So lügt man mit Statistik

Die Neue Rheinische Zeitung hat heute einen Atikel „Die verschaukelte Bevölkerung“ online der sehr lesenswert ist. Beispiel:

In vielen Zeitungen erschienen Grafiken, die so aussahen, als hätten sich unsere Gesundheitsausgaben verdoppelt. Tatsächlich stiegen sie von 1976 bis 2004 aber nur um ca. 40 Prozent. Und in diesem Zeitraum seien auch alle anderen Preise gestiegen. Die Frage sei aber, wie viel wir für die Gesundheit gemessen am Bruttosozialprodukt ausgeben, und dann sieht das weitaus weniger dramatisch aus. Wichtig wären aber die Gesundheitsausgaben je Kassenmitglied. Und die hätten sich keineswegs dramatisch entwickelt, sondern im Rahmen des Bruttosozialproduktes. Ungern diskutiere die Bundesregierung überdies auch die Einnahmeseite. Und die sei wegen der Erosion am Arbeitsmarkt dramatisch gesunken. Doch damit könne die Bundesregierung keine „Gesundheitsreform“ begründen. Bosbach: Gesundheitsministerin Ulla Schmidt kenne die richtigen Zahlen. Leider veröffentliche sie diese nicht.

Ein anderer, der sehr schön mit Statistik die diversen Mythen enkräften kann ist Hans Rosling von gapminder.org.. Dazu gibt es einen wunderschönen TED-Talk:

Interessantes zum Niedriglohnsektor

Heute in meinem RSS-Feed wieder ein sehr lesenswerter Artikel von Weissgarnix. Es geht um die Aussage, dass wer keine Berufsausbildung hat dann im Niedriglohnsektor landet. Tatsächlich gibt es aber eine Statistik, die sagt, dass mittlerweile über 70% der Niedriglohn-Arbeiter tatsächlich eine abgschlossene Berufsausbildung haben. Also muss man weg von dem Bild, dass eine Berufsausbildung der Garant dafür ist, nicht im Niedriglohnsektor zu landen. Es ist eher so, dass der Druck auf Ungelernte damit massiv erhöht wird.

Dank der vielen Kommentare bei Weissgarnix gibt es eine Menge Links auf interessante Studien im Netz:

Alles in allem ein sehr deprimierendes Material. Und da verspricht dann Steinmeier Vollbeschäftigung bis 2020, die Frage ist doch: In welcher Art von Arbeit diese Vollbeschäftigung stattfinden wird? Rechnet er hier auch mit dem explodierenden Anteil im Niedriglohn-Sektor?

Die Bahn und die Schwarzfahrer

Die Meldung die heute durch die News geistert ist, daß die Bahn jetzt verschärfter gegen Schwarzfahrer vorgehen will und auch schneller zum Mittel „Strafanzeige“ greift.

In gewisser Weise kann ich das schon verstehen, denn Schwarzfahren ist nicht nett. Und so ist durchaus nachvollziehbar, dass im Zeitalter der klammen Kassen die Bahn eben auch nach dem Motto „Kleinvieh macht auch Mist“ ihre Einnahmen aufbessern will.

Nicht nachvollziehbar ist für mich aber der letzte Absatz des dazugehörigen Artikels im Focus:

Durch Schwarzfahrer entsteht der Bahn nach internen Schätzungen ein Schaden im dreistelligen Millionenbereich. Wie hoch die Zahl der ohne Fahrschein erwischten Bahn-Nutzer ist, die mit Nachlöse und Strafgebühr davon kommen, wollte die Bahn nicht mitteilen.

Hier wird wieder mit einer „großen Zahl“ argumentiert und keinerlei echtes Zahlenmaterial zum Beleg dieser Schätzungen abgeliefert. Wenn dsa Zugpersonal seinen Job gut macht, dann müßten nach meiner blauäugig naiven Einschätzung ja eigentlich 90% der Schwarzfahrer erwischt werden. Was ich bei meinen Ausflügen mit der Bahn aber oft genug beobachtet habe ist daß auf „Kurzstrecken“ wie Augsburg-München eher selten jeman die Fahrkarten kontrolliert.

In gewisser Weise erinnert diese Aussage aber auch an den Lokführer-Streik damals vor der Wirtschaftskrise als man wegen der um 80 Millionen gestiegenen Lohnkosten dann ein Riesen-Gezeter machte und Preiserhöhungen ankündigte um das wieder auszugleichen. Allerdings kann man mit dem Taschenrechner recht einfach ausrechnen, dass sich bei 5 Milliarden Fahrgästen im Jahr (laut Bahn-Geschäftsbericht) die 80 Millionen mehr die individuelle Fahrt eines Fahrgastes bestenfalls um ein paar Cent verteuern dürften.

So gsehen stehe ich auch den Hunderten von Millionen skeptisch gegenüber. Im ersten Halbjahr hat die Bahn knap 40.000 Strafanzeigen gemacht, legen wir das aufs Jahr um, dann sind das 80.000 Strafanzeigen. Hätte jeder dieser angezeigten Schwarzfahrer die Bahn um 1000 Euro geschädigt, dann sind wir gerade mal bei 80 Millionen Schadenssumme, also zweistelliger Millionenbereich. Aber eigentlich kostet ein Bahnticket weniger als 1000 Euro.

Blogstatistik ist was tolles

Heute hatte mein Blog bislang 337 Besucher. Und wenn ich mir die Top-Suchanfragen anschaue, dann sehe ich folgendes:

Search Views
seefest haunstetten 2009 5
qdvdauthor tutorial 3
ich wähle ihn nicht 2
piratenpartei 2
mazda europa service 2
01042 abzocke 12 cent 2

Offensichtlich bin ich also nicht der einzige, der mit QDVDAuthor und dessen „intuitivre Benutzeroberfläche“ zu kämpfen hat. Da ich am Wochenende die neuste Version 1.10 runtergeladen und gebaut habe werde ich vielleicht in den nächsten Tagen ein wenig mehr darüber schreiben, Donnerstag ist Kindergartenfest und dann ist wieder Filmen und DVDs machen angesagt.

Interessant sind aber auch andere Themen wie Linux und Midi, oder Videoschnitt im allgemeinen. Klar, jede Anfrage taucht da nur einmal auf, aber wenn man manche Suchbegriffe in Google eingibt und dann sieht, dass das eigene Blog erst auf den „hinteren Seiten“ der Trefferliste auftaucht, dann hat man schon die Vermutung, daß mancher der hierher geschickt wird recht verzweifelt ist.

Aber immerhin bin ich beim Suchbegriff „König der Terroristen“ auf Rang 4 der Google-Trefferliste. Siehe untenstehendes Bild.

Google Screenshot

Google Screenshot

Jetzt bekomme ich bestimmt auch einen Spitzenplatz auf Schäubles Anti-Terror-Liste.