Exporteure des Todes

Heute lief die Meldung über die diversen Nachrichtenkanäle, dass Deutschland jetzt wieder auf Platz 3 der weltweiten Waffenexporte gerückt ist. Hauptabnehmer sind Saudi-Arabien, Ägypten, Algerien und Katar, also alles solide Staaten. Was dann auch erklärt, warum manche Zeitungsmeldungen das ganze unter dem Weichspül-Oberbegriff „Verteidigung“ veröffentlicht haben. Tatsächlich befindet sich Saudi-Arabien aber wohl im Krieg mit dem Jemen und auch die anderen Hauptkunden unserer Rüstungsindustrie werden das Kriegsgerät sicher nicht im Museuum ausstellen. Es ist aber unserer Regierung offensichtlich egal, streng nach dem Motto „wenn wir nicht liefern, dann tut es jemand anders“, denn der Bedarf an Waffen in diesen Krisenregionen scheint ungebremst zu sein. Und so haben wir nun Platz 3 in der Liste der größten Rüstungsexporteure erreicht, vor uns nur Russland und die USA. Etwas, worauf ich als Deutscher keineswegs stolz bin, denn auch wenn ich den letzten Weltkrieg nicht mitgemacht habe (die Gnade der späten Geburt) fühle ich dennoch eine gewisse Verantwortung zum Frieden der Welt gegenüber. Und Frieden schafft man nun mal nicht, indem man Waffen in Krisengebiete exportiert, das einzige was man damit schafft sind neue Fluchtbewegungen über die man sich dann aber bitteschön auch nicht echauffieren darf.

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Wozu brauchen Banken Kundeneinlagen?

Link

Flassbeck Economics hat heute einen sehr schönen Artikel über die Zusammenhänge zwischen Geldeinlagen bei der Bank und Investitionen, Krediten und Sparen. Dringende Leseempfehlung.

Hey Boss, ich brauch mehr Geld

Vor 42 Jahren sang Gunter Gabriel das Lied „Hey Boss, ich brauch mehr Geld„. Tja, Gunter Gabriel hatte damals noch die Möglichkeit, mit seinem Boss über den Lohn zu diskutieren, ein Großteil unserer Arbeitnehmer hat aber diese Aufgabe an die Gewerkschaft als Tarifpartei delegiert. Und hier hat sich seit 1972 leider auch einiges verändert.

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Links für 2016-02-26

Es ist mal wieder Zeit für ein paar Links die sich in meiner Trello-Linkliste angesammelt haben. Diesmal habe ich kräftig meinen Senf zu jedem Thema dazugegeben und mehrere interesssante Links zu einem Thema da drin. Ich hoffe es gefällt Euch.

  1. Heiner Flassbeck schreibt „Europa braucht markträumende Mindestlöhne“ und zeigt hier ganz deutlich, dass mit unseren Niedriglöhnen gar keine Nachfrage entstehen kann welche die Wirtschaft beleben könnte. Derweil bejubelt sich die IG-Metall dass sie mit einer Forderung von 5% in die Tarifverhandlungen geht. Und sie nennen es „kontinuierliche Tarifpolitik“ und deutschen schon an, dass sie froh sind wenn am Ende eine 2 vor dem Komma steht.
  2. Dass der neoliberale Austeritätskurs ein Irrweg ist haben nun auch 80 Ökonomen in Frankreich ihrer Regierung beschinigt. Andreas Nölke berichtet über den Aufruf sich von diesem Irrweg abzuwenden. Und hey, wenn es die Franzosen machen, dann besteht ja tatsächlich Hoffnung, dass da was passiert, denn im umsetzten von revolutionären Ideen sind die weitaus besser als wir Deutschen. Warum das so ist erklärt der Kabarettist Alfons hier.
  3. Der Bundestag hat gestern das Asylpaket 2 verabschiedet und bedient hiermit die Forderungen des rechten Randes der Gesellschaft. Rechtsanwalt Thomas Stadler hat zusammen mit Dr. Birte Förster einen sehr lesenswerten Artikel verfasst der die versucht Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und die aktuellen Ereignisse unter einem anderen Blickwinke zu sehen. Er schlägt sozusagen den Bogen zwischen der Asylrechtsverschärfung und dem Erbe der Weißen Rose. Denn gerade in diesen Tagen jährt sich der Hinrichtungstermin der Geschwister Scholl und ihres Mitstreiters Christoph Probst. Dringende Leseempfehlung!
  4. Hin und wieder passiert es ja, dass in Lebensmitteln was ist, was da nicht reingehört. Also z.B. Plastikteile im Mars, pardon, wir sprachen ja von Lebensmitteln, also es gibt gerade Rückrufe weil in Fruchtsaft auch Hefe entdeckt wurde. Und vor ein paar Tagen fand man Spuren von Glyphosat (dem Unkrautvernichtungsmittel) in Bier (ja, Bier ist hier in Bayern ja anerkanntes Grundnahrungsmittel). Aber keine Panik, das ist ja so minimal, das verstößt nicht gegen das Reinheitsgebot. Bei Fefe gab es nun einen Leserbrief von einem Imker, der sich mit den „Grenzwerten“ beschäftigt. Sehr interessant, auch wenn man dabei dann wieder das ungute Gefühl in der Magengegend bekommt.

 

Digitale Wegelagerer

Unsere familiäre Situation bringt es mit sich, dass wir öfter mal von Augsburg nach Italien fahren. Wenn wir dann unterwegs sind können wir uns überlegen, ob wir „schnell“ sein wollen oder eher gemütlich unterwegs sein woll. Also ob wir beispielsweise in Österreich die Brenner-Bundesstraße 182 nehmen oder die Brennerautobahn A13. Für die Bundesstraße zahle ich nix extra, aber es zieht sich über viele kleine Dörfer hin und man braucht länger als man auf der Autobahn braucht (so diese frei ist). Für die Autobahn brauche ich aber einmal eine Vignette und zum anderen noch die Sondermaut für die Brennerautobahn. Die schnelle Fahrt nach Italien ist also teurer als die gemütliche Fahrt. Warum ich das alles erzähle? Weil wohl demnächst auch die „Fahrt auf den Datenautobahnen“ extra kosten wird.

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Die Links des Tages – 2015-09-14

Hier wieder ein paar lesenswerte Links.

  1. Die Autorin Pia Ziefle verabschiedet sich von Facebook, da dort ihrer Meinung nach nicht genug gegen die Hetzkommentare getan wird.
  2. Rechtsanwalt Thomas Stadler beschäftigt sich mit der Frage „Muss Facebook gegen rassistische Postings vorgehen?„.
  3. Wolfgang Lieb beschäftigt sich auf den NachDenkSeiten mit der aktuellen deutschen Flüchtlingspolitik, die er als „entweder zynisch oder bodenlos dumm“ brandmarkt.
  4. Heiner Flassbeck war letzte Woche in Athen und Dublin und stellt fest: „Europas Endgame hat begonnen.

Die Links des Tages – 2015-09-11

Na ja, es sind eigentlich die gesammelten Links der ganzen Woche. Aber trotzdem hoffentlich interesssant.

  1. Jens Berger behandelt auf den NachDenkSeiten die Vorgehensweise der ungarischen Regierung in der Flüchtlingskrise und kommt zu dem Schluß, dass Orban sich durchaus an die EU-Gesetze hält. Also genau das was in Dublin vereinbart wurde, unter anderem auch auf Drängen von Deutschland das ja keine EU-Außengrenzen hat.
  2. Auch Tante Jay setzt sich mit den Flüchtlingen und dem Kampf gegen die Hasskommentare in den sozialen Netzen auseinander. Und sie hat, aus meiner Sicht vollkommen zurecht „Gemischte Gefühle„.
  3. Fefe vergleicht Syrien mit Afghanistan und berichtet über gute Gründe für das russische Engagement in Syrien.
  4. Heiner Flassbeck ist aus dem wohlverdienten Sommerurlaub zurück und rantet gleich mal gegen das G20-Finanzministertreffen in der Türkei.
  5. Die NachDenkSeiten beschäftigen sich mit der Affäre ums Bundeswehr Sturmgewehr G36 und kommen zu dem Schluß „Nichts ist so wie es scheint„. Man könnte fast zu dem Schluß kommen, dass das Verteidigungsministerium andere Interessen als nur die Landesverteidigung verfolgt.
  6. Heute erschien eine interessante Zuschrift bei den NachDenkSeiten die sich mit der neuen Euphorie zu „Refugeeswelcome“ in den Leitmedien äußert. Der Schreiber stellt fest, dass es fast so ist wie wenn ein Schalter umgelegt wurde, nach monatelanger Anti-Flüchtlings-Kampagnen in den Medien jubeln plötzlich alle wenn Flüchtlingszüge in Deutschland eintreffen. Das ist zwar schön, aber irgendwie nicht konsistent.
  7. Fefe hat heute auch ein sehr tiefschürfendes Blogposting ausgegraben das unter dem Motto steht „Data is not an asset, its a liability„. Und damit eben zur Datensparsamkeit aufruft statt jeden verwertbaren Datenfurz erst mal zu sammeln um später vielleicht etwas daraus zu machen. Mittlerweile wurde dieses Posting auch bei O’Reilly’s „4 short links“ verlinkt.
  8. Microsoft mag nicht wenn ihr kein Windows 10 mögt. Denn es ist ja zunächst mal kostenlos. Und kostenlose Sachen hat man gefälligst freudig anzunehmen. Um den Nutzern die Entscheidung zu erleichtern werden laut Lifehacker jetzt die Update-Pakete einfach mal via Windows-Update verteilt. Das wird natürlich diejenigen Nutzer freuen, die keine Datenflatrate haben sondern für ihr Datenvolumen noch bezahlen müssen (Hallo Schwesterherz in Südafrika). Denn die paar Gigabytes für die Updates auf Windows 10 dürften dann alles andere als „kostenlos“ für den Nutzer sein. Lifehacker hat im Artikel zum Glück auch eine Anleitung wie man diesen Download verhindern kann.

Schuldiger für Börsencrash gefunden

Die Tagesschau berichtet heute dass nun in China der Sündenbock Schuldige für den Börsencrash von neulich gefunden wurde. Der Mann heißt Wang Xiaolu und schreibt laut Tagesschau normalerweise wenig beachtetet Artikel im chinesischen Wirtschaftsmagazin „Caijing“. Doch im Juli hat er einen Artikel geschrieben indem er berichtete, die chinesische Regierung wolle Geld aus dem Aktienmartk abziehen. Daraufhin verloren die chinesischen Börsen 40%.

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Die Links des Tages – 2015-08-01

Zum Wochenende gibt es wieder was zu lesen:

  1. Vor seinem August-Urlaub erzählt uns Heiner Flassbeck noch „von armen Steuerzahlern und generösen Hilfspaketen„. Und er erklärt auch, wie das Geld für die Hilfspakete quasi aus dem Nichts erschaffen wird.
  2. Das Griechenland-Blog beschreibt „Wie Schäuble Griechenland erpresste„. Für unseren Bundesfinanzminister gehört also Erpressung zum „Tagesgeschäft“ und womöglich sogar zu den europäischen Werten die wir überall verteidigen wollen.
  3. In Sachen „Landesverrat“ geht Justizminister Heiko Maas jetzt ein wenig auf Distanz zu seinem ihm unterstellten Generalbundesanwalt. Volker Birk weist nochmals auf die Hierarchie hin und dass Maas wohl mal wieder umgefallen ist, diesmal wahrscheinlich zum Ärger von Herrn Range der in dieser Justizposse so langsam zum Bauernopfer aufgebaut wird.
  4. Claudia Klinger beschäftigt sich mit Antibiotika ohne Wirkung und stellt fest: „Wie der Markt tötet – nicht irgendwo in Afrika, sondern hier bei uns!
  5. Fefe hat sich die Privatsphäre-Einstellungen von Windows 10 angeschaut.
  6. Samsung hat jetzt eine neue Testprozedur für herunterfallende Smartphones entwickelt. 😉

 

Die Links des Tages – 2015-07-30

Hier meine tägliche Linkliste, die natürlcih auch Links enthalten kann die schon etwas älter sind, über die ich aber eben erst seit den letzten Links des Tages gestolpert bin.

  1. Thalestria macht sich Gedanken über „Reichtum, Mangel und Glück„. Ein absolut lesenswerter Blogpost, der eben auch wieder zeigt, dass reiche Menschen nicht unbedingt glücklicher sein müssen. Sogar Dieter Bohlen, der ja von der Bohlensteuer (aka GEMA) profitiert hat Angst um seinen Reichtum. Und Thalestria hat sehr schön beschrieben, dass Glück rein gar nichts mit finanziellem Reichtum zu tun hat, sondern eben mit Zufriedenheit über das was man hat. Reich ist nicht wer viel besitzt sondern der, der wenig braucht.
  2. Heiner Flassbeck geht wieder auf das Thema Wettbewerbsfähigkeit in einer Währungsunion ein. Diesmal am Beispiel der französischen Bauern: „Die bösen französischen Bauern – oder wie man sich auch wehren kannDie bösen französischen Bauern – oder wie man sich auch wehren kann
  3. Das Griechenland-Blog erklärt „Warum Varoufakis in Griechenland unter Beschuss genommen wird„. Einer der Hauptgründe scheint RAche zu sein, weil man neidisch auf die Erfolge der linken Regierung ist.
  4. Die Britische Regierung greift mal wieder mächtig tief ins Klo und droht Fettleibigen mit der Streichung von Sozialleistungen. Natürlich nur um sie zu Verhaltensänderungen zu animieren und damit die Kosten die sie für das Gesundheitssystem erzeugen zu senken. Also immer schön getreu des neoliberalen Mantras das solche sentimentalen Dinge wie Solidarität aus dem Bewußtsein verdrängen will. Manchmal möchte man einfach nur im Strahl kotzen, wenn man von solchen Ideen liest.
  5. Der Spiegelfechter hat heute mal eine (noch fiktive) Flüchtlingsstory mit vertauschten Vorzeichen. Diesmal ist es eine deutsche Familie die nach Afrika flieht nur um dort in einem Auffanglager zu stranden und warten zu müssen, was mit ihrem Asylantrag geschieht.