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Benchmarking mal anders

Normalerweise versteht man unter „Benchmarking“ ja einen Leistungsvergleich von irgendwelchen Systemen. Ich war für die Überschrift aber mal kreativ und übersetze das so, dass „Bench“ die Bank ist und „marking“ das Markieren derselben. Warum? Nun, es gibt Leute die sind relativ schlecht zu Fuß unterwegs und möchten aber trotzdem gerne raus in die freie Natur. Dort wollen sie aber in für sie erreichbarer Entfernung einen möglichen Ruheplatz finden, nämlich eine Sitzbank. Damit war die Aufgabe für meinen aktuellen „Feldversuch“ definiert.

Auf meinem Android-Smartphone habe ich ja schon lange den OSM-Tracker für Android installiert. Damit kann man aufzeichnen wenn man irgendwo unterwegs ist und bei der Aufzeichnung kann man bestimmte Dinge, eben beispielsweise eine Sitzbank „markieren“. Das habe ich am Sonntagnachmittag bei der Runde mit dem Hund dann getan, ich war an einer großen Wiese und habe die einmal umrundet und bei jeder Sitzbank am Weg deren Koordinaten „getracked“. Herausgekommen ist dann dieser Track. Den kann ich per OSM-Tracker zwar hochladen, aber am Handy dann noch nicht viel damit machen. Ich habe mir mal testhalber den Vespucci OSM Editor installiert, aber der macht nix mit meinem Track.

Also dann am Montag mal den Browser genutzt und dort in OpenStreetmap auf den Bearbeiten-Link des Tracks geklickt. Dann sehe ich meinen Rundkurs und die markierten Sitzbänke. Die kann man schön mit „Add Point“ dann in OpenStreetMap übernehmen. In der Editor-Ansicht sieht das in etwa so aus:

osm-editMan sieht hier schön die Punkte entlang der Wege die ich als „Sitzbank“ hinzugefügt habe. Mein erster Beitrag zu OpenStreetMap der durchaus auch von Nutzen sein kann. Allerdings habe ich die Rechnung ohne den Wirt gemacht.

Schaue ich mir die Wiese heute in Openstreetmap an, dann ist die Ansicht sehr ernüchternd:

osm-viewMan sieht die Wiese, aber die eingetragenen Sitzbänke fehlen. Ich sehe sie nur im Webeditor oder eben in Vespucci. Alternativ habe ich nun auch mal die freie Version von OsmAnd installiert, in der Hoffnung dort wenigstens die Position der Sitzbänke zu sehen, aber leider auch hier Fehlanzeige. Es gelingt mir nicht, der App die Koordinaten meiner eingetragenen Sitzbänke zu entlocken.

Ein Besuch bei der Seite zur Sitzbank im OSM-Wiki schafft dann auch ein wenig Aufklärung. Dort steht, dass das Ding bei dem Standard-Renderer Mapnik nicht angezeigt wird. Eine Hoffnung ist dort der Hinweis auf die Reitwanderkarte. rwklegendeDeren Legende zeigt tatsächlich eine Sitzbank an. Allerdings muss man dazu sagen, dass die Reitwanderkarte auf dem mobilen Firefox des Smartphones so schrecklich gerendert wird dass sie eigentlich nicht nutzbar ist. Aber ok, schauen wir uns das ganze eben mal auf dem PC an. Die Wiese in Siebenbrunn ist schnell lokalisiert und dann sieht man allerdings auch hier nur die eine Sitzbank die schon vorhanden war als ich meinen Track editiert und die anderen Sitzbänke zugefügt habe. Diese Bank steht an der Siebenbrunner Straße und wurde wohl schon vor längerer Zeit hinzugefügt. Aber eben von meinen Eintragungen sieht man rein gar nix. Warum das so ist sieht man, wenn man auf den Link „Informationen zur Karte“ klickt. Da steht aktuell, dass die Karte auf den Daten vom 18.05.2014 basiert, meine Sitzbänke kamen aber erst am 19.05. hinzu. Also muss ich mich wohl in Geduld üben bevor hier die Sitzbänke sichtbar werden. Aktuell sieht es einfach so aus:

reitwanderkarteMan sieht die eine Sitzbank knapp oberhalb des Schriftzuges der „Siebenbrunner Straße“. Ich habe also die Hoffnung, dass irgendwann auch die von mir eingetragenen Sitzgelegenheiten da auftauchen. Aber leider ist diese Anwendung auf dem Smartphone unbenutzbar und eine OSM-App welche am Smartphone mir einfach anzeigt, wo die nächste Sitzbank ist habe ich noch nicht gefunden. Allerdings habe ich momentan auch kaum Zeit mich intensiv mit diesem Thema zu befassen, zuviel andere noch wichtigere Dinge habe ich zu tun. Aber ich bin durchaus zuversichtlich, dass „man“ (momentan ich jedenfalls nicht) sich da etwas basteln kann, denn immerhin gibt es auch OSM-Anwendungen wie die „Wheelmap“ welche Points-of-Interest aufzeigt welche Rollstuhl-tauglich sind. Also sollte es prinzipiell auch möglich sein, eine Art „Reha-Map“ zu stricken welche dem Spaziergänger die nächstgelegene Ruhebank anzeigt. Schön wäre es halt gewesen, wenn es so was schon „fertig“ gegeben hätte.

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Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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