Twitter gegen Online-Bleiwüste = 1:0

Gestern spielte unser Fußball-Bundesliga-Verein hier im Stadion. Auch wenn ich nicht fußballbegeistert bin, so wollte ich doch vor dem Schlafengehen noch schnell nachschauen, ob sie denn gewonnen oder verloren hatten. Also zum Online-Auftritt unserer Lokalzeitung gegangen und gehofft, dass unter der Kategorie „FC Augsburg“ das Spielergebnis irgendwo zu finden war. Denkste, um 21:50 war da noch gar nix außer Artikeln die beschrieben, dass es eng werden könnte mit dem Verbleib in der Bundesliga.

Dann auf Twitter den Hashtag „#FCA“ eingegeben und ich hatte meine Information. Tja liebe Verlage, so wird das nix mit euch.

Was war los in Oakland letzte Nacht?

Heute morgen hatte ich wieder ein bizarres Erlebnis. Kurz vor dem Losfahren nochmal auf Twitter geschaut und gesehen, dass es bei „Occupy Oakland“ wohl heftige Krawalle gab. Krawalle von Seiten der Polizei die mit Tränengas und Gummigeschossen auf friedliche Demonstranten losging, so war der Tenor der Tweets die ich zu lesen bekam. Wer selbst mal nachlesen will sollte in Twitter nach dem Hashtag #occupyoakland suchen.

Getwittert wurde auch, dass die Polizei die Straßenbeleuchtung ausschaltete um Kamerateams die Filmaufnahmen zu vermiesen. Außerdem wurden die Journalisten angewiesen, keine Aufnahmen zu machen. Entsprechend habe ich vorhin in meinen RSS-Feeds auch keine Zeile zu den Vorgängen in Oakland gefunden. Natürlich findet man schon was im Netz, wenn man lange genug sucht, aber in den Totholzmedien wird man wohl kaum darüber lesen.

Irgendwie hatte ich eine Art Flashback zum 30.09.2010 und den Protesten um Stuttgart-21. Demokratie und Rechtsstaat sehen anders aus und die Gewaltanwendung gegen die friedlichen Occupy-Aktivisten ist wohl das letzte Aufbäumen eines zugrunde gehenden Systems gegen seinen Untergang. Land of the free….

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Warum hat ein Massenmörder mehr Follower als ich?

Ich twittere seit etwas mehr als einem Jahr und habe es bis heute auf gerade mal 174 Follower geschafft, von denen einige sicherlich „Spam-Follower“ sind, also Leute die einem einfach mal folgen in der Hoffnung, dass man sie „zurückfolgt“ so das sie einen dann mit ihrem Spam zumüllen können. Mach ich aber nicht, die 263 Leute denen ich gerade folge sind sozusagen „handverlesen“ und ich folge ihnen, weil sie zum Beispiel

#twoff

Das ist die Bezeichnung die manche Leute auf Twitter benutzen um zu signalisieren, dass sie jetzt „offline“ gehen. Einen #twoff der besonderen Art gab es am vergangenen Wochenende als ich vom BlackBerry aus twittern wollte und nur ein „Forbidden“ bekam.  Ich hatte nämlich den UberTwitter-Client auf meinem Smartphone installiert und der ist bei Twitter wegen angeblicher Policy-Verstöße in Ungnade gefallen.

Twitter als der der Hausherr hat also dem aufstrebenden Konkurrenten gezeigt wo der Hammer hängt. Aber es hat einen sehr bitteren Beigeschmack, diese Geschichte, denn für mich als User war nicht nachvollziehbar warum UberTwitter als „böse“ eingestuft wurde, Twitter agierte hier sozusagen als Richter und Henker in einem.

Ubertwitter heißt jetzt UberSocial und wartet wohl noch auf den Segen von Twitter. Besonders lustig ist, dass zeitgleich Ubertwitter im Blackberry Appstore als „featured app“ beworben wird, was man dann runterlädt ist aber weiterhin die verpönte UberTwitter-App.

Wobei mir diese durchaus besser gefällt als die offizielle Twitter-App für den Blackberry. UberSocial (um den neuen Namen zu nutzen) zeigt nämlich z.B. bei Profilen von Usern an ob Dir dieser User folgt oder nicht und kann wohl auch mehrere Twitter-Accounts verwalten. Außerdem gibt es Sonderfunktionen für Hashtags und beim Retweeten kann man noch selber was zufügen.

Jetzt bin ich halt wieder auf die offizielle App zurück und werde hin und wieder sehen, wie der Status von UberSocial ist. Zwei Twitter Apps auf dem Smartphone braucht kein Mensch, aber eine die nach Belieben abgeklemmt werden kann eigentlich auch nicht.

Randnotizen

Falls ihr es noch nicht gsehen habt, es gibt am rechten Rand jetzt auch ein Widget in dem meine Tweets stehen. Meine bessere Hälfte lächelt über Twitter, aber nach einigen Wochen auf Twitter stelle ich fest, dass es recht nützlich ist. Man findet sehr viele Dinge zum Schmunzeln wie z.B. das neue Logo der schwarz-gelben Energierevolution aber auch Dinge die einen bedrücken wie beispielsweise eine Folge aus den Hetzreden des Herrn Sarrazin. Nebenbei habe ich diese Woche auch eine Verwendung für das alte Kinderfahrrad gefunden das wir noch aus den Anfangstagen der Fahrradfahrerei unserer Kinder haben.

Auch wenn ich am Anfang dem Kurznachrichtendienst mit nur 140 Zeichen Nachrichtenlänge eher skeptisch gegenüber gestanden bin muss ich sagen, dass man durchaus nützliche Dinge damit machen kann. Die Bahn twittert ihre Zugverspätungen, Tim O’Reilly gibt oft Rabatte auf E-Books und diverse Firmen versuchen ihren Kundenservice direkt über Twitter abzuwicklen. Also deutlich sinnvollere Dinge als das von Kritikern immer zitierte „Ich bin gerade auf dem stillen Örtchen und die Farbe meiner Produktion ist…“.

Jetzt auch bei Twitter

Gerade habe ich mal einen Twitter-Account kinghaunst erstellt und das Twitter-Tools-Plugin installiert. Wenn alles in der Praxis so geht wie in der Theorie, müsste dieses Posting nun auch einen Tweet auslösen. Mal sehen.

Ja, hat funktioniert. Das Twitter-Buch von Tim O’Reilly habe ich mir auch bestellt, mal sehen wie das mit den Linkverkürzern funktioniert und was man noch alles mit Twitter machen kann. Ja, ich gebs zu ich bin die Generation Gruftie die gerne mal noch ein Buch als Leitfaden liest. 🙂