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Unsere neuen Nachbarn

Vor einem Jahr habe ich nach der Bauanleitung des NABU eiunen Nistkasten gebaut und an unserem Apfelbaum aufgehängt. Im letzten Jahr waren wir aber wohl schon zu spät dran und so blieb der Nistkasten erst mal unbewohnt. Als ich neulich beim Frühjahrsputz im Garten dann die Klappe aufgemacht habe bot sich mir das nebenstehende Bild. Da die Moosteilchen im Kasten noch grün waren war klar, dass dies ein frisches Nest ist und darum habe ich das unberührt gelassen und den Nistkasten gleich wieder geschlossen. Natürlich war ich neugierig, welcher Vogel sich da häuslich niedergelassen hat. Also habe ich öfter mal aus meinem Bürofenster geschaut und dann auch einen Vogel reinfliegen sehen.

Das war natürlich die passende Gelegenheit, das neue 300mm Zoom-Objektiv auszuprobieren das ich mir neulich zum Geburtstag geleistet habe. Also habe ich mit schußbereiter Kamera und offener Balkontür in meinem Büro gewartet und gewartet, aber wie es halt so ist wenn man auf etwas wartet, dann passiert es nicht. Neulich habe ich morgens und nachmittags jeweils 45 Minuten investiert ohne den Vogel zu sehen. Am Tag darauf war der Vogel da, aber bis die Kamera endlich schußbereit war war der Vogel wieder weg und ich hatte wieder kein Bild. Heute habe ich dann wieder „Flugverkehr“ am Nistkasten gesehen und die Kamera fertig gemacht und tatsächlich gelang es mir nach ungefähr 10 Minuten unseren neuen Nachbarn im Garten abzulichten wie er gerade vor dem Einflugloch sitzt.

Kurz darauf landete der Vogel dann auch vor dem Nistkasten im Apfelbaum und ich konnte noch ein paar Fotos von ihm machen. Jetzt ging es an die Artbestimmung. Dazu habe ich auf der Nabuseite mal nach den potentiellen Kandidaten gesucht und dann die Vogelbezeichnung in Google eingegeben um sozusagen den Steckbrief zu erhalten. Da das Einflugloch mit einem 25mm-Forstnerbohrer gebohrt war habe ich erst mal die Kandidaten für 25mm abgeklappert, aber unser neuer Nachbar war nicht dabei. Die weitere Suche ergab dann, dass es sich bei dem Vogel wohl um einen Feldsperling handelt. Laut diverser Quellen im Internet ist der Feldsperling auch schon mal auf die Vorwarnstufe der Roten Liste der gefährdeten Tierarten gesetzt worden, da freut es mich natürlich doppelt, das unser Nistkasten für die Erhöhung der Feldsperling-Population genutzt wird. Und Anna ist natürlich auch ganz begeistert von den neuen Nachbarn.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

1 Kommentar

  1. Was für eine schöne Geschichte. Vor allem: „Halt nein! Beweg dich nicht – Ich komme gleich wieder und hole nur schnell meine Kamera…“ Und dann ist er weg. Das Phänomen kenne ich gut. (Vögel wissen eine improvisierte Aufnahme einfach nicht zu schätzen 😉 Dann ärgert man sich kurz, nicht? Aber wie du siehst, ein guter Jäger kann warten! Weiter so.