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Die getrollte Gesellschaft

Fefe hat heute einen sehr interessanten Abschnitt aus dem Simple Sabotage Field Manual gebloggt. Und am Ende fordert er auf, das was da an „Trollerei“ aufgeführt ist an konkreten Abläufen aus Firmen oder der Politik zu reflektieren. Die zweite interessante Nachricht zum Thema kommt von den NachDenkSeiten, es gibt wohl eine Dokumentation über die Täuschungsmethode von Ronald Reagan mit Hilfe derer man die öffentliche Meinung wunderbar manipulieren kann. Kombiniert man diese Erkenntnisse ergibt sich ein beängstigends Szenario.

Nehmen wir doch einfach mal das Video „Netzneutralität tötet“ das ich vorhin gebloggt habe. Es war notwendig um die Bullshit-Phrasen von wegen „wichtige medizinische Daten werden ausgebremst“ zu widerlegen. Manche politische Prozesse laufen nach einem Schema ab bei dem ich mich oft frage, wie beratungsresistent Politiker denn sein müssen um immer wieder den gleichen Unsinn zu fordern. Zum Beispiel die Vorratsdatenspeicherung, pardon Mindestpeicherfrist oder war das jetzt Höchsspeicherfrist. Mist, sieht wohl so aus als wäre ich gerade in die Falle von Punkt 5 aus dem Sabotage Manual getappt: „Haggle over precise wordings of communications, minutes, resolutions.“ Sind unsere Politclowns am Ende nichts anderes als bezahlte Trolle deren Aufgabe es ist, den politischen Kurs zugunsten eines Strippenziehers im Hintergrund zu manipulieren.

Ja, ich weiß, das hört sich schon wieder nach Verschwörungstheorie an, aber leider haben sich in den letzten beiden Jahren soviele Verschwörungstheorien als wahr (und oft untertrieben) herausgestellt, dass micht bald nichts mehr wundern würde. So zeigt die Reagan-Täuschungs-Dokumentation dann auch schön, wie man z.B. mit irgendwelchen vermeintlichen Sowjet-U-Booten die Stimmung gegen den Erzfeind Sowjetunion anheizte. Erschreckend ist in diesem Zusammenhang wieder die Auflistung der aktuellen „U-Boot-Sichtungen“ die offensichtlich auch keinen anderen Zweck hat, als gegen Russland zu hetzen.

Im NachDenkSeiten-Artikel wurde dann auch darauf verwiesen, dass diese Aktionen damals den Entspannungskurs des schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme untergruben. Bei dem Namen klingelte was in meinem Kopf und ja, das war doch der schwedische Regierungschef der 1986 einem Attentat zum Opfer fiel. Der Täter wurde bis heute nicht gefasst, unter anderem weil die Polizei sehr viele Ermittlungspannen machte. Das ganze passt leider sehr gut in das Szenario eines Mordes der von einem Geheimdienst in Auftrag gegeben wurde und bei dem die Ermittlungen danach sabotiert (siehe Sabotage Manual) wurden. War Palmes Entspannungspolitik so gefährlich für bestimmte Interessen dass er deshalb sterben musste? Ich weiß es nicht, und nach 29 Jahren ist es auch schwer zu ermitteln. Aber wundern würde mich es nicht.

Das Fazit aus beiden Artikeln ist leider, dass es wohl Bestrebungen gibt, politische Prozesse zu behindern um eigene Interessen durchzusetzen. Und dabei wird auf hoher Ebene getrollt und eine Show abgezogen, die offensichtlich nur das Volk in dem Glauben lassen soll, dass alles mit rechten Dingen zugeht.

Autor: Rainer

Diplom-Informatiker, Baujahr 1961, Vater von 2 Kindern, Hundehalter, Sportschütze und Vereinsvorstand, Hobbymusiker (mit zweifelhaftem Erfolg), politisch interessiert, Leseratte, Freizeit-Philosoph und letztlich Blogger.

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