Das Design hat ein paar schöne Ideen wie dieses „Worm-Gear“ und das Linksgewinde der Aufwickelachse, aber durch die fehlenden Toleranzen bei den Modelldateien ist es kein „Print and build“ modell sondern erfordert Nacharbeit. Und auch beim Einsatz sind solche Probleme wie mit der sich festfressenden Schaube für die Kurbel eher lästig.

